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Klimawandel

Es wird immer wärmer in Europa

Der Copernicus-Klimawandeldienst (Copernicus Climate Change Service, C3S) hat seinen neuesten detaillierten Report zur Lage des Klimas in Europa, den European State of the Climate 2019, veröffentlicht. Der Report gibt Entscheidungsträgern und Planern einen tieferen Einblick in die Entwicklung unseres sich verändernden Klimas.

29.04.2020

Anomalie der Niederschlagsmenge in Millimetern für Oktober bis Dezember 2019 relativ zur Durchschnittsmenge im Zeitraum Oktober bis Dezember der Referenzperiode 1981-2010. Datenquelle: E-OBS.
Anomalie der Niederschlagsmenge in Millimetern für Oktober bis Dezember 2019 relativ zur Durchschnittsmenge im Zeitraum Oktober bis Dezember der Referenzperiode 1981-2010. Datenquelle: E-OBS.

C3S wird vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im Auftrag der Europäischen Union implementiert.

Der Report umfasst dieses Jahr noch mehr Details zu den verschiedenen Quellen und den Zeitspannen der Datensätze und bestätigt, dass 2019 das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn in Europa war. Die warmen Bedingungen und Hitzewellen im Sommer sorgten zudem für eine Dürre in Zentraleuropa. Gegen Ende des Jahres hingegen wüteten heftige Regenschauer in West- und Südeuropa. Abgesehen davon war, auf das ganze Jahr betrachtet, die Niederschlagsmenge jedoch eher durchschnittlich.

Anomalie der Sonnenstunden 2019 relativ zur Referenzperiode von 1983-2012. Datenquelle: EUMETSAT CM SAF.
Anomalie der Sonnenstunden 2019 relativ zur Referenzperiode von 1983-2012. Datenquelle: EUMETSAT CM SAF.

Weltweit gesehen zeigen die Klimavariablen, dass der Temperaturdurchschnitt der letzten fünf Jahre 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Wert liegt. Für Europa liegt der Fünfjahresdurchschnitt sogar bei fast 2,0 Grad Celsius über dem Wert. Ziel des Pariser Klimaabkommen ist es, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur unter 2,0 Grad Celsius zum vorindustriellen Wert zu halten und gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um den Anstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Der jährlich herausgegebene European State of the Climate Report ist daher ein wichtiger „Wasserstandsmesser" für Entscheidungsträger und Industrie in Europa für die Planung von Maßnahmen gegen den Klimawandel. Verschiedene Klimavariablen im Report zeigen, wie sich das Klima auf europäischer und weltweiter Ebene verändert, mit Erkenntnissen über die längerfristige Entwicklung. Der Report basiert auf den frei verfügbaren, qualitativ hochwertigen Daten von C3S und gewährt einen detaillierten Einblick in unser Klima, der vielen verschiedenen Branchen hilft, einschließlich Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Versicherung, Sicherheit, Tourismus sowie Städte- und Länderplanung.

„Es ist heutzutage wichtiger denn je, dass jeder Zugang zu diesen Informationen hat, damit wir gemeinsam die langfristigen Folgen des Klimawandels verstehen können“, sagt Carlo Buontempo, Director of the Copernicus Climate Change Service (C3S). „Was können Organisationen und wir als Menschen tun, um die Folgen zu reduzieren? Ein ungewöhnlich warmes Jahr bestätigt noch keinen Erwärmungstrend, jedoch ist es wichtig detaillierte Informationen über den Ist-Zustand zu sammeln. Durch unsere durchgängige Beobachtung können wir möglichst viele verschiedene Aspekte unseres Klimas untersuchen, um so die Zusammenhänge des Wandels besser verstehen zu können.“

„Der diesjährige Report basiert auf den frei verfügbaren C3S-Daten mit Beiträgen von zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Partnern und Institutionen, inklusive anderer Copernicus Services“, fügt er hinzu. „Teil dieser Familie zu sein und diesen Report mit seinen zahlreichen Informationen zu präsentieren, erfüllt uns mit Stolz. Er bietet vielen verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft nützliche Informationen – von Entscheidungsträgern und Unternehmen bis hin zu WissenschaftlerInnen und jedem einzelnen Bürger.“

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Die Ergebnisse für 2019 verdeutlichen fortlaufenden Erwärmungstrend

Der European State of the Climate 2019 Report bestätigt, dass Temperaturen in ganz Europa weiterhin einen klaren Erwärmungstrend zeigen. Elf der zwölf wärmsten Jahre gab es seit 2000. 2019 war dabei in Europa das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, knapp vor 2014, 2015 und 2018. Zusätzlich dazu waren alle Jahreszeiten deutlich wärmer als durchschnittlich. Der Sommer 2019 sogar der Viertwärmste seit mindestens 1979. Große Teile Europas erlebten Sommertemperaturen bis zu drei bis vier Grad Celsius über dem Durchschnitt. Intensive Hitzewellen im Juni und Juli brachen Temperaturrekorde in mehreren europäischen Ländern, unter anderem in Frankreich und Deutschland.

Des Weiteren schadeten im Sommer 2019 Dürrebedingungen der Pflanzendecke in weiten Teilen des Kontinents. Auch wenn Teile der Pflanzendecke in Westeuropa sich im Herbst wieder erholten, wurden diese gegen Ende des Jahres von starken Regenfällen getroffen.

In der europäischen Arktis waren die Temperaturen niedriger als in den letzten Jahren. Trotzdem lag die Lufttemperatur in der Region sowohl an Land als auch über dem Meer 0,9 Grad Celsius über dem Referenzdurchschnitt von 1981-2010. Obwohl die Sommertemperaturen in der Arktis lediglich durchschnittlich waren, sorgte die kurze Hitzewelle, die in Europa Ende Juli wütete, für Rekordtemperaturen in Nordskandinavien und führte zu einer Rekordschmelze in Grönland, als sie nach Norden zog.

Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen

Auch 2019 stiegen laut dem European State of the Climate Report die Konzentrationen von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4) weiter an. Weltweite Ströme von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickstoffdioxid zeigen alle einen stetigen Aufwärtstrend. Ein Muster, dass sich seit vielen Jahren zeigt. WissenschaftlerInnen sagen, dass so hohe Konzentrationen wie 2019 das letzte Mal vor mehreren Millionen Jahren auf der Erde vorzufinden waren.

Anomalie der Sonnenstunden 2019 relativ zur Referenzperiode von 1983-2012. Datenquelle: EUMETSAT CM SAF.
Anomalie der Sonnenstunden 2019 relativ zur Referenzperiode von 1983-2012. Datenquelle: EUMETSAT CM SAF.

Meiste Sonnenstunden seit mindestens den 1980ern

2019 gab es – mit regionalen Unterschieden - die meisten Sonnenstunden, knapp mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015. Die Daten werden seit dem Jahr 1983 erhoben. Das verdeutlicht den klaren Trend zu mehr Sonnenstunden in Europa in den letzten 40 Jahren. Mit Aufzeichnungen über Sonnenstunden über das ganze Jahr gesehen, gab es vor allem in der ersten Jahreshälfte durchschnittlich deutlich weniger Wolken. Regionen, die den meisten Sonnenschein abbekommen haben, waren Spanien, Teile Frankreichs, sowie Zentral- und Osteuropa.

European State of the Climate 2019

Der European State of the Climate 2019 wird von C3S aus verschiedenen Datenquellen und mit Hilfe weiterer Klimawissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zusammengestellt und bietet einen ganzheitlichen Überblick über die jährlichen und saisonalen Klimabedingungen in Europa und der europäischen Arktis, sowie Vergleiche zum Langzeitdurchschnitt. So erhalten Entscheidungsträger, Planer, Branchen, Unternehmen und Bürger einen besseren Einblick in das Klima und können Maßnahmen zur Reduzierung und Anpassung an den Klimawandel einleiten.

Quelle: UD/fo
 

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