26.06.2019
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13.06.2019

Textilien

So schädlich ist Fast Fashion von Primark

Der Modediscounter Primark feiert am 13. Juni 50-jähriges Jubiläum. Wir feiern nicht mit. Gründe dafür sind die verheerende Ökobilanz dieser Art von „Wegwerf-Mode“ sowie die jüngsten Ergebnisse unserer Recherche in Primark-Zulieferfabriken in Sri Lanka, die das Gegenteil von Feierlaune hervorrufen.

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80 Stunden Arbeit pro Woche für einen Hungerlohn

Bis zu 80 Stunden pro Woche arbeiteten die befragten Textilarbeiterinnen und -mitarbeiter regelmäßig in den sri-lankischen Fabriken. Maximal 45 reguläre und zwölf Überstunden sind für Frauen in Ausnahmefällen erlaubt. Manche erhalten nicht einmal den Mindestlohn von umgerechnet 79 Euro. Für ein würdiges Leben reicht das nicht im Geringsten – laut der Asia Floor Wage Alliance müsste ein existenzsichernder Lohn in Sri Lanka mindestens 296 Euro betragen. „Ich würde diese Arbeit keinem empfehlen“, ist das Fazit einer befragten Arbeiterin, „wir verdienen so wenig, wir können nicht einmal genug zu Essen kaufen.“ Viele klagten über Rückenschmerzen vom ganztägigen Arbeiten im Stehen – nur zum Mittagessen dürften sie sich setzen.

Grafik 1: Vergleich zwischen Gesetz und Wirklichkeit: Löhne (pro Monat) und Arbeitsstunden (pro Woche)

Die Verantwortung dafür liegt beid den Fast-Fashion-Marken. Wie eine Untersuchung der Einkaufspraktiken von Fast-Fashion-Marken zeigt, schauen Primark und Co. bei der Auswahl der Fabriken nur auf Preis, Zeit und vielleicht noch Qualität. Die ethischen Ziele, die sie sich groß auf die Fahnen schreiben, spielen beim Einkauf keine Rolle – ganz im Gegenteil. Dadurch entsteht eine kurzfristige und unstetige Auftragslage in den Fabriken und hoher Zeit- und Preisdruck. Dieser wird an die Arbeiterinnen und Arbeiter weitergegeben, die dann Überstunden machen und zu einem Hungerlohn arbeiten müssen.

Verheerende globale Auswirkungen der Modeindustrie

Die schnelllebigen Trends, die dazu führen, dass Shoppen für viele zum wöchentlichen Hobby geworden ist, sind zudem für 35 Prozent des Mikroplastiks in den Ozeanen, den Ausstoß von etwa 1.500 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten und 92 Millionen Tonnen Müll jährlich verantwortlich. Knapp die Hälfte aller Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilproduktion leiden an arbeitsbedingten Krankheiten.

Die wahren Kosten der Fast Fashion

Forderungen des CIR

Die Zahlen zeigen, dass sich die Modeindustrie grundlegend ändern muss, um diese humanitären und Umweltschäden in Zukunft zu vermeiden. In der Pflicht sind nicht nur die Verbraucherinnen und Verbraucher: „Die Konzerne müssen die Ziele ihrer Nachhaltigkeitsabteilungen auch in ihrer Geschäftstätigkeit umsetzen. Und auch die Politik kann mit einem Sorgfaltspflichtengesetz dazu beitragen, Arbeitsrechtsverletzungen in Zukunft zu verhindern.“ Von Primark, C&A und allen weiteren Auftraggebern der untersuchten Fabriken in Sri Lanka fordert die CIR konkret, dafür zu sorgen, dass die Verstöße gegen Arbeitsrecht und Versammlungsfreiheit sofort eingestellt und existenzsichernde Löhne gezahlt werden.

Hintergrund

Anlass für die Fast Fashion Bilanz ist das 50-jährige Jubiläum des Modediscounters Primark im Juni 2019. Laut der englischen Wikipedia wurde am 13. Juni 1969 die erste Filiale – in Irland damals wie heute unter dem Namen Penneys – eröffnet. Die CIR ließ zehn Fabriken in Sri Lanka untersuchen, wovon sechs für Primark und sieben für C&A fertigen, sowie die globalen Auswirkungen der Fast Fashion Industrie insgesamt und ihrer Einkaufspraktiken im Besonderen.

Quelle: UD/na
 

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