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29.08.2016

Circular Economy

Recyclingpapier: kleiner Mehraufwand, großer Effekt für die Umwelt

Recyclingpapier besitzt im Vergleich zu Frischfaserpapier klare ökologische Vorteile. Ein Beispiel ist der Wasserverbrauch: Für die Gewinnung von Recyclingpapier wird bis zu einem Drittel der Wassermenge benötigt, die bei der Herstellung von Frischfaserpapier verbraucht wird. Aber kann sich Ökopapier auch in finanzieller Hinsicht gegenüber Frischfaserpapier behaupten? Eine Studie des Papiergroßhändlers Antalis hat genau das ermittelt.

Recyclingpapier: kleiner Mehraufwand, großer Effekt für die Umwelt zoom
Auf der drupa 2016 stellte Antalis auch nachhaltige Papiere vor.

Ob Wasser, Energie oder Wald: Die Menschheit verbraucht natürliche Ressourcen schneller, als die Erde sie regenerieren kann. Nach Berechnungen des Global Footprint Network waren die Reserven 2016 bereits am 8. August für das ganze Jahr aufgebraucht. Um die Jahrtausendwende ermittelte die Organisation den "Welterschöpfungstag" (Englisch: "Earth Overshoot Day") noch auf Anfang November, jedes Jahr verschiebt er sich jedoch um mehrere Kalendertage nach vorne. Mathis Wackernagel, Gründer und Vorsitzender des Global Footprint Network, erklärte anlässlich des diesjährigen Earth Overshoot Day in einem UmweltDialog-Interview: "Ohne unseren Ressourcenhunger radikal und schnell umzulenken, werden wir nicht nur einiges an Biodiversität verlieren, sondern auch schon für heute lebende Generationen die Lebensgrundlagen enorm schwächen. Wirtschaften mit der Natur und nicht gegen sie, sehe ich als einzigen Weg".

Ökopapier ist kein Nischenprodukt mehr

Was bedeutet das für Unternehmen? In immer mehr Betrieben gewinnen eine nachhaltige Nutzung und Wiederverwertung von Ressourcen an Bedeutung. Papier stellt hierbei eine wichtige Stellschraube dar, ist es doch Teil beinahe jedes Geschäftsprozesses und trotz fortschreitender Digitalisierung nicht aus dem (Büro-)Alltag wegzudenken. Schätzungen der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) zufolge beträgt der deutschlandweite Verbrauch allein für Büropapiere rund 600.000 Tonnen pro Jahr. Deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen greifen deshalb im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsengagements verstärkt auf Recyclingpapier zurück – ein Trend, der sich laut einer Studie im Auftrag der IPR auch in Zukunft fortsetzen wird.

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Recyclingpapier punktet nicht nur in Sachen Umwelt

Aus gutem Grund: Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, ist Recyclingpapier gewöhnlichem Papier aus frischen Holzfasern unter Umweltgesichtspunkten klar überlegen – das gilt nicht nur für graphische Papiere wie Zeitungs-, Zeitschriften-, Schreib- und Kopierpapier, sondern auch für viele weitere Produkte wie Taschentücher, Kartons und Toilettenpapier. Da für Altpapier kein Holz gerodet werden muss, schont Recyclingpapier wertvolle Waldressourcen. Darüber hinaus zeigen sich deutliche Einspareffekte bei der Produktion: Im Vergleich zu Primärfaserpapieren lassen sich bei der Herstellung von Umweltpapieren rund 60 Prozent Wasser und Energie einsparen. Zudem ist der CO2-Ausstoß bei Recyclingprodukten zwischen 50 Prozent und 20 Prozent niedriger als bei konventionell hergestellten Papieren. Recyclingpapier überzeugt aber nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten, sondern beispielsweise auch bei der Optik. Zudem lässt es sich ebenso gut archivieren wie Frischfaserpapier.

Markt für Umweltpapiere wächst

Als Großhandelsgruppe für den Vertrieb moderner Kommunikationsträger hat Antalis täglich mit Papierprodukten zu tun. Rund 1,8 Millionen Tonnen Papier liefert das Unternehmen mit Sitz in Köln jährlich an seine Kunden weltweit aus – darunter eine wachsende Anzahl umweltfreundlicher Produkte, die unterschiedliche Anteile an Recyclingfasern enthalten und beispielsweise die Gütesiegel des "Forest Stewardship Council" (FSC) und des "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" (PEFC) tragen. Beide Organisationen setzen sich für die Förderung einer umweltfreundlichen, sozial verträglichen und ökonomisch tragfähigen Waldbewirtschaftung ein. Die Siegel garantieren außerdem, dass alle Betriebe in der Produktkette (Chain of Custody) zertifiziert sind und denselben strengen Anforderungen entsprechen – ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Papierprodukts. Inzwischen sind 74,4 Prozent aller Antalis-Produkte FSC- oder PEFC-zertifiziert. Damit zählt Antalis zu den Vorreitern in seiner Branche und ist auf einem guten Weg hin zu dem Ziel, sich als führendes ökologisches Unternehmen in der Papierindustrie zu positionieren.

Um auch seine Kunden dabei zu unterstützen, umweltfreundlichere Papiere einzusetzen, hat Antalis das Bewertungssystem "Green Star" entwickelt. Im Rahmen des Rankingsystems kennzeichnet Antalis seine Produkte je nach Umweltverträglichkeit mit null bis fünf Sternen, wobei gilt: je mehr Sterne, desto nachhaltiger. So lässt sich einfach und schnell erkennen, wie nachhaltig ein Produkt ist.

Wie viel teurer ist Recyclingpapier?

Aber rechnet sich der Einsatz von Recyclingpapier auch ökonomisch betrachtet? In einer gemeinsamen Studie haben Antalis, Arjowiggins Graphic und EcoAct im Oktober 2015 sieben Kommunikationsprojekte unter anderem daraufhin analysiert. Verwendet wurden Papiere aus dem Sortiment von Antalis. Jedes Projekt – ob vierseitiger Flyer oder 90-seitiger Nachhaltigkeitsbericht – wurde auf drei oder vier verschiedenen Papiertypen gedruckt.
Die sieben Agenturen, die sich mit ihren Projekten an der Studie beteiligten, wurden aufgefordert, den finanziellen Aufwand aller Projekte anhand einer reellen Vorlage über alle Prozessphasen hinweg – von der Gestaltung über den Druck bis hin zum Versand der Drucksache – einzuschätzen. Für jedes Projekt und jedes dafür verwendete Papier wurden so die Durchschnittskosten für jeden einzelnen Prozessschritt berechnet. Durch Addition der Kosten pro Phase konnten anschließend die Durchschnittskosten eines gedruckten Kommunikationsprojekts nach Papiertyp ermittelt werden.

Das Ergebnis: die Verwendung von Recyclingpapier hat im Vergleich zu der Verwendung von Frischfaserpapier, das FSC- oder PEFC-zertifiziert ist, durchschnittlich Mehrkosten von 0,1 bis 3,7 Prozent zur Folge – ein kleiner Mehraufwand mit großem Effekt für die Umwelt.

Bei den getesteten Papiertypen handelte es sich beispielsweise um das mit fünf Sternen ausgezeichnete Papier "Digigreen", das FSC-zertifiziert ist und einen hohen Anteil an Recyclingfasern (60 Prozent) aufweist. Zudem erfüllt es die Standards des EU-Ecolabels, der Norm ISO 14001 sowie der Chemikalienverordnung REACH. Ebenfalls Teil der Studie war das matt gestrichene Antalis-Papier "Cyclus Print" aus 100 Prozent Altpapier mit Naturweiß-Look, das etwa für den Druck einer 16-seitigen Zeitschrift zum Einsatz kam. Das Papier "Satimat Green" wiederum, auf dem beispielsweise ein Jahresbericht gedruckt wurde, hat einen Altpapieranteil von 60 Prozent und einen Frischfaseranteil von 40 Prozent, wobei letzteres FSC-zertifiziert ist.

Quelle: UmweltDialog
 

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