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07.06.2018

Reporting

„Grüne“ Mobilität: Schaeffler Gruppe macht Tempo

Die Automobilindustrie und die Nachhaltigkeit – finden die zusammen? Zweifel daran gibt es seit dem Dieselskandal. Dass es trotzdem noch klappen könnte, demonstriert die Schaeffler Gruppe.

„Grüne“ Mobilität: Schaeffler Gruppe macht Tempo
Die Schaeffler Zentrale in Herzogenaurach.

Der Automobil- und Industriezulieferer aus dem bayerischen Herzogenaurach arbeitet mit Hochdruck an nachhaltigeren Mobilitätslösungen und trimmt gleichzeitig die eigenen Werke auf „grün“. Nicht zuletzt, weil Investoren das zunehmend einfordern. „Das Thema Nachhaltigkeit“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler Gruppe, „gewinnt immer stärker an Bedeutung“. Das sei gut so – und gelte auch für die Finanzwirtschaft. „Immer mehr institutionelle Investoren bekennen sich zu den Prinzipien für verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen“. Damit verpflichteten sie sich, bei Investmententscheidungen Umwelt- und Sozialaspekte zu beachten. Und das mache es für Schaeffler „noch wichtiger, nichtfinanzielle Aspekte glaubwürdig und transparent zu kommunizieren“, so Rosenfeld im jüngst erschienenen Nachhaltigkeitsbericht der Gruppe.

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Investitionen in saubere Antriebe

Finanziell ist das börsennotierte Familienunternehmen solide aufgestellt: 2017 stieg das Konzernergebnis um rund 14 Prozent auf 980 Millionen Euro und damit auf den höchsten Wert, den die Gruppe je erwirtschaftet hat. Rund 1,3 Milliarden Euro hat der Konzern im selben Zeitraum investiert. Gleichzeitig konnten die Bayern weltweit knapp 3.500 neue Arbeitsplätze schaffen, davon rund 500 in Deutschland. Für 2018 erwartet das Management weiteres Umsatzwachstum, auch dank voller Auftragsbücher im Bereich der E-Mobilität. Neben acht Serienaufträgen arbeitet Schaeffler hier eigenen Angaben zufolge an über 25 Kundenprojekten.

Mit ihrer Umsetzung betraut ist der neu gegründete Unternehmensbereich E-Mobilität. In der Anfang 2018 an den Start gegangenen Sparte bündelt die Gruppe ihre Kompetenzen im Segment elektrobasierter Antriebstechnologie. Bis 2020 stehen für den Aufbau des neuen Unternehmensbereichs eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung, unter anderem um in Deutschland, den Vereinigten Staaten und China Kompetenzzentren für E-Mobilität aufzubauen. Im badischen Bühl soll auch das Entwicklungsteam E-Mobilität auf 300 Mitarbeiter aufgestockt werden, das wäre eine Verdopplung.

Schaeffler Hybridmodul auf dem Prüfstand.

E-Mobilität nimmt Fahrt auf

Nach Einschätzung der Schaeffler Gruppe steht die E-Mobilität vor dem Durchbruch auf dem Massenmarkt. Den Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge veranschlagt sie bis 2030 bei 30 Prozent – und damit auf gleicher Höhe mit konventionellen Verbrennungsmotoren. Ihr Produktportfolio hat die Gruppe in den vergangenen Jahren entsprechend weiterentwickelt: Es reicht heute von elektrisch betätigten Kupplungen über Bauteile und Antriebe für Hybride bis hin zu kompletten elektrischen Antrieben für Hybrid- und reine Elektrofahrzeuge.

Jüngster Zuwachs in diesem Portfolio ist der elektrische Radnabenantrieb, mit dem sich laut Schaeffler die komplette Antriebstechnik eines Autos – ob Elektromotor, Leistungselektronik, Bremse oder Kühlung – in der Felge des Rades unterbringen lässt. Das schafft Platz und ermöglicht neue Raumkonzepte, etwa für autonom fahrende Mikrobusse, die künftig in Städten zum Einsatz kommen könnten. Die Arbeit am Reißbrett haben die Schaeffler-Ingenieure abgeschlossen. Anfang 2018 haben sie ihr Projekt an den Unternehmensbereich E-Mobilität übergeben, der es zur Serienreife bringen will.

Konventionelle Antriebe bleiben gefragt

Da in den nächsten Jahren auch konventionelle Antriebe in großen Stückzahlen gefragt sein werden, setzt die Gruppe parallel auf die weitere Steigerung der Effizienz und Leistungsfähigkeit dieser Antriebstechnologien, um deren Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren. Daneben tüfteln die Entwickler an „grünen“ Antriebslösungen für Fahrräder und Cargobikes. Mit der Technischen Hochschule Nürnberg arbeiten sie beispielsweise an einem Light Electric Vehicle, das den Ansprüchen professioneller Kurierdienste genügen soll.

Beim Klimaschutz verfolgt das Unternehmen zudem eigene CO2-Ziele, die bis zum Jahr 2025 zu einer Einsparung von 360.000 Tonnen Klimagasen führen sollen, gerechnet auf das Basisjahr 2015. Im vergangenen Jahr mussten die Bayern hier einen spürbaren Rückschlag hinnehmen: Die gesamten Treibhausgasemissionen stiegen um vier Prozent auf rund 1,4 Millionen Tonnen. Je eine Millionen Euro Wertschöpfung wurden im vergangenen Jahr 311 Tonnen Klimagase verursacht –immerhin zwei Tonnen mehr als 2016. Über die Gründe schweigt sich der Nachhaltigkeitsbericht aus.

Von Hybridmodulen über die elektrische Achse bietet Schaeffler Lösungen für Hybrid-Fahrzeuge und reine Elektroautos an – sowohl bei 48-Volt- als auch bei Hochvolt-Systemen.

Spannend dürften hier die kommenden Jahre werden, hat sich das Unternehmen doch vorgenommen, an je einem Standort pro Region eine klimaneutrale Produktion zu realisieren. Beim Umbau der eigenen Werke in diese Richtung ist die Gruppe zuletzt ein gutes Stück vorangekommen: An ihren Standorten in Homburg und Herzogenaurach hat sie vier Blockheizkraftwerke aufgebaut, die nach dem Prinzip der „Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung“ arbeiten. Dabei wird die in den Anlagen erzeugte Wärme verwendet, um unter anderem sogenannte Absorptionskältemaschinen zu betreiben, mit der Büro- und Produktionsgebäude klimatisiert werden.

Das Ende der Fahnenstange sieht der global tätige Automobil- und Industriezulieferer in Sachen Nachhaltigkeit noch nicht erreicht. Die Nachhaltigkeits-Roadmap, in der der Konzern seine nichtfinanziellen Ziele zusammenfasst, führt über 50 Maßnahmen auf. Sie reichen von der Steigerung der Material- und Ressourceneffizienz über die Erschließung des Markts für „leichte“ E-Mobilität bis hin zum für 2019 geplanten Beitritt zum Global Compact der Vereinten Nationen.

„Grüne“ Investoren-Roadshow geplant

Außerdem hat sich Schaeffler vorgenommen, das Thema „Responsible Investment“ künftig stärker in der Unternehmensführung zu beachten. Dass eine entsprechende Finanzinitiative der Vereinten Nationen mittlerweile ein Anlagevolumen von über 60 Billionen US-Dollar verwalte, sei ein Trend, den man aufmerksam verfolge, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht dazu. Am Firmensitz überlegt man deswegen, künftig spezielle Investoren-Roadshows zum Thema einzuführen.

Über den Bericht

Die Schaeffler Gruppe hat ihren Ende Mai veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht unter das Motto „Unser Anspruch“ gestellt und informiert darin auf 75 Seiten über ökonomische, ökologische und soziale Aspekte ihrer Unternehmenstätigkeit im Jahr 2017. Der Bericht wurde in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative erstellt und erfüllt deren „core“-Anforderungen. Ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht hat die Gruppe für das Jahr 2016 veröffentlicht, die Ausgabe für das aktuelle Jahr will der Konzern im Frühjahr 2019 vorlegen.

Quelle: UmweltDialog
 

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