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Reporting

Reporting: Evonik setzt Nachhaltigkeitsstrategie konsequent um

Anfang März hat Evonik seinen zwölften Nachhaltigkeitsbericht mit dem Titel „Leading Beyond Chemistry“ veröffentlicht. Dieser fasst zusammen, wie das Spezialchemieunternehmen mit der Umsetzung seiner Nachhaltigkeitsstrategie vorangekommen ist. Drei Themen standen dabei im Mittelpunkt: der Klimawandel, nachhaltige Produkte und Lösungen sowie Circular Economy. UmweltDialog stellt den Bericht näher vor.

30.04.2020

Reporting: Evonik setzt Nachhaltigkeitsstrategie konsequent um

2019 hatte der Evonik-Vorstand die Nachhaltigkeitsstrategie 2020+ verabschiedet. Eine tragende Säule bildet die kontinuierliche Verbesserung der Berichterstattung. Das neue, leserfreundliche Design des Nachhaltigkeitsberichts 2019 zahlt genau hierauf ein. Wie schon sein Vorgänger, ist auch der aktuelle Bericht ausschließlich digital abrufbar. Der Aufbau orientiert sich an den für Evonik wesentlichen Handlungsfeldern der Nachhaltigkeit: „Strategie und Wachstum“, „Compliance und Governance“, „Wertschöpfungskette und Produkte“, „Mitarbeiter“, „Umwelt“ sowie „Sicherheit“. Innerhalb dieses Handlungsrahmens werden die Themen „nachhaltige Produkte / Lösungen“, „Klimawandel“ und „ein effizienter Umgang mit knappen Ressourcen / Circular Economy“ von den Evonik-Stakeholdern als besonders relevant eingeschätzt. Das ergab die im Jahr 2018 zuletzt überprüfte Wesentlichkeitsanalyse. Sie standen deshalb 2019 im Fokus der inhaltlichen Arbeit und werden im aktuellen Bericht besonders ausführlich behandelt. Ein Zeitstrahl mit den Nachhaltigkeitserfolgen von Evonik und ein Überblick über ausgewählte Schlüsselkennzahlen sowie die Top Ten Nachhaltigkeitsziele verdeutlichen gleich zu Beginn, wo sich Evonik in Sachen Nachhaltigkeit sieht und wo der Konzern hin will. Vier Fallbeispiele unterstreichen zudem, wie Evonik seine Vorsätze in die Praxis umsetzt.

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Nachhaltigkeit als Wachstumstreiber

„Grüne“ Produkte und Lösungen mit besonderem Nachhaltigkeitsnutzen in der Anwendung werden immer stärker nachgefragt. Das gilt auch für die Spezialchemieprodukte von Evonik, die etwa in Windrädern, Naturkosmetik oder Desinfektionsmitteln vorkommen. Das belegt auch ein Blick auf die finanziellen Kennzahlen, die Evonik zeitgleich zum Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichte. So fiel der Umsatz 2019 zwar leicht auf 13,1 Milliarden Euro; die Vernetzer hingegen, die als Lackzutat zur Beschichtung von Windkrafträdern eingesetzt werden und aus dem Segment „Resource Efficiency“ stammen, konnten ihren Umsatz steigern. Auch der Bereich Pflegeprodukte aus dem Segment „Nutrition & Care“ entwickelte sich positiv. Die höchsten Wachstumsraten im Kernmarkt Europa seien hierbei mit Naturkosmetik und alternativer Konservierung erzielt worden, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht. In der Case Study zum Thema verweist Evonik etwa auf den Kosmetikrohstoff RHEANCE. Die Substanz beruht vollständig auf pflanzlichem Zucker und kommt ohne den Einsatz tropischer Öle aus. Ebenfalls aus dem Geschäftsbereich Care Solutions hervorgegangen und ein weiteres Beispiel aus dem nachhaltigen Service- und Produktportfolio von Evonik ist die „CAREtain Toolbox“. Das System hält Informationen über wichtige Nachhaltigkeitsaspekte – wie Inhaltsstoffe, Herkunft, Zertifizierungen, biologische Abbaukeit – bereit und sorgt damit für mehr Transparenz.

„Längst hat sich Nachhaltigkeit für viele unserer Geschäfte zu einem Wachstumstreiber entwickelt.“

Ein weiteres wichtiges Ereignis im Berichtsjahr war die Übernahme von PeroxyChem, einem Hersteller von Wasserstoffperoxid (H2O2) und Peressigsäure (PAA). Dabei handelt es sich laut Evonik um zwei der umweltverträglichsten Oxidationsmittel am Markt. H2O2 sei eine nachhaltige, ressourcenschonende Chemikalie, die beispielsweise zur Abwasseraufbereitung oder für unterschiedliche Desinfektionsanwendungen genutzt wird. Auch PAA ist ein hochwirksames Desinfektionsmittel, das in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, in Wäschereien und zur Sterilisation bei medizinischen Anwendungen verwendet wird.

Corona-Pandemie: Evonik hilft mit Desinfektionsmitteln

Desinfektionsmittel sind zurzeit weltweit ein begehrtes Gut. Das weiß man auch bei Evonik. Das Unternehmen hat seine Produktion deshalb angepasst und stellt nicht nur Desinfektionsmittel für den eigenen Bedarf her, sondern hilft unter anderem Krankenhäusern und Apotheken in der Nähe bei dringendem Bedarf aus. Hierfür müssen die Desinfektionsmittel, die nach der Produktion in Großgebinde abgefüllt werden, zunächst in kleinere, handhabbarere Behälter umgefüllt werden. Das geschieht derzeit in der Kleingebinde-Anlage am Standort Essen Goldschmidtstraße.

Neue Umwelt- und Klimaziele

Zu den wichtigsten Elementen der Nachhaltigkeitsstrategie 2020+ zählen nicht nur der Ausbau des nachhaltigen Produktportfolios, sondern auch die Umwelt- und Klimaziele, darunter die Einführung eines globalen Wassermanagements sowie ein neues CO2-Reduktionsziel. Für den Zeitraum von 2013 bis 2020 hatte sich Evonik zum Ziel gesetzt, die spezifischen Treibhausgasemissionen, bezogen auf das Referenzjahr 2012, um 12 Prozent zu senken. Dieses Ziel konnte Evonik mit einer Reduktion um 17 Prozent vorzeitig erreichen. Für die Zukunft hat sich Evonik nun vorgenommen, die absoluten Treibhausgasemissionen bis 2025 gegenüber dem Basisjahr 2008 zu halbieren.

Modellhafte Darstellung des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks von Evonik.
Modellhafte Darstellung des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks von Evonik.

Die Errichtung eines neuen hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks im Chemiepark Marl, dem größten Produktionsstandort von Evonik, soll genau dazu beitragen. Der Bau der Anlage, der bereits begonnen hat, wird von Siemens verantwortet. Die Inbetriebnahme der Anlage, die das letzte Kohlekraftwerk am Standort ersetzen wird, wird auf das Jahr 2022 geschätzt. „Dadurch reduzieren sich unsere CO2-Emissionen um bis zu 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr“, informiert Evonik. Mit dem neuen Kraftwerk stellt Evonik nicht nur die langfristige Energieversorgung für den Chemiepark Marl sicher, sondern sorgt auch dafür, dass künftig rund 2.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden können.

Nachhaltigkeitsanalyse begonnen

Ein weiterer Pfeiler der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Nachhaltigkeitsanalyse 2.0. Basierend auf einer neu entwickelten und extern geprüften Methodik, hat Evonik im Berichtsjahr mit deren Umsetzung begonnen. Die Analyse, die fünf Prozessschritte umfasst, soll bis Ende 2020 vollständig durchgeführt worden sein. In einem ersten Schritt hat Evonik seine Geschäfte in Form von sogenannten PARCs (Product-Application-Region Combinations) in die Analyse einbezogen. Anschließend wurden die als prioritär angesehenen Untersuchungseinheiten anhand verschiedener Marktsignale bewertet. Dazu zählen regulatorische Trends oder der Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs). Zum Schluss der Analyse werden Prädikate für die untersuchten PARCs von „A++“, „A+“, „B“ und „C-" bis „C--" vergeben. Evonik plant, dass der Anteil von Produkten der besten Kategorien („A++“ und „A+“) bei mindestens 30 Prozent liegt und kontinuierlich vergrößert wird. „Die Messbarkeit unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten hat für uns einen hohen Stellenwert“, erklärt Thomas Wessel, für Nachhaltigkeit zuständiges Vorstandsmitglied von Evonik. „Besonders hervorzuheben sind dabei die Ergebnisse unserer Nachhaltigkeitsanalyse, mit der wir unser Portfolio systematisch untersuchen und bewerten.“ Welche Ergebnisse das konkret sind, bleibt abzuwarten.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2019 von Evonik ist hier abrufbar.

Quelle: UmweltDialog
 

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