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Innovation & Forschung

Bioökonomie – Lösungen für eine nachhaltige Zukunft

Bioökonomie: Was ist das eigentlich und wie sehen Innovationen dazu ganz konkret aus? Antworten gibt das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, das jetzt in Münster seine Tour durch 19 Städte gestartet hat. Anhand vieler Praxis-Beispiele und Mitmach-Aktionen erfahren die Besucher eindrucksvoll, wie biologisches Wissen mit technologischen Lösungen zu nachhaltigen Produktion und Prozessen kombiniert werden.

31.07.2020

Bioökonomie – Lösungen für eine nachhaltige Zukunft
Blick in das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft 2020/2021

Bioökonomie bezeichnet die Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren für ein zukunftsfähiges Wirtschaftssystem bereitzustellen. Ganz konkret: Ob Strom aus Bakterien, T-Shirts aus Holz oder kaltem Kaffee, Zahnbürsten und Sonnenbrillen aus Bambus, Waschmittel aus Pilzen oder Proteine aus Insekten: die Lösungen sind mannigfaltig und sehr spannend.

Zum Beispiel können aus einem Kilogramm Holz vier T-Shirts gefertigt werden. So heißt es auf der Informationstafel der MS Wissenschaft: Dafür werden Holzschnipsel mit einem ungiftigen Lösungsmittel gemischt, um die Zellulose zu lösen. Aus dieser honigartigen Masse können Fasern gesponnen werden, aus denen dann das Garn für die Kleidung entsteht. Dieser Stoff ist eine Alternative zu erdölbasiertem Polyester.

Oder das Beispiel der veganen Ledertasche. Veganes Essen ist uns bekannt, aber was ist veganes Leder? Dieses kann aus einem Pilz, dem Zunderschwamm, der an Bäumen gedeiht, hergestellt und zu Taschen verarbeitet werden. Überhaupt kann man mit Pilzen sehr unterschiedliche Produkte erzeugen, da sie sehr vielfältige Stoffwechselwege nutzen.

Im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie zeigt das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, dass eine nachhaltige Wirtschaft auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe möglich ist. Aus Biomüll etwa werden neue Werkstoffe entwickelt, die Plastik und andere erdölbasierte Produkte ersetzen und dabei nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelindustrie stehen. Was wir bei der Lebensmittelproduktion ungenutzt wegwerfen, wie etwa Schalen, Kerne oder Blätter, kann so für ganz andere Dinge verwendet werden und Ressourcen sparen. 

Rund 30 interaktive Exponate zeigen viele Facetten der Bioökonomie. Aber es werden auch ethische und politische Aspekte beleuchtet: Wie nachhaltig sind Biokraftstoffe? Welche Chancen und Risiken gehen mit neuen Methoden der Pflanzenzüchtung einher? Und wie könnte sich die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren? Eindrucksvoll zeigt ein Zeitstrahl, der zur Ausstellungsfläche führt, den Erdüberlastungstag, der immer früher im Jahr eintritt – und bald schon werden wir bei zwei Erdgloben für unseren Verbrauch sein.

Universität Osnabrück: Nahrungsmittel der Zukunft
Universität Osnabrück: Nahrungsmittel der Zukunft

Nahrungsmittel der Zukunft

Die Abteilung Biologiedidaktik der Universität Osnabrück forscht schwerpunktmäßig daran herauszufinden, welche psychologischen Einflüsse eine Rolle spielen, damit Menschen sich nachhaltiger ernähren. Denn der Konsum von Fleisch und seine Produktion trägt immens zum Klimawandel und dem Verlust der biologischen Vielfalt bei. Es wird anschaulich gezeigt, dass Alternativen etwa Nahrungsmittel aus Insekten oder aus Zellkulturen hergestelltes Fleisch, sogenanntes In-vitro-Fleisch, sein können. Bei ihrer Produktion entsteht weniger Kohlendioxid und es wird weniger Wasser und Ackerfläche benötigt. Ein wirtschaftliches Potential, dass auch schon große Lebensmittel-Unternehmen erkannt haben. Aber ob sich die Fleischalternativen durchsetzen, hängt auch von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab.

Die Tour 2020

Das Schiff fährt von Münster zunächst Richtung Ruhrgebiet und über Rhein und Main nach Franken, anschließend dann über die Donau bis nach Straubing. Dort endet die diesjährige Tour am 17. Oktober. Im Jahr 2021 wird die Ausstellung in vielen weiteren Städten zu sehen sein. An Bord gelten Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht. Der Eintritt ist frei.

Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft tourt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch Deutschland. Wissenschaft im Dialog (WiD) realisiert die Ausstellung mit Unterstützung der hinter WiD stehenden Wissenschaftsorganisationen. Die Exponate, die direkt aus der Forschung stammen, werden zur Verfügung gestellt von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und DFG-geförderten Projekten, Hochschulen sowie weiteren Partnern.

Die ersten Anlegestellen:

Münster: 30. Juli – 2. August 2020, Anlegestelle: Stadthafen, Höhe Kunsthalle
Hamm: 3. – 5. August 2020, Anlegestelle: Hafenstraße, hinter Anleger „Santa Monika“
Alle Stationen der Tour auf einen Blick: ms-wissenschaft.de/tour

Informationen zur Ausstellung: ms-wissenschaft.de

Informationen zum Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie: wissenschaftsjahr.de
Öffnungszeiten: Täglich 10–13.30 Uhr und 14.30 –19 Uhr (Donnerstag, 30. Juli, ab 14.30 Uhr; Montag, 3. August, ab 13 Uhr)

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Quelle: UmweltDialog
 

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