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17.05.2019

Reporting

Evonik will mit CO2-Preis Investitionen lenken

Mit einem Preis für CO2 das Klima schützen: In der Politik wird diese Idee derzeit wieder heiß diskutiert. Ende offen. Der Spezialchemiekonzern Evonik ist da schon weiter. Mit einem unternehmensinternen CO2-Preis wollen die Essener in Zukunft die Steuerung wichtiger Investitionen ergänzen.

Evonik will mit CO2-Preis Investitionen lenken

Das hat das börsennotierte Unternehmen Anfang März bei der Vorstellung der Ergebnisse des Geschäftsjahres 2018 angekündigt. Die CO2-Bepreisung soll dem Konzern beim Erreichen seiner Umwelt- und Klimaschutzziele helfen, die der Vorstand in der neuen Nachhaltigkeitsstrategie 2020+ formuliert hat. Sie sieht unter anderem vor, die Treibhausgasemissionen des Konzerns bis zum Jahr 2025 um 50 Prozent zu senken. Messgröße ist das Basisjahr 2008.

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Dienst am Kunden: CO2 vermeiden helfen 

Außerdem will die Konzernleitung den Anteil von Produkten und Lösungen mit besonderem Nachhaltigkeitsnutzen am Gesamtportfolio ausweiten. Den Angaben zufolge erwirtschaftet Evonik bereits heute rund die Hälfte seines Umsatzes mit solchen Anwendungen. Beispielsweise mit neuartigen Dämmstoffen für Fassaden oder mittels Additiven für die Autoindustrie, die den Rollwiderstand von Reifen senken und so Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß mindern. 

Wie stark der Effekt ist, wie sehr diese Produkte im Vergleich zu konventionellen Alternativen beim Klimaschutz helfen, hat Evonik für diese und zwei weitere „grüne“ Lösungen, über den Lebenszyklus der Anwendungen bereits ermittelt. Im Jahr 2017, für das die aktuellsten Daten vorliegen, summierten sich die Einsparungen demnach auf etwas über 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid beim Kunden. 2012, zu Beginn der Messreihe, waren es noch 60 Millionen Tonnen, 2014 dann schon über 90 Millionen Tonnen. Zurückzuführen ist das laut Evonik auf höhere Verkaufsmengen.

„Grüne Fotosynthese“ in Mache

Kein Wunder also, dass der Vorstand das Gesamtportfolio künftig weiter auf „grün“ trimmen will. Helfen soll dabei auch eine Kooperation mit Siemens, die sich seit Anfang 2018 der Kopplung von Elektrolyse und Fermentation widmet –um das zu erreichen, was Fachleute als „künstliche Fotosynthese“ bezeichnen. Eine Versuchsanlage wird gerade am Evonik-Standort in Marl gebaut. Sie soll 2021 in Betrieb gehen und dann aus Öko-Strom und CO2 sowie mithilfe von Bakterien Chemikalien wie Butanol oder Hexanol umweltfreundlich produzieren.

2018 hat Evonik zudem ein neues Forschungszentrum in Singapur eröffnet. Es widmet sich der Ressourceneffizienz, genauer: Funktionsoberflächen und der additiven Fertigung und soll die internationale Ausrichtung der Konzernforschung vorantreiben. Das Zentrum reiht sich in das Forschungs- und Entwicklungs-Netzwerk des Konzerns mit 40 Standorten und rund 2.780 Beschäftigten ein. 459 Millionen Euro standen ihnen 2018 für Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Evonik hat das erste Forschungszentrum mit dem Themenschwerpunkt Ressourceneffizienz in Singapur eröffnet.
Evonik hat das erste Forschungszentrum mit dem Themenschwerpunkt Ressourceneffizienz in Singapur eröffnet.

Mehrwert für Volkswirtschaft 

Wirtschaftlich war das vergangene Jahr für Evonik ein gutes. Der Konzern ist 2018 erneut kräftig gewachsen. Das Betriebsergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, der Umsatz legte um vier Punkte auf 15 Milliarden Euro zu. Folgt man der Konzernzentrale, sind das auch gute Nachrichten für die Bundesrepublik. Denn mit jedem Euro Wertschöpfung schafft Evonik nach eigener Berechnung zusätzliche 1,50 Euro gesellschaftlichen Mehrwert, etwa durch Investitionen seitens Evonik oder durch Konsumausgaben der eigenen Beschäftigten sowie der der Lieferanten.

Ein ähnliches Bild ergibt sich nach Unternehmensangaben bei den öffentlichen Einnahmen und Arbeitsplätzen: Jeder Euro, den Evonik in Deutschland an Steuern und Gebühren zahlt, führt demnach zusätzlich zu 0,14 Euro öffentlichen Einnahmen, etwa durch Steuerzahlungen von Lieferanten oder Mitarbeitern. Außerdem sichere ein Evonik-Mitarbeiter weitere 2,7 Arbeitsplätze außerhalb des Unternehmens, schreibt der Konzern. Grundlage der Berechnungen ist eine sogenannte Impact-Analyse, die Evonik auch auf ökologische und soziale Themen anwendet und erstmals im Nachhaltigkeitsbericht 2017 beschrieben hat.

Ziele für morgen und übermorgen

Und künftig? Da haben sich die Essener in Sachen Nachhaltigkeit noch einiges vorgenommen. Eine im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht aufgeführte Liste nennt drei Dutzend öko-soziale Ziele für die kommenden zwei Jahre. So soll unter anderem die begonnene Impact-Anaylse fortgeführt werden, ebenso die Nachhaltigkeitsaudits der Lieferanten oder die Reduzierung von Abfall oder Wasserverbrauch. Die spezifischen Treibhausgasemissionen – die der Konzern seit 2008 um rund 30 Prozent drücken konnte – sollen bis 2025 um weitere 20 Prozent sinken.

Außerdem will das Unternehmen überprüfen, inwieweit es die 17 Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) stärker in seinem Geschäft berücksichtigen kann. Dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht zufolge zahlen heute bereits mehr als 80 Prozent des Konzernumsatzes positiv auf die SDGs ein. Gleichzeitig helfen sie dem Konzern, die eigene Nachhaltigkeitsstrategie zu schärfen. Das, sagt Ralf Kelle, Vice President Sustainable Development, „hilft uns, neue Geschäftschancen zu identifizieren und zu nutzen“.

Über den Bericht

Der Evonik-Nachhaltigkeitsbericht 2018 trägt den Titel „Zukunftsfähigkeit ist unser Geschäft“ und ist der mittlerweile elfte der Reihe. Erstellt wurde er in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative in der Option „Kern“. Darüber hinaus orientiert der Bericht sich an den zehn Prinzipien des UN Global Compact und stellt die diesbezügliche Fortschrittsmitteilung von Evonik dar. Einzelne Kapitel des Berichts wurden einer betriebswirtschaftlichen Prüfung durch PricewaterhouseCoopers unterzogen.

Quelle: UmweltDialog
 

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