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Plastik & Müll

Interface: Ocean Plastic als wertvolle Ressource

Mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll landen pro Jahr weltweit in den Meeren. Sammelaktionen, um die Kunststoffabfälle wieder rauszufischen, lösen das Problem aber nur oberflächlich. Das Firmenkonsortium „NextWave“ arbeitet daher daran, den Müll erst gar nicht ins Meer gelangen zu lassen. Mit der Initiative Net-Works ist auch Bodenbelagshersteller Interface an dem Projekt beteiligt.

01.09.2020

Interface: Ocean Plastic als wertvolle Ressource

Die meisten werden diese Bilder kennen: Delphine, die in Fischernetzen feststecken; Fische, die im Meer in einer Plastikflut schwimmen, oder Schildkröten, die am Strand zwischen Plastiktüten und anderen Kunststoffabfällen liegen. Bis zu 135.000 Meeressäuger und eine Million Meeresvögel sterben jährlich aufgrund des Plastikmülls. Sie verhungern trotz vollem Magen (das Plastik verstopft ihre Verdauungsorgane), sie ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei dem Versuch, sich aus dem Plastik zu befreien, schreibt der NABU. Kunststoff macht etwa 75 Prozent des gesamten Meeresmülls aus, und pro Jahr landen weltweit zirka 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen davon in den Ozeanen. Bis sich das Plastik im Meer zersetzt dauert es lange: Laut WWF können Hunderte bis Tausende Jahre vergehen. Während dieser Zeitspanne zerfällt der Kunststoffmüll in seine Einzelteile und wird zu Mikroplastik. Dieses wird häufig von Meerestieren verzehrt, die schließlich auch auf unseren Tellern landen. Dadurch kann das Mikroplastik wiederum in den menschlichen Organismus gelangen.

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Macht es Sinn, Plastik aus dem Meer zu fischen?

Einige Initiativen versuchen, den Müll aus dem Ozean wieder zu beseitigen. So zum Beispiel das Projekt „The Ocean Cleanup“. Das Team rund um den niederländischen Gründer Boyan Slat setzt dazu einen „Meeresstaubsauger“ ein. Dieser ist mit langen Röhren ausgestattet, an denen der Plastikmüll hängen bleibt. Der so eingesammelte Kunststoff soll dann an Land recycelt werden. Bei der internationalen Initiative „Fishing for Litter“ wiederum holt man Fischer im Kampf gegen den Meeresmüll mit ins Boot. Sie sollen den Müll, der an ihren Netzen hängen bleibt, einsammeln und an Sammelstellen in Häfen kostenlos abgeben. Solche Projekte kratzen aber leider nur an der Oberfläche des Problems, weiß man beim WWF. Denn der Großteil des Plastikmülls sinke auf den Meeresboden, einige Sammelaktionen würden außerdem die Meeresbewohner gefährden: „Es gibt bisher keine vollkommen umweltschonende und effektive Lösung, unseren Plastikmüll wieder aus den Meeren zu entfernen!“, erklärt Melanie Gömmel, Autorin auf dem WWF-Blog. Besser sei es, dass Plastikmüll gar nicht erst ins Meer gelange.

NextWave: Lieferkettennetzwerk für „ozeangebundenen“ Kunststoff

Aktuell ist das Überleben von etwa 700 Arten von Meeresbewohnern durch Plastik bedroht.

An dieser Stelle setzt das branchenübergreifende Firmenkonsortium „NextWave“ an. Initiiert vom Technologieanbieter Dell und der NGO Lonely Whale, hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, ein globales Lieferkettennetzwerk für „ozeangebundenen“ Kunststoff zu etablieren – also für Plastikabfälle, die noch nicht ins Meer gelangt sind, sich aber zirka 50 Kilometer vor einer Wasserstraße oder einem Küstengebiet an Land befinden. Mit seinem Engagement will das Projekt nicht nur die Meere plastikfrei halten, sondern auch aufzeigen, dass Ocean Plastic eine wertvolle und kommerziell nutzbare Ressource sein kann. „NextWave bringt Unternehmen zusammen, die sich erfolgreich in der Kreislaufwirtschaft und/oder im Bereich der Plastikabfälle im Meer engagieren“, heißt es vom Gründungsmitglied Interface. Der Bodenbelagshersteller hat sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedsunternehmen dazu verpflichtet, bis Ende 2025 mindestens 25.000 Tonnen Plastik davor zu bewahren, ins Meer zu gelangen. „Die Zusammenarbeit gleichgesinnter Organisationen ist der Schlüssel zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. NextWave wird das Kunststoffrecycling beschleunigen und dauerhaft positive Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Meere erzielen“, erklärt Interface.

Der Bodenbelagshersteller bringt sich vor allem mit seinem Net-Works-Programm ein. Die branchenübergreifende Initiative entstand in enger Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL). Gemeinsam entwickelte man ein Geschäftsmodell, das nicht nur die Meere vom Plastikmüll befreit, sondern gleichzeitig der Bevölkerung in ärmeren Regionen unterstützt. Denn Fischergemeinden in Entwicklungsländern können ausrangierte Fischernetze einsammeln und schließlich verkaufen. Das Unternehmen Aquafil recycelt die so gesammelten Netze und verarbeitet sie zu Garn weiter. Dieses wiederum verwendet Interface für seine Teppichfliesen. So gelangen weniger „Geisternetze“ ins Meer, wertvolle Ressourcen werden geschützt, und die Fischergemeinden haben eine weitere Einnahmequelle. Das Programm startete zunächst auf den Philippinen; seit 2015 gibt es Net-Works auch in Kamerun.

 
 

Ein Beitrag zu Climate Take Back

Die Initiativen NextWave und Net-Works leisten auch einen wichtigen Beitrag für die Unternehmensstrategie „Climate Take Back“ von Interface. Das Ziel: Die globale Erderwärmung nicht nur zu stoppen, sondern zurückzudrehen: „Es reicht nicht aus, den von uns verursachten Schaden zu begrenzen. Wir müssen darüber nachdenken, ihn umzukehren. Wir wollen unseren Planeten in seinen alten Zustand zurückversetzen und einen positiven Einfluss hinterlassen“, heißt es vom Bodenbelagshersteller. Seine „Mission Zero“ – also das Ziel, alle negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch das Unternehmen vollständig zu vermeiden – hat Interface bereits Ende 2019 erreicht.

Quelle: UmweltDialog
 

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