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Mobilität: Audi punktet mit Nachhaltigkeit

„Die schönste Form nachhaltiger Mobilität“: Audi will sie gefunden haben und hat sie gleich in die neue Unternehmensstrategie „konsequent Audi“ gegossen. Mit der Strategie rückt Nachhaltigkeit auf der Agenda der Ingolstädter weiter nach oben. Erste Erfolge dokumentiert die Volkswagen-Tochter in ihrem Mitte Mai erschienenen Nachhaltigkeitsbericht.

02.06.2020

Mobilität: Audi punktet mit Nachhaltigkeit
Audi hat Mitte Mai seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2019 vorgelegt.

„Bei Audi herrscht eine neue Unternehmenskultur“, sagt Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik, „und darin spielt das Bewusstsein für Nachhaltigkeit eine große Rolle.“ Audi bekenne sich beispielsweise ausdrücklich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, das die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad halten will, und arbeite daran, den eigenen „ökologischen Fußabdruck konsequent zu reduzieren“. Unter anderem wolle man alle Audi-Standorte bis 2025 CO2-neutral stellen. 

30 neue E-Modelle bis 2025

Ablesbar ist die Neuausrichtung auch in der Modellpalette des Konzerns: Die soll bis 2025 um 30 elektrifizierte Fahrzeuge erweitert werden, von denen 20 als reine Elektroautos verkauft werden. Mitte des Jahrzehnts sollen elektrifizierte Fahrzeuge dann 40 Prozent des weltweiten jährlichen Audi-Absatzes ausmachen. Bis 2025 wollen die Ingolstädter außerdem den CO2-Fußabdruck ihrer gesamten Flotte um rund 30 Prozent über deren Lebenszyklus hinweg senken. Spätestens 2050 soll der Konzern dann bilanziell komplett CO2-neutral aufgestellt sein.

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Besonderes Augenmerk legt der Premiumproduzent auf die Senkung von CO2-Emissionen in seiner Lieferkette, unter anderem durch das neue „Audi CO2-Programm“. Ein Grund ist ausgerechnet die zunehmende Elektrifizierung der Fahrzeugflotte. Denn die führt auch dazu, dass ein großer prozentualer Anteil der CO2-Emissionen eines Autolebens in der Lieferkette und der Produktion auftreten – und nicht mehr auf den Straßen. „Wir kalkulieren, dass dies aufgrund der Elektrifizierung im Jahr 2025 fast ein Viertel aller CO2-Emissionen ausmachen wird“, sagt Marco Philippi, Leiter Strategie Beschaffung bei Audi.

Kreislaufwirtschaft vorangetrieben 

2019 haben Philippi und seine Leute sich besonders vor allem um die Werkstoffe Stahl und Aluminium gekümmert, die in der Herstellung besonders energieintensiv und damit klimaschädlich sind. Zusammen mit Zulieferern haben sie über 50 Ideen ersonnen, die unterm Strich ein Einsparpotenzial von satten 1,2 Tonnen CO2 pro Auto aufzeigen. Ähnliche Potenziale birgt das Schließen von Stoffkreisläufen: Um weniger neu hergestelltes Aluminium in der Produktion einzusetzen, hat Audi beispielsweise einen sogenannten „Aluminium Closed Loop“ etabliert. 

Aluminiumblech-Verschnitte, die im Presswerk anfallen, schickt Audi in diesem Rahmen an den Lieferanten zurück, der sie aufbereitet und neu verarbeitet. Die so hergestellten Alubleche gehen anschließend wieder an die Fertigungsbänder. Die Energieeinsparung liegt nach Unternehmensangaben bei bis zu 95 Prozent, die Wiederverwertungsquote bei annähernd 100 Prozent. 2019 konnte Audi so etwa 150.000 Tonnen CO2 vermeiden. In den kommenden Jahren sollen weitere Werke an den Aluminium-Closed-Loop-Prozess angebunden werden. Das Werk in Ingolstadt ist es seit Januar 2020. Das Werk im ungarischen Győr soll 2021 folgen.

Audi Brussels: Luftaufnahme des CO2-neutralen Standortszoom
Audi Brussels: Luftaufnahme des CO2-neutralen Standorts

Fertigung in Brüssel bereits klimaneutral 

Das Werk in Győr will der Autobauer außerdem noch dieses Jahr bilanziell CO2-neutral stellen. Möglich machen dies unter anderem eine Geothermieanlage zur Wärmeversorgung und die laut Audi größte Photovoltaik-Aufdachanlage Europas, platziert auf den beiden Logistikzentren des Standorts. Auf einer Fläche von sagenhaften 160.000 Quadratmetern kann sie eine Spitzenleistung von bis zu zwölf Megawatt erbringen. Vorbild ist das Werk in Brüssel, das auf insgesamt 89.000 Quadratmetern Sonnenenergie „erntet“. 

In Brüssel haben die Ingolstädter schon vorexerziert, wie ein ganzes Werk CO2-neutral gestellt werden kann. Es beherbergt die nach Unternehmensangaben weltweit erste zertifizierte CO2-neutrale Großserienfertigung im Premium-Segment. Alle Prozesse innerhalb der Fertigung laufen mit erneuerbaren Energien. Wo dennoch Emissionen entstehen, kompensiert Audi sie durch Investitionen in Ökoprojekte. Um die Artenvielfalt rund ums Werksgelände zu fördern, wurden auch noch Magerwiesen mit einheimischen Pflanzenarten gesät.

Nachhaltigkeit trotz SUVs? 

Ein Ende des Trends zu großen, schweren Fahrzeugen wie SUVs erwartet man in Ingolstadt nicht. „Der Trend zu den SUVs ist ungebrochen“, sagt Hildegard Wortmann, Vorständin Vertrieb und Marketing bei Audi. Die Kunden wünschten dies so. Deshalb sei es an Audi, „den Spagat zu schaffen, dem Kunden einen SUV zu bieten, den er ohne schlechtes Gewissen fahren kann“. Mit dem Audi e-tron, dem ersten Elektroauto mit den vier Ringen, ist das laut Wortmann gelungen. Er zeige, dass „ökologisches Bewusstsein und SUVs aus unserer Sicht nicht im Widerspruch stehen.“

Dass die Nachhaltigkeit ein Trendthema ist, das irgendwann wieder von der Agenda verschwindet, glaubt Wortmann übrigens nicht. Nachhaltigkeit sei vielmehr „entscheidend für unser aller Zukunft“ – weswegen sich auch die Marke Audi daran messen lassen müsse. Das Wichtigste dabei, sagt Wortmann, sei Authentizität: „Die Kunden merken direkt, ob man ein Thema nur halbherzig angeht oder ob wirklich Substanz dahintersteckt.“

Über den Bericht

Der Ingolstädter Premiumwagenproduzent Audi hat seinen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2019 vorgelegt. Er dokumentiert auf 127 Seiten, wie die neue Unternehmensstrategie „konsequent Audi“ das Thema Nachhaltigkeit aufgreift und umsetzt. Der Mitte Mai veröffentlichte Bericht wurde nach dem Standard der Global Reporting Initiative in der „Option Kern“ erstellt und folgt der aus den Vorgängerberichten bekannten Grundstruktur mit den Kapiteln „Strategie“, „Wirtschaften und Integrität“, „Produkte und Services“, „Wertschöpfung und Produktion“ sowie „Mitarbeiter und Gesellschaft“.

Quelle: UmweltDialog
 

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