20.03.2019

19.02.2019

Zertifikate & Siegel

Ökologische Transparenz von Baustoffen mit EPDs

Sie sollen unter anderem Energie sparen und Ressourcen schonen: Nachhaltige Baustoffe werden in der Baubranche immer wichtiger – nicht nur im öffentlichen, sondern auch im privaten Sektor. Gebäudezertifizierungen, wie etwa von der DGNB, sind daher gefragter denn je. Dabei erleichtern sogenannte EPDs den Architekten, Planern und Co. die Auswahl geeigneter Baumaterialien.

Ökologische Transparenz von Baustoffen mit EPDs

„Stein auf Stein – das Häuschen wird bald fertig sein“, heißt es in einem bekannten volkstümlichen Kinderlied. Aber schon zur Entstehungszeit des Liedes (Forscher vermuten um 1900) waren Steine als Baumaterial nur eine von vielen Möglichkeiten. Laut dem Netzwerk für historische Baukultur nutzte man bis ins 20. Jahrhundert etwa 200 verschiedene Baustoffe zum Gebäudebau, darunter Holz, Lehm, Kalk und Natursteine. Zu der Zeit erfolgte die Auswahl geeigneter Materialien vor allem nach regionaler Verfügbarkeit, langer Haltbarkeit und kostengünstiger Reparatur, informiert das Portal Baunetz Wissen.

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Neue Baustoffe – neue Ansprüche 

Heutzutage stehen uns weit mehr Materialien zur Verfügung. Außerdem müssen diese auch noch wesentlich mehr Ansprüchen genügen: So sollen sie beispielsweise Ressourcen schonen, recycelbar sein und möglichst Energie einsparen. Die Nachfrage nach nachhaltigen und umweltfreundlichen Bauweisen nimmt immer weiter zu. Das zeigt auch die stetig wachsende Zahl an nachhaltigen Gebäudezertifizierungen, wie beispielsweise von der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“ (DGNB). Seit der ersten DGNB-Zertifizierung 2009 hat die Gesellschaft mittlerweile über 4.000 Zertifikate für nachhaltige Gebäude sowohl national als auch international vergeben. Dabei bewertet die DGNB das gesamte Gebäude nach bestimmten Kriterien. Darunter die ökologische (z.B. die Wirkung auf die Umwelt), die ökonomische (Wirtschaftlichkeit) und die technische Qualität.

Umweltfreundliche Baustoffe sind allerdings noch keine Garantie für Nachhaltigkeit, weil sie keine Endprodukte sind. Ihre ökologische Qualität ist immer mit der funktionalen Leistungsfähigkeit verbunden. So ist der geeignete Einsatz in einem Gebäude, auch in Verbindung mit weiteren Materialien, ausschlaggebend. Dementsprechend lassen sich Bauprodukte in Bezug auf ihre ökologische Performance erst im Gebäudekontext vor dem Hintergrund ihrer konkreten Einbausituation und die an sie gestellten technischen Anforderungen miteinander vergleichen, informiert das Institut Bauen und Umwelt (IBU).

Das IBU vergibt sogenannte EPDs (Environment Product Declarations), die neutrale und transparente Informationen über die Umweltwirkungen eines Baustoffs enthalten. Eine EPD bewertet nicht, sondern deklariert Bauprodukte wissenschaftlich fundiert und nach einheitlichen, internationalen Standards (ISO 14025 und EN 15804). Die Betrachtung der Umweltwirkungen eines Baumaterials erfolgt für den ganzen Produktlebenszyklus und auf Basis der Ökobilanz des Baustoffes. Konkret enthält eine EPD quantitative Informationen, wie beispielsweise den Ressourcen- und Energieeinsatz; Hinweise zu Technik und Funktion (z.B. Lebensdauer) und schließlich auch Informationen zum Lebensende des Produktes. Anhand dieser Ausführungen kann dann unter anderem festgestellt werden, inwieweit ein Material zur Energieeffizienz eines Gebäudes beiträgt. Daher sind EPDs auch ein wichtiger Bestandteil für die Bewertung der Nachhaltigkeit von Gebäuden und oft die Grundlage für entsprechende Zertifikate.

CALOSTAT ist nicht brennbar und zugleich hochdämmend. zoom
CALOSTAT ist nicht brennbar und zugleich hochdämmend.

Produkt-Deklarationen für Evonik

Über 1.700 solcher Produkt-Deklarationen hat das IBU nach eigenen Angaben bereits veröffentlicht. Erst kürzlich erhielt auch das Unternehmen Evonik zwei EPDs: Zum einen für PLEXIGLAS Massivplatten, zum anderen für den Dämmstoff CALOSTAT. Beide Materialien eignen sich gut für umweltbewusstes Bauen. CALOSTAT ist eine nicht-brennbare Hochleistungsdämmung. Die Dämmplatte ist sehr dünn und hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit. Dadurch spart sie Platz und letztlich auch Energie. Das Produkt ist daher ein besonders nachhaltiger Dämmstoff, wie Dr. Bettina Gerharz-Kalte, Vice President Thermal Insulation Evonik, gegenüber der Presse erklärt: „CALOSTAT ist rein mineralisch, enthält keine giftigen Stoffe, ist sehr langlebig und recycelbar.“

Auch PLEXIGLAS hat eine lange Lebensdauer, denn das Markenacrylglas ist sehr witterungsbeständig. Für Außenanwendungen gibt Evonik eine Nutzungsdauer von etwa 30 Jahren an. Dadurch schont PLEXIGLAS Ressourcen, meint Martin Berkenkopf, Projektleiter Acrylic Products Evonik: „Langlebige Bauteile müssen nicht so häufig ausgetauscht werden und vermeiden damit, dass frühzeitig ein neues Produkt für die gleiche Anwendung hergestellt – und auch angeschafft – werden muss.“ Die EPDs für CALOSTAT und PLEXIGLAS Massivplatten sind auf der Website des Instituts Bauen und Umwelt öffentlich zugänglich.

Quelle: UmweltDialog
 

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