11.11.2019
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11.10.2019

Digitalisierung

Telefónica: Workshop gegen Cybermobbing

Sie werden angefeindet, bloßgestellt, beleidigt, sexuell belästigt, ausgegrenzt oder mit dem Tode bedroht: Die Zahl der Cybermobbing-Opfer wächst. Die Anonymität des Internets enthemmt Täter, eine strafrechtliche Verfolgung ist oft schwierig. Laut einer aktuellen Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing wurden allein in Deutschland bereits neun Millionen Menschen Opfer von Netzmobbing.

Telefónica: Workshop gegen Cybermobbing
Mirko (MrWissen2go) präsentierte die erarbeiteten Maßnahmen gegen Mobbing im Internet.

Ein Zeichen gegen Cybermobbing und digitale Gewalt setzte Telefónica Deutschland am diesjährigen Tag des Respekts. Im BASECAMP in Berlin fanden sich am 18. September rund hundert Schülerinnen und Schüler zum Workshop „Spielregeln für ein digitales Miteinander“ zusammen. Moderator und Youtuber Mirko Drotschmann (MrWissen2go) offenbarte zu Beginn der Veranstaltung, dass er in der achten Klasse selbst einmal einen Mitschüler lächerlich gemacht habe. „Darauf bin ich heute überhaupt nicht stolz. Damals gab es noch kein Instagram, heute wäre es sicherlich ein Fall von Cybermobbing.“

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Cybermobbing ist keine Seltenheit

Wie groß die Bedrohung durch Cybermobbing ist, führten sich die Schülerinnen und Schüler gleich zu Beginn durch eigene Erlebnisse vor Augen. Eine interaktive Umfrage per Smartphone offenbarte, dass fast die Hälfte der Anwesenden schon einmal im Internet beleidigt oder gemobbt wurde. Zudem gab 60 Prozent der Teilnehmer zu, in Cybermobbing-Fällen nichts unternommen zu haben.

„Das Internet birgt viele Chancen, aber auch Gefahren für junge Menschen“, erklärte Deniz Taskiran aus dem Bereich Corporate Responsibility bei Telefónica Deutschland. „Wo die nötige Medienkompetenz fehlt, fühlen sich Jugendliche bei Onlineangriffen oft überfordert und alleine gelassen. Als Digitalunternehmen sehen wir uns in der Verantwortung, Jugendliche und ihre Schulen bei der Präventionsarbeit zu unterstützen.“

Fast die Hälfte der Anwesenden wurde schon einmal im Internet beleidigt oder gemobbt.
Fast die Hälfte der Anwesenden wurde schon einmal im Internet beleidigt oder gemobbt.

Vom Opfer zum Täter

Nach dem Auftakt berichteten die Gäste von ihren persönlichen Erfahrungen und gaben Tipps, wie Betroffene bei Mobbing vorgehen können. „Gerade wenn es um Bilder geht, sollte man aktiv werden“, erklärte Sophie Pohle vom Kinderhilfswerk. „Es gibt viele technische Möglichkeiten. Ihr könnt Personen und Accounts blockieren oder melden, wenn ihr seht, dass sie beleidigende Inhalte posten.“ Auch erklärte sie, warum es zu Mobbing im Internet kommt, welche Rechte Opfer besitzen und mit welchen Mitteln sie sich gegen Online-Attacken wehren können.

Dass ein starkes Selbstwertgefühl der beste Schutz gegen Anfeindungen ist, demonstrierte die Plus-Size-Bloggerin Verena Prechtl. „Ich habe mit elf Jahren durch Mobbing eine Essstörung entwickelt und bin dann selber zum Mobber geworden. Wenn man aber mit sich selbst zufrieden ist, geht man automatisch auch mit anderen respektvoll um“, betonte sie. Mit ihrem Buch „Selbstbewusst ist das neue Sexy“ und ihrem Blog „The Skinny and the Curvy One” inspiriert sie vor allem junge Frauen. „Auf Hasskommentare bei Facebook oder Instagram sollte man nicht reagieren. Es bringt nichts, mit diesen Leuten zu diskutieren“, riet Prechtl den Jugendlichen. „Ich habe viele junge Follower und vor allem will ihnen ich den Rat geben, keine Bilder zu verschicken, die sie morgen bereuen könnten.“

Hilfe per App

Wie man gegen Cybermobbing aktiv werden kann, zeigten die Gastredner Julius und Kai. Gemeinsam mit einem Freund haben die Berliner Schüler im Rahmen eines Schulwettbewerbs die App „Exclamo“ entwickelt, mit der Jugendliche Mobbingfälle anonym melden und Hilfe von Mentoren bekommen können. Für Lehrer bieten sie außerdem Unterrichtsmaterialien zum Umgang mit Cybermobbing an. „Wie groß das Ausmaß ist, wird einem erst bewusst, wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Nur einer von drei Betroffenen sucht nach Hilfe“, erklärte Julius. „Wir wollen die digitalen Möglichkeiten für etwas Gutes nutzen.“ Um die App an möglichst vielen Schulen zu etablieren, stehen sie im engen Kontakt mit Schulen, Ministerien und Kommunen.

Mit dem Rat der Experten im Gepäck erarbeiteten die Teilnehmer in Gruppenarbeit Strategien zur Soforthilfe und entwickelten einen Leitfaden, um mit Cybermobbing umzugehen. Für die Jugendlichen war der Schlüssel, mehr Aufklärungs- und Präventionsarbeit an Schulen umzusetzen. „Aufklärung in Form von Kampagnen, die an Eltern gerichtet sind, ist gefragt. Sie müssen auch lernen, wie sie in Extremfällen reagieren und wie sie mit ihren Kindern darüber sprechen können.“, fasst Sophie Pohle zum Ende der Veranstaltung das Ergebnis zusammen.

Infografik: Spielregeln gegen Cybermobbing

Faires Miteinander im Netz

Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler zeigten, wie intensiv die Reflexionsphase in den einzelnen Arbeitsgruppen war. „Im Team ist man immer stärker. Jugendliche müssen sich in Cybermobbing-Fällen zusammentun, um eine Wirkung zu erzielen.“, erklärte die Berliner Schülerin Lara. „Der Workshop hat uns allen noch einmal vor Augen geführt, dass Jugendliche Mut und Unterstützung brauchen, um gegen Cybermobbing anzugehen“, resümierte Taskiran. „Aus diesem Grund engagiert sich Telefónica Deutschland schon lange für den kompetenten Umgang von Jugendlichen mit den Herausforderungen der digitalen Welt. Das Unternehmen beteiligt sich zudem an der Corporate Digital Resposibility Initiative des Justizministeriums. Denn wir wollen die Digitalisierung als Chance nutzen, ein faires Miteinander zu schaffen, in dem Digitalisierung Spaß macht und alle ihr digitales Leben selbstbestimmt gestalten können.“

Quelle: UD/cp
 

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