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26.02.2019

Unternehmenskultur

„+Positive spaces“: Raumdesign zum Wohlfühlen

Was es nicht alles gibt: klimaneutrale Bodenbeläge zum Beispiel und sogar eine Teppichfliese mit negativem CO2-Fußabdruck. Ersonnen haben das die klugen Köpfe bei Interface, einem großen Hersteller modularer Bodenbeläge, der voll auf Nachhaltigkeit setzt – und die auch übers Innendesign im Alltag verankern will. „+Positive Spaces“ nennt sich das Konzept dahinter. UmweltDialog hat es sich angeschaut. Und gestaunt.

„+Positive spaces“: Raumdesign zum Wohlfühlen

Und zwar darüber, was es alles kann: „‚+Positive spaces‘“, heißt es auf der Website zu dem Raumkonzept, mache „Menschen glücklicher“. Sie motivierten sie, ihr Bestes zu geben, machten sie gesünder, unterstützten sie, effektiver zu arbeiten, steigerten das Wohlbefinden, und, und, und. Eine Menge positive Wirkungen sind das, erst recht, vergegenwärtigt man sich, dass es um modulare Bodenbeläge geht, um Teppichfliesen, und wie die gemeinsam mit weiteren Elementen zum Wohlergehen beitragen.

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Die meinen das ernst!

Hat da eine Werbeagentur einfach bisschen dick aufgetragen? Oder meinen die das ernst? System hat es jedenfalls: Das US-Unternehmen mit Deutschlandsitz in Krefeld hat sich voll und ganz der Nachhaltigkeit verschrieben und konnte sich über die Jahre einen Ruf als „grüner“ Pionier der Branche erarbeiten. Durchaus zu Recht: Die auf Nachhaltigkeit spezialisierten Ratingagenturen GlobeScan und SustainAbility führen Interface seit Jahren oben in ihren Ranglisten.

Tatsächlich ist Nachhaltigkeit quasi in der Gründungsgeschichte des US-Konzerns festgeschrieben: Der 2011 verstorbene Interface-Gründer Ray Anderson hatte die Vision, sein Unternehmen aus der Abhängigkeit von petrochemischen Rohstoffen zu führen und ins weltweit erste komplett nachhaltige Unternehmen zu verwandeln. Ambitionen, die fruchteten: Seit 1996 konnte Interface die CO2-Emissionen der eigenen Fertigungsanlagen um satte 92 Prozent senken, den ökologischen Fußabdruck der Produkte um immerhin die Hälfte.

+Positive Ökobilanz

Produkttechnisch können die Amerikaner einige Öko-Innovationen vorweisen: So sind alle Bodenbeläge, ob aus Garn, PVC oder Kautschuk, klimaneutral. Dank Umstellung in der Produktion einerseits, durch Kompensationszahlungen an Klimaschutzprojekte andererseits. Sogar eine erste Konzeptfliese, die mehr CO2 speichert als während der Herstellung abgegeben wird, hat das Unternehmen entwickelt. Möglich macht‘s ein neues, auf pflanzlichem Kohlenstoff basierendes Material, das am Ende der Produktion in einer negativen CO2-Bilanz mündet. Interface beziffert sie auf minus zwei Kilogramm je produziertem Quadratmeter. 

Und „+Positive spaces“: schicke Teppichfliesen und modulare Bodenbeläge, die eben mehr können als klimaneutral auf dem Boden rumliegen. Nämlich Räume schaffen, die positiv auf ihre Nutzer wirken, wie Interface meint. Oder wie es ebenfalls online heißt: „Umgebungen, bei denen es nicht darum geht, die Kosten zu minimieren, sondern die Produktivität, die Kreativität und das Wohlbefinden der Nutzer dieser Räume.“ Und als ob das nicht genug wäre: „Zum Glück sind die wirtschaftlichen Argumente auf unserer Seite.“

Designs: am Menschen orientiert, gar nicht teuer

Das ist gut zu wissen, aber erst zu verstehen, schaut man in zwei Leitfäden, die das „+Positive spaces“-Konzept quasi fundieren und flankieren. Der eine widmet sich dem sogenannten „Biophilic Design“, der andere dem „WELL Building“. Beiden gemein ist, dass sie sich dem menschenorientierten Design verschreiben und die theoretischen und praktischen Grundlagen für die Gestaltung positiver Räume legen wollen. Da lernt man dann zum Beispiel, dass „+Positive spaces“ nicht teuer sein müssen, weil oft schon kleine Änderungen reichen. Und, dass Teppiche und andere Bodenbelege gar nicht mal die Hauptrolle spielen. 

Deutlich mehr Wohlbefinden lässt sich diesen Publikationen zufolge schon mit gutem Licht und dem Drehen an anderen kleinen Stellschrauben erreichen. In Schulen etwa könne eine optimierte Tageslichtbeleuchtung helfen, die Lerngeschwindigkeit um 20 bis 26 Prozent zu steigern. Am Arbeitsplatz der Einsatz von lebenden Elementen oder ein offener Blick in die Natur für mehr Wohlbefinden sorgen, bei gleichzeitig zunehmender Produktivität und Kreativität.

Und wo bleibt der Teppich? 

Im Zusammenspiel mit solchen Elementen können Teppichfliesen und modulare Bodenbeläge ihren Nutzen dann richtig ausspielen. Wie das aussieht, wie das wirkt, was das bringt, kann man auf der Interface Website nachvollziehen, dank einiger Konzerne oder Organisationen, die ihre Räume nach den „+Positive spaces“-Vorgaben gestaltet und zum Reinblicken geöffnet haben: Darunter die Umweltschutzorganisation Friends of the Earth, das Empfehlungsportal Yelp und die Avans Fachhochschule im niederländischen Den Bosch.

Die Fachhochschule will die nachhaltigste der Niederlande werden, hat ihren Campus eben erst modernisiert und sich dabei Bodenbelägen von Interface bedient, auch wegen deren Nachhaltigkeit, wie der leitende Designer, Ernest Pieters, betont. Den Friends of the Earth wiederum ging es darum, eine positive Arbeitsplatzumgebung in neu bezogenen Büros zu schaffen, die zugleich die Anliegen der Organisation widerspiegeln. 

Gelungen ist das mit einem eigens entwickelten „Rund-um-die-Welt-Design“ für den Boden, das die globale Präsenz der Organisation herausstellt: Mit Teppichen und Belägen, die an tropische Regenwälder erinnern oder an arktische Eisberge. Besonderes Nachhaltigkeitsschmankerl: Verwendet wurden dafür Teppichfliesen, die aus dem Garn ausrangierter Fischernetze gewebt wurden und die Interface seit einiger Zeit in der Kollektion „Net Effect“ allen Freunden der Erde anbietet. 

Quelle: UmweltDialog
 

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