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25.01.2019

Lebensmittel

Kein Fisch Meer: Digitalisierung gegen Überfischung

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche haben die Deutsche Umwelthilfe und Our Fish das Versäumnis der Agrarministerkonferenz, illegale Fischrückwürfe zu stoppen, kritisiert. Verschiedene Aktionen vor den Toren der Grünen Woche veranschaulichen zudem die verheerende Auswirkungen der Überfischung.

Kein Fisch Meer: Digitalisierung gegen Überfischung

Zum Start der Internationalen Grünen Woche (IGW) begrüßte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Besucher noch vor dem Eingang mit einem Marktschreier, der stimmgewaltig auf die verheerende Situation der Fischbestände und die illegalen Praktiken auf unseren Meeren aufmerksam machte.

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Zeitgleich zum Auftakt der IGW trafen sich die Agrarminister aus 70 Ländern im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) und sprachen über die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Der Einsatz "Digitaler Fischereibeobachter" hat das Potenzial, einen Großteil der illegalen und verschwenderischen Rückwürfe ungewollter oder zu kleiner Fische zu verhindern. Die digitalen Fischereibeobachter bestehen aus verschiedenen GPS- und Fanggerätsensoren sowie Kameras. Dadurch ist auch auf See eine effektive Kontrolle der Fangtätigkeiten möglich. Gleichzeitig wird die wissenschaftliche Datenlage verbessert und ein nachhaltigeres Fischereimanagement möglich.

Illegale Rückwürfe und Überfischung

"Am 1. Januar trat die Anlandeverpflichtung vollständig in Kraft, um die verschwenderischen Rückwürfe von jährlich mehreren Hunderttausenden Tonnen Fisch in Europa zu beenden. Diese illegalen Rückwürfe werden weitergehen, wenn sie nicht aufgedeckt und geahndet werden. Mit Hilfe von modernen Sensor- und Kamerasystemen an Bord von Fangschiffen ist eine effektive Kontrolle möglich", sagt Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. "Trotz des Schwerpunkts 'Digitalisierung' spart die diesjährige Konferenz ausgerechnet das Thema aus, das viel zu einem Ende der Überfischung beitragen könnte. Als Gastgeberin hätte sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dafür stark machen müssen", so Müller-Kraenner weiter.

Auf der IGW wird eine breite Vielfalt an Fischereiprodukten beworben, doch dass viele europäische Fischbestände überfischt sind, wird den Besuchern nicht vermittelt. Bereits 2013 hatten sich alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, die Überfischung in den europäischen Gewässern bis spätestens 2020 zu beenden. Trotzdem liegen viele der für 2019 beschlossenen Fangquoten für Bestände wie Dorsch, Kabeljau und Hering erneut oberhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen. Gleichzeitig gefährden illegale Fischrückwürfe die Erholung der Bestände. DUH und Our Fish fordern nachhaltige Fangquoten, ein Ende der Rückwurfpraktiken auf See und den Einsatz digitaler Fischereibeobachter.

"2019 muss das Jahr werden, in dem die Fangquoten endlich nach wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt werden und die EU-Fischereiminister das 2020-Ziel der Gemeinsamen Fischereipolitik ernst nehmen, um die Überfischung in den europäischen Meeren zu beenden", sagt Rebecca Hubbard, Direktorin der Our Fish-Kampagne. "Gesunde Bestände führen zudem zu höheren wirtschaftlichen Erträgen und somit zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Fischerei."

Quelle: UD/na
 

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