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Innovation & Forschung

Ist Singapur das Silicon Valley Südostasiens?

Singapur steht auf Platz eins in der Rangliste für Wettbewerbsfähigkeit des Weltwirtschaftsforums 2019 – noch vor den USA und Hongkong. Der Insel- und Stadtstaat südlich vor Malaysia gilt außerdem als wichtiger Standort für Innovationen und neue Ideen. Kein Wunder also, dass sich große (und kleine) Firmen aus aller Welt in dem Tigerstaat ansiedeln.

06.08.2020

Ist Singapur das Silicon Valley Südostasiens?

Viele Menschen auf wenig Platz: 5,6 Millionen Einwohner hat Singapur – und das auf einer Fläche, die gerade mal so groß ist wie Hamburg (dort leben etwa 1,8 Millionen Menschen). Futuristische Gebäude, moderne Hochhäuser und ganz viel Grün prägen daher das Stadtbild. Die Gesetze in Singapur sind streng, trotzdem herrscht dort die parlamentarische Demokratie. Die Wirtschaftspolitik der Regierung (seit mehr als 50 Jahren regiert dort ein und dieselbe Partei) ist pragmatisch: „Offiziell herrscht Kapitalismus. Die niedrigen Steuern haben zahllose Banken und Firmen ins Land gelockt“, heißt es in einem Beitrag von Deutschlandfunk Kultur. Zudem profitiert der Tigerstaat vom Niedergang Hongkongs, die Wirtschaft boomt seit Jahren und der Innovationshype ist nach wie vor ungebremst. Das Handelsblatt bezeichnete Singapur sogar als „Asiens Musterländle“.

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Etwa 900 Patentanmeldungen pro Jahr kommen auf eine Millionen Einwohner (hierzulande sind es nur knapp über 300), so der Industrieanzeiger. Und fast die Hälfte der Exporte sind High-Tech-Produkte. Das liegt nicht zuletzt auch an den Bemühungen der Regierung. Diese unterstützt zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Research, Innovation and Enterprise Plan 2020“ die öffentliche Forschung im Bereich „Advanced Manufacturing“ – also innovative Technologien wie die Industrie 4.0 – mit zwei Milliarden Euro. Noch einmal 2,5 Milliarden Euro investiert die Regierung außerdem in die Bereiche Gesundheitswissenschaften und die Biomedizin.

„Smart Nation Singapore“

Darüber hinaus will das Land zur „Smart Nation“ werden und hat bereits 2014 eine entsprechende Initiative ins Leben gerufen. „Für digitale Innovationen bietet Singapur beste Voraussetzungen. Zukunftsgerichtete politische Planung, gepaart mit hervorragender Infrastruktur auf begrenzter Fläche, machen den Stadtstaat zu einem Experimentierfeld für neue Technologien“, meint Katharina Naumann, Programm-Managerin Digitalisierung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, in einem Länderbericht zu Singapur. Mittlerweile lassen sich zum Beispiel viele Behördengänge digital erledigen, seit 2015 gibt es die digitale Gesundheitsakte. Außerdem treibt die Regierung die Entwicklung selbstfahrender Busse voran. Einige davon sind auch bereits auf Universitätsgeländen unterwegs.

Viele weltweit tätige Unternehmen wissen die Innovationskraft Singapurs zu schätzen. So eröffnete Siemens in dem Tigerstaat vor etwa drei Jahren einen Digitalisierungs-Hub. Gemeinsam mit seinen Kunden aus Südostasien entwickelt das Unternehmen dort Innovationen im Bereich Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0. „Singapur ist eine der bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt. Es steht für Exzellenz, langfristige Planung und fortschrittliches Denken. Siemens wird ein zentraler Partner sein, um Singapur auf dem Weg zur neuen digitalen Wirtschaft zu unterstützen“, so Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, zur Gründung des Hubs. Bis 2022 sollen bis zu 300 Experten unterschiedlicher Fachrichtungen im Digitalisierungs-Hub arbeiten. Sie entwickeln unter anderem innovative Mobilitätslösungen, Lösungen für smarte Gebäude oder auch eine Software-Plattform für Energiemanagement.

(K)ein Elektroauto und ein Forschungszentrum

Das große Potential Singapurs hat auch James Dyson erkannt. Er kündigte voriges Jahr an, den Hauptsitz seines Unternehmens Dyson von Großbritannien in den Insel- und Stadtstaat zu verlegen. Der Umzug ins neue Hauptquartier, die St James Power Station, soll 2021 erfolgen. Eigentlich wollte das Technologieunternehmen, das vor allem für seine beutellosen Staubsauger bekannt wurde, in Singapur außerdem sein Elektroauto produzieren. Das Projekt scheiterte letztlich aber an den hohen Kosten, die Abteilung für Automobilentwicklung wurde aufgelöst, berichtete die FAZ: „Wir sehen keine Möglichkeit mehr, die Wirtschaftlichkeit (des Projektes) zu erreichen. Wir haben ernsthaft nach einem Käufer für das Projekt gesucht, was unglücklicherweise bis heute aber ohne Erfolg blieb“, erklärte James Dyson in einer Email an seine Mitarbeiter. Nun will man an neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Batterien arbeiten. Für den Unternehmer und Erfinder ist Singapur offenbar aber nicht nur ein Ort zum Arbeiten, sondern auch zum Leben: Er kaufte dort das höchste und teuerste Penthouse – inklusive Infinity Pool.

Das Dyson Elektroauto war nicht wirtschaftlich.zoom
Das Dyson Elektroauto war nicht wirtschaftlich.

Einen Ort für die innovative und zukunftsweisende Forschung sieht wiederum Evonik in Singapur. 2018 eröffnete das Spezialchemieunternehmen dort ein Forschungszentrum für Ressourceneffizienz. Es liegt in der Biopolis, Singapurs Forschungsstadt. Dort kommen Wissenschaftler und Ingenieure aus aller Welt zusammen. „Dieses Zentrum ist ideal gelegen, um Innovationen für unser Segment Resource Efficiency voranzutreiben und zukunftsorientierte Lösungen und Technologien für unsere Kunden weltweit zu entwickeln“, begründete Dr. Claus Rettig, Vorsitzender der Geschäftsführung von Evonik Resource Efficiency, die Standortwahl. „Darüber hinaus möchten wir unseren Mitarbeitern ein inspirierendes und kreatives Forschungsumfeld bieten, das eine agile und flexible Arbeitskultur fördert.“

Mit Robotern gegen Corona

Bei der Bekämpfung von Covid-19 kommt in Singapur – neben anderen Maßnahmen – auch Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. Spot, ein Roboter-Hund, läuft zum Beispiel durch Parks und erinnert die Besucher an die Abstandregeln, berichtete die Tagesschau im Mai. Ganz alleine ist er aber nicht unterwegs. Im Kontrollzentrum sitzt ein Officer, der Spot von dort steuert. Wenn die KI bei den Bürgern gut ankommt, soll der Roboter künftig aber auch autonom patrouillieren.

Quelle: UmweltDialog
 

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