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19.09.2019

Reporting

Verpackungsmüll: McDonald’s will aufräumen

Etwas mehr als zwei Millionen Kunden täglich besuchen in Deutschland ein McDonald’s Restaurant. Das führt zu großen Mengen an Verpackungsmüll. In ihrem neuen Nachhaltigkeitsbericht kompakt informiert die Fast-Food-Kette, welche Strategien sie dagegen entwickelt hat, was bisher erfolgreich war und an welchen Baustellen noch weitergearbeitet werden muss. UmweltDialog hat ihn sich näher angeschaut.

Verpackungsmüll: McDonald’s will aufräumen

Es war ein gutes Jahr für McDonald’s Deutschland: 2018 stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr von 3,2 auf 3,5 Milliarden Euro. Mit knapp 24 Prozent Marktanteil ist das Unternehmen damit hierzulande Marktführer in der Systemgastronomie. Das erfährt man in dem neuen Nachhaltigkeitsbericht kompakt, den McDonald’s Ende August 2019 gemeinsam mit zusätzlichen Daten und Fakten veröffentlicht hat. Die gute Umsatzentwicklung hat natürlich auch ihre Auswirkung an anderer Stelle: So fielen in den Restaurants fast 50.000 Tonnen Verpackungen an. Zum Vergleich: 2017 waren es knapp über 47.000 Tonnen. Den Großteil (71 Prozent) machten dabei Pappe, Papier und Karton aus. Immerhin: 100 Prozent des Frischfaserpapiers ist FSC- oder PEFC-zertifiziert.

Fahrplan gegen Verpackungsmüll

Gegen die Verpackungsflut will McDonald’s Deutschland vorgehen: „Mit unserem Fahrplan zur Reduzierung von Plastik- und Verpackungsmüll knüpfen wir hier an, um dies zu reduzieren“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht. Bereits seit längerem serviert die Fast-Food-Kette in den Restaurants der Zukunft Heißgetränke, die vor Ort konsumiert werden, nur noch in Glas- und Porzellangeschirr. So sparte man im vergangenen Jahr zirka 30 Millionen Einweg-Papierbecher. Bis Ende 2019 soll das Konzept in allen Restaurants in Deutschland eingeführt werden.

Die Shakes werden nach Umstellung im Papierbecher mit einer alternativen Lösung zum Plastikstrohhalm ausgegeben.

Um zu testen, was sich im Gastronomiealltag außerdem noch gut umsetzen lässt, startete McDonald’s im Juni 2019 ein Live-Experiment. Im „Better M Store“, einem Modellrestaurant für weniger Verpackung und Müll, konnten die Gäste eine Woche lang Alternativen zu Plastiklöffel, Pappkarton und Co. ausprobieren und dem Unternehmen direkt Feedback geben. Im Anschluss daran entstand eine Strategie zur Reduzierung von Plastik- und Verpackungsmüll. So will die Fast-Food-Kette im Jahr 2020 bei den Desserts fast komplett auf Plastik verzichten. Beim McFlurry werden Plastikdeckel und -löffel verbannt und auch andere Dessertverpackungen sollen mit wesentlich weniger Kunststoff auskommen. Dadurch will McDonald’s knapp 1.000 Tonnen Plastik im Jahr einsparen. Bis Ende 2019 wird außerdem die vierer-Box Chicken McNuggets statt im Karton in einer Papiertüte serviert, die Plastikhalter bei den Luftballons sollen ganz wegfallen.

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Im April 2019 passte McDonald’s außerdem sein Entsorgungskonzept an. Die Getränkebecher aus Papier werden nun zu Gipskartonplatten und Hygienepapier weiterverarbeitet. Dadurch können pro Jahr etwa 1.000 Tonnen Papierbecher stofflich recycelt werden. Weitere Recyclingmöglichkeiten, zum Beispiel zurück zu Papier, testet die Systemgastronomie-Kette ebenfalls.

Mehr Umsatz – mehr CO2 

Beim Thema Klima will McDonald’s Deutschland weiter nachlegen. Schon im März 2018 setzte sich das Unternehmen ein von der Science Based Targets Initiative (SBTi) genehmigtes Klimaziel: Bis 2030 strebt man an, die CO2-Emissionen in den Restaurants um 36 Prozent senken. In der Lieferkette sollen die Emissionen pro Tonne Produkt um 31 Prozent verringert werden (im Vergleich zu 2015). Dem Ziel näher gekommen ist man im vergangenen Jahr aber noch nicht. 2018 setzte das Unternehmen insgesamt etwa 1,44 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre frei. Im Jahr davor waren es nur 1,38 Millionen Tonnen. Den Anstieg führt McDonald’s auf die gestiegene Anzahl an Restaurants, die noch keinen Ökostrom beziehen, zurück. Außerdem sorgte die gute Nachfrage für einen höheren Verbrauch an Rohwaren, was wiederum zu einem Anstieg an Treibhausgasen führte. Mit einem Anteil von 87 Prozent verursachen die Landwirtschaft und die Verarbeitung der Produkte nämlich den größten Anteil an CO2.

McDonald's Rnder-Laufstall

Mit BEST Beef 2.0 gegen Treibhausgase

Daher setzt die Schnellrestaurant-Kette genau hier an: „Wir arbeiten mit unseren Lieferanten intensiv daran, die klimaschädlichen Emissionen in unserer Lieferkette zu senken.“ So zum Beispiel im Rahmen des Programms „BEST Beef“, mit dem McDonald’s die Rindfleischerzeugung nachhaltiger machen will. Vergangenes Jahr überarbeitete das Unternehmen die Teilnahmebedingungen und verabschiedete „BEST Beef 2.0“. Das Ziel des Programms: bessere Tiergesundheit, weniger CO2-Emissionen und eine tiergerechtere Haltung. Zudem wurde ein Best Practice-Programm aufgesetzt, in dem unter anderem Pilotprojekte zur Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen gestartet werden sollen. Insgesamt 3.624 Landwirte nahmen 2018 an dem „BEST Beef“-Programm teil. Knapp sieben Prozent des von McDonald’s verwendeten Rindfleisches stammen aus dem Programm.

Auch abseits davon engagiert sich das Unternehmen für das Tierwohl. So verzichtet die Systemgastronomie-Kette in allen Produkten auf Käfigeier. In Dips, Soßen und Frühstücksprodukten werden nur Freilandeier verwendet. Zahlreiche Produkte sind außerdem vom MSC, asc oder von der Rainforest Alliance zertifiziert. Neu im Angebot ist zudem seit April 2019 der erste vegane Burger „Big Vegan TS“.

Über den Bericht

McDonald’s Deutschland veröffentlichte den „Nachhaltigkeitsbericht 2018 kompakt“ Ende August 2019 gemeinsam mit zusätzlichen Daten und Fakten. Er wurde nach dem Standard der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Die wichtigsten Kennzeichen prüfte die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit dem vorliegenden Bericht informiert McDonald’s über die wichtigsten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritte im Geschäftsjahr 2018. Alle zwei Jahre veröffentlicht das Unternehmen außerdem einen ausführlichen Nachhaltigkeitsbericht, der durch einen kompakten Bericht ergänzt wird.

Quelle: UmweltDialog
 

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