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27.10.2015

Reporting

Tchibo legt Nachhaltigkeitsbilanz für das Jahr 2014 vor

Unternehmen brauchen ein Ziel. Das des Hamburger Familienunternehmens Tchibo lautet: eine 100 Prozent nachhaltige Geschäftstätigkeit. „An diesem Ziel bemessen wir den Erfolg unserer Arbeit“, sagt Vorstandschef Dr. Markus Conrad. Ihm werde sich der Konsumgüter- und Einzelhandelskonzern „weiterhin mit Nachdruck stellen“. Was die Hamburger dabei im vergangenen Jahr erreichen konnten, zeigen sie in ihrer neuen Nachhaltigkeitsbilanz. Sie dokumentiert etliche Fortschritte.

Tchibo legt Nachhaltigkeitsbilanz für das Jahr 2014 vor zoom
Mit dem Programm Worldwide Enhancement of Social Quality (WE) unterstützt Tchibo die Lieferanten seines Sortiments.

Etwa beim Kaffee, dem Produkt, das wohl die meisten Deutschen mit Tchibo verbinden. Hier konnte das Familienunternehmen den Anteil nachhaltigen Kaffees im vergangenen Jahr weiter erhöhen. Mittlerweile genügen 34,3 Prozent des von Tchibo bezogenen Rohkaffees anerkannten Nachhaltigkeitsvorgaben, etwa dem Basisstandard 4C oder den Kriterien der Rainforest Alliance. 2013 waren es rund vier Prozent weniger. 2010 lag der Anteil noch bei rund zehn Prozent.

Weniger bekannt sein dürfte, dass Tchibo mittlerweile zum weltweit drittgrößten Anbieter von Bio-Baumwolle aufgestiegen ist. 2014 verarbeiteten die Lieferanten des Konzerns knapp 6.000 Tonnen Bio-Baumwolle für dessen Sortiment an Hosen, Hemden oder Röcken. Das ist genug für rund 75 Prozent der von Tchibo verkauften Textilien. Nächstes Jahr sollen es weitere zehn Prozent mehr sein.

Daneben hat sich der Konzern 2014 verpflichtet, bis spätestens 2020 gefährliche Chemikalien aus der textilen Lieferkette zu verbannen. Maßgabe dafür ist der sogenannte DETOX-Standard von Greenpeace. Auch dem von der Bundesregierung angestoßenen „Bündnis für Nachhaltige Textilien" hat sich Tchibo dieses Jahr als eines der ersten Unternehmen angeschlossen. Das Bündnis will die sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedingungen entlang der Lieferketten in der weltweiten Textil- und Bekleidungswirtschaft verbessern.

„Partnerschaftliche Zusammenarbeit vor Ort“

Vorstandschef Conrad sagt, auf dem Weg zur komplett nachhaltigen Geschäftstätigkeit vertraue sein Haus nicht nur auf Zertifizierungen und Standards. Tchibo ergänze diese „durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Produzenten und Lieferanten vor Ort“. Ein Beispiel sei das Programm Tchibo Joint Forces (TJF), mit dem der Konzern Kaffeefarmern und -kooperativen hilft, unternehmerisch zu handeln, effizienter zu wirtschaften – und mehr abzusetzen.

Das Programm hilft Kleinfarmern und Kooperativem dabei, Anforderungen anerkannter Standardorganisationen in Sachen nachhaltiger Kaffee zu genügen, und geht mit langfristigen Abnahmevereinbarungen einher. Tchibo zufolge haben es inzwischen 30.000 Kaffeefarmer erfolgreich abgeschlossen, unter anderem in Honduras, Kenia, Kolumbien und Vietnam. Derzeit prüfen die Hamburger eine Ausweitung des Programms nach Brasilien und Guatemala.

Mit dem Programm „Worldwide Enhancement of Social Quality“ (WE) unterstützt Tchibo zudem die Lieferanten seines Sortiments an Gebrauchsartikeln wie Schmuck oder Haushaltswaren. Arbeiter und Manager aus den wichtigsten Einkaufsmärkten prüfen dazu gemeinsam, wie sie die Arbeitsbedingungen in ihrem Betrieb verbessern und nachhaltiger wirtschaften können. 320 Fabriken haben daran bis Ende 2014 teilgenommen. „Inzwischen decken wir rund 75 Prozent unseres Einkaufsvolumens für Gebrauchsartikel mit WE-Lieferanten aus Risikomärkten ab“, so Tchibo-Chef Conrad. Mittelfristig sollen alle strategischen Lieferanten in das WE-Programm einbezogen werden.

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Achim Lohrie, Director Corporate Responsibility bei Tchibo, sagt, „das Programm ist bisher einmalig in der europäischen und internationalen Handelslandschaft.“ Unter anderem wegen des Beitritts zum „Bündnis für nachhaltige Textilien“ der Bundesregierung werde Tchibo jetzt gefordert sein, WE auf die komplette textile Lieferkette zu erstrecken. „Wir werden von der Faserproduktion über das Verspinnen, das Färben sowie Verweben der Fasern bis zur Konfektionierung des fertigen Artikels alle Verarbeitungsstufen in den Blick nehmen“, so Lohrie.

Nachhaltigkeit in den eigenen Reihen

Schon lange in den Blick genommen haben die Hamburger die Nachhaltigkeit in den eigenen Reihen. 2014 konnte Tchibo weitere Fortschritte verzeichnen: Die CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch an den Standorten sind weiter rückläufig, ebenso die transportbedingten Emissionen. Auch der CO2-Ausstoß des Tchibo-Fuhrparks ist weiter gesunken und liegt nun bei 119 Gramm Kohlendioxid je gefahrenem Kilometer. Bis 2020 soll der Flottenwert unterhalb von 95 Gramm CO2 je Kilometer liegen.

Seit vergangenem Jahr bezieht der Konzern zudem fast alle Papiermengen für die Büro- und Kundenkommunikation aus nachhaltigen Quellen. Auch aus ihrem Sortiment schließen die Hamburger Holz aus illegalem Einschlag oder anderen unerwünschten Quellen aus. 40 Prozent der für 2015 hergestellten Holz- und Papierprodukte genügen nach Unternehmensangaben den strengen Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC).

Eine Schlüsselrolle auf dem weiteren Weg zu einer nachhaltigeren Welt sieht Vorstandschef Conrad bei den Verbrauchern. „Sie entscheiden täglich mit ihrer Kaufentscheidung über den Wert gesellschaftlicher Verantwortung.“ Ein Großteil der Tchibo-Kunden scheint diese Einschätzung zu teilen. In einer Umfrage, die der Konzern vergangenes Jahr durchführte, gaben 65 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine nachhaltige Herstellung wichtig sei.

Über den Bericht

Der Hamburger Konsumgüter- und Einzelhandelskonzern gibt in seiner aktuellen Nachhaltigkeitsbilanz einen Überblick über seine ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungen des Jahres 2014. Die Bilanz orientiert sich erstmals an den Leitlinien der vierten Generation der Global Reporting Initiative (GRI G4) und umfasst ebenso die Fortschrittsmitteilung (Advanced Level) des Global Compact der Vereinten Nationen. Die Nachhaltigkeitsbilanz veröffentlicht Tchibo alle zwei Jahre im Wechsel mit einem umfassenderen Nachhaltigkeitsbericht.

Quelle: UmweltDialog
 

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