15.12.2019
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01.10.2019

Lebensmittel

Aspartam: Süßes Gift oder harmloser Süßmacher?

Entwickelt wurde der mittlerweile ziemlich umstrittene Stoff bereits 1965 in Chicago bei „Searle Company“, einer Tochter des Chemieriesen Monsanto. Seit den 1980er Jahren ist Aspartam in über 9.000 Produkten weltweit zugelassen.

Von Thomas Angermann, myfoodmyfuture.com

Er ist 200-mal süßer als der normale Haushaltszucker und immer, wenn Süße gewünscht wird, aber kein Zucker enthalten sein soll, kann der Süßstoff Ersatz sein.

Herstellung

Der Süßstoff wird synthetisch in Reagenzgläsern aus der Aminosäure Phenylalanin und einer zweiten, nämlich Asparaginsäure hergestellt. Beide werden im Zuge der Verstoffwechslung unter Bildung einer geringen Menge Methanol aufgespalten.

Dazu erklärt die Diplom-Ökotrophologin Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Aspartam wird im Darm vollständig abgebaut zu Asparaginsäure, Phenylalanin und Methanol. Diese drei Abbauprodukte kommen auch in anderen Lebensmitteln natürlicherweise vor“.

Die DGE verweist auch auf die European Food Security Authority (EFSA), dass für den Stoff Aspartam bei einer täglichen Aufnahme von höchstens 40mg/kg Körpergewicht keine Bedenken bestehen.

Der diplomierte Ernährungstrainer Thomas Angermann von myfoodmyfuture.com ist der Meinung, dass der menschliche Körper ein geniales und äußerst intelligentes Meisterwerk der Natur ist. Er sieht eine gesunde zuckerfreie Ernährung als große Chance zu wahrer Gesundheit und Lebensqualität.

Aspartam in Lebensmitteln

Im Handel ist er auch unter den Bezeichnungen „Canderel“ oder „NutraSweet“ oder der E-Nummer 951 zu finden, häufig in Light-Produkten, Diät-Limonade und etlichen anderen zuckerfreien bzw. kalorienreduzierten Alternativen wie:

- Fertiggerichten
- Softdrinks wie Cola
- Soßen
- Marmeladen
- Milchprodukte
- Süßigkeiten
- Kaugummis
- Backwaren
- Frühstücksflocken

Wenn man auf Süßstoffe und zugesetzten Zucker verzichten möchte, sollte immer die Zutatenliste genau gelesen werden und mehr frische natürliche Lebensmittel ohne Zucker in den Ernährungsplan eingebaut werden.

Ernährungstrainer Thomas Angermann
Ernährungstrainer Thomas Angermann

Gibt es negative Auswirkungen?

Versprochen wurde eine deutlich gesündere Ernährung, doch schon in den Jahren nach der „genialen Entdeckung“ veröffentlichte die amerikanische Zulassungsbehörde für Lebensmittel und Medikamente eine Auflistung mit eventuellen Nebenwirkungen. 92 Symptome wurden anscheinend dokumentiert, einige davon im Folgenden:

- Augenprobleme
- Angstzustände
- Asthmatische Reaktionen
- Brennen in Augen und/oder Rachen
- Chronische Müdigkeit
- Durchblutungsstörungen
- Hautirritationen, Juckreiz
- Migräne
- Tinnitus
- Gewichtszunahme
- Unterleibsschmerzen/Menstruationsbeschwerden
- Zittern

Und trotzdem ließ eben diese Behörde Aspartam als Nahrungsmittelzusatz zu und die Verbraucher werden bestärkt in der Annahme, sich gesund zu ernähren, da ja kein ungesunder Haushaltszucker verwendet wird.

Der süße Stoff wird als kalorienfrei verkauft, gleichwohl bringt der Süßstoff aber auch keinen einzigen wichtigen Nährstoff mit!

An Aspartam scheiden sich die Geister! Immer wieder ist zu hören, der Süßstoff sei verantwortlich für Kopfschmerzen oder Migräne, jedoch gibt es dazu keine verlässlichen Studien, die Aspartam eindeutig als Urheber der Beschwerden nachweisen.

Dies gilt ebenso für Beschwerden, die von Patienten subjektiv wahrgenommen werden, wie Stimmungsschwankungen, Aggression, Depression, veränderte Motorik oder Epilepsie.

Sicher dagegen ist, dass Personen mit der Stoffwechselerkrankung „Phenylketonurie“ Aspartam wegen der enthaltenen Aminosäure Phenylalanin nicht konsumieren dürfen.

Ist Aspartam krebserregend?

In einigen Kreisen hält sich hartnäckig die Aussage, Aspartam sei krebserregend und würde überdies als Rattengift eingesetzt, doch sowohl die schon erwähnten DGE und EFSA als auch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR), das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das US National Cancer Institute kommen nach jetzigem Forschungsstand zu dem Resultat, dass Aspartam weder krebsfördernd wirkt, noch als Rattengift eingesetzt wird.

All das macht Aspartam wohl nicht zu einem gesunden Nahrungsmittel, doch ungesünder als manche andere scheint es auch nicht zu sein. So zumindest der aktuelle Wissensstand.

Aspartam und der Darm

Man weiß noch zu wenig darüber, aber es wird davon ausgegangen, dass Süßstoffe eine große Auswirkung auf unsere Darmflora haben könnten. Der Grund ist einfach: Die Bakterien im Darm gewöhnen sich an den süßen Stoff, wollen immer mehr und verändern somit das Milieu im Darm.

Eine eingeschränkte Darmflora beeinträchtigt wiederum das Immunsystem und könnte womöglich diverse Krankheiten entstehen lassen.

Abnehmen mit Aspartam?

Aspartam ist zwar nicht kalorienfrei, süßt aber wie schon erwähnt 200-mal stärker als Zucker. Infolgedessen wird eine sehr geringe Menge benötigt, um die gewünschte Süße zu erreichen.

Ergo, werden Kalorien eingespart, was wiederum dazu verleiten könnte, mehr konsumieren zu dürfen. Wird dieses falsche Essverhalten zur Gewohnheit, droht sicher über kurz oder lang Übergewicht, eventuell mit den damit verbundenen Folgeerkrankungen.

Wie einige wissenschaftliche Studien vermuten lassen, könnten Süßstoffe die Regulation des Appetits im Gehirn beeinflussen. Die Süße gaukelt dem Gehirn vor, es werde mit dem „Treibstoff“ Glucose versorgt. Da jedoch kein Zucker geliefert wird, sondern ein „Nachahmer“, fordert es mehr Nahrung mit dem Erfolg Gewichtszunahme.

Eine weitere Protagonistin in diesem Spiel ist die Bauchspeicheldrüse. Auch sie erwartet bei „süß“ natürlich Zucker, schüttet laut einigen Studien Insulin aus und der Blutzuckerspiegel sinkt – die Folge davon können Heißhungerattacken sein.

Tiere werden mit Aspartam gemästet

Gesichert ist die Erkenntnis, dass Tiere, die mit Süßstoff-versetztem Futter gemästet werden, deutlich schneller Fett ansetzen.

Der Mechanismus scheint zu sein, dass die Körpertemperatur sinkt und die so eingesparte Energie in Fett umgewandelt wird.

Die Aussagen der härtesten Kritiker:

1.) Methanol aus der Aspartam-Aufspaltung zerfällt im Körper zu Formaldehyd und Ameisen-säure. Formaldehyd befindet sich z.B. in Konservierungs- und Holzschutzmitteln und wurde kürzlich als erbgutschädigend eingestuft. Verboten ist der Einsatz jedoch nicht!

Formaldehyd kann verschwommenes Sehen, eine Gesichtsfeldeinengung und die Zerstörung der Netzhaut verursachen, wobei letzteres für Diabetiker von großer Bedeutung ist. Da Diabetes gemeinhin dafür bekannt ist, Augenprobleme zu fördern und man den Süßstoffkonsum eines Diabetikers dazu addiert, stellt sich die Frage, ob eher der Süßstoff oder der Diabetes die Netzhaut des Auges schädigt.

2.) Werden größere Mengen der Aminosäure Phenylalanin aus Aspartam-gesüßten Produkten im Gehirn angereichert, können Symptome wie Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust oder psychische Erkrankungen auftreten.

3.) Der dritte Teil von Aspartam, die Asparaginsäure, könnte ebenfalls zum Problem werden. Sie hat die Eigenschaft, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und greift die dort liegenden Nervenzellen an. Aspartam könnte somit Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson, Alzheimer, Epilepsie und weitere Symptome, für die die Schulmedizin noch keine schlüssigen Erklärungen gefunden hat, fördern.

Schlusswort

Hinsichtlich der wirklich weit auseinanderdriftenden Aussagen ist es immer besser auf natürliche süße und echte Nahrungsmittel zurückzugreifen. Die Natur weiß halt genau, welche Lebensmittel sie unserem Körper zur Verfügung stellt.

Quellen:

1. Effekte Langzeit-Einnahme Aspartam auf antioxidativen Abwehr-Status/Leber: Abhilash M et al., "Effect of long term intake of aspartame on antioxidant defense status in liver." Food Chem Toxicol. 2011 Jun;49(6):1203-7. Epub 2011 Mar 3.
2. Aspartam-indizierte Fibromyalgie: Ciappuccini R et al., "Aspartame-induced fibromyalgia, an unusual but curable cause of chronic pain." Clin Exp Rheumatol. 2010 Nov-Dec;28(6 Suppl 63):S131-3. Epub 2010 Dec 22.
3. Aspartam-Auswirkung bei Personen mit empfindlicher Persönlichkeit/Doppel-Blind-Versuch: Walton RG et al., "Adverse reactions to aspartame: double-blind challenge in patients from a vulnerable population." Biol Psychiatry. 1993 Jul 1-15;34(1-2):13-7.
4. Aspartamkonsum und Kopfschmerzen-übergreifender Versuch/Zufallsprinzip: Van den Eeden SK et al., "Aspartame ingestion and headaches: a randomized crossover trial." Neurology. 1994 Oct;44(10):1787-93.
5. Aspartam – Auftreten maginaler Gehirn-Erkrankungen: Davis DL et al., "Aspartame and incidence of brain malignancies." Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2008 May;17(5):1295-6.
6. Aspartam: mögliche Ursache für parallele Erkrankung Morbus Basedow und Lungenbluthochdruck: Roberts HJ. "Aspartame disease: a possible cause for concomitant Graves` disease and pulmonary hypertension." Tex Heart Inst J. 2004;31(1):105; author reply 105-6.
7. Krebserregende Wirkung – die Notwendigkeit einer Neubewertung von Aspartam: Soffritti M et al., "The carcinogenic effects of aspartame: The urgent need for regulatory re-evaluation." Am J Ind Med. 2014 Apr;57(4):383-97.

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Quelle: UD/cp
 

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