18.03.2019

15.12.2018

Klimawandel

Weltweit nur eine von zehn Airlines kompatibel mit Klimazielen

Eine von 10 Airlines weltweit hält trotz Wachstum ihre CO2-Emissionen konstant. Diese wenigen Airlines gleichen den Zuwachs bei ihren geflogenen Kilometern durch Steigerung der CO2-Effizienz annährend aus. Dies ist ein erster Schritt auf dem Weg zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, das weltweit schnelle und weitreichende CO2-Reduktionen verlangt.

Weltweit nur eine von zehn Airlines kompatibel mit Klimazielen

Dabei liegen diese Airlines bei der absoluten Klimaeffizienz nur im oberen Mittelfeld. Das zeigt die Herausforderung, die CO2-Effizienz fortlaufend zu steigern. Diese Ergebnisse des neuen atmosfair Airline Index (AAI) 2018 stellte die  Klimaschutzorganisation atmosfair jetzt vor.

Zu den wenigen wachsenden Airlines mit konstanten CO2-Emissionen gehören mit Thai Airways (67 von 100 Punkten, Effizienzklasse C), Finnair (64 Punkte, Klasse D), American Airlines (59 Punkte, Klasse D) und All Nippon Airlines (58 Punkte, Klasse D) Fluggesellschaften verschiedener Größen und Herkunftskontinente. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Effizienzsteigerungen der Airlines weltweit derzeit allein noch nicht zum 1,5 Grad oder 2 Grad Ziel führen“, sagt Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer von atmosfair. „Wir brauchen neue, synthetisch und CO2-neutral hergestellte Treibstoffe und weitere Maßnahmen für die Klimawende im Flugverkehr.“ 

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Weltweit wuchsen die CO2-Emissionen der Airlines mit fünf Prozent, während die geflogenen Kilometer um gut 6 Prozent zulegten. Die notwendige Entkopplung von  Verkehrswachstum und CO2-Emissionen ist damit weiter nicht in Sicht. Das CORSIA Abkommen der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation ICAO erlaubt, dass  Fluggesellschaften zukünftig ihre wachsenden CO2- Emissionen durch Klimaschutzprojekte außerhalb der Luftverkehrsbranche kompensieren können.
Offen bleibt, wie die Branche selbst ihre CO2-Emissionen so senkt, dass sie im Einklang mit dem Pariser Abkommen nach 2050 CO2-frei wird.

Neue Flugzeugtypen steigern Effizienz der Flotten

Der AAI zeigt, dass neue Flugzeuge wie die Boeing 787-9, Airbus A350-900 oder 320neo selbst auf der verbrauchsintensiven Langstrecke Werte von weniger als 3,5 Liter  Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer erzielen können. Diese neuen Flugzeuge setzen aktuell die Messlatte für erreichbare CO2-Effizienz deutlich höher. Daher schneiden solche Fluggesellschaften im aktuellen AAI in der Bewertung schlechter ab, die eine unveränderte Flotte haben oder sich mit neuen Flugzeugen nur wenig verbessert haben. Da bei keiner Fluggesellschaft solche neuen Flugzeuge die Flotte dominieren, erreicht keine Fluggesellschaft die beste Effizienzklasse A und nur zwei die
Effizienzklasse B (Vorjahr: drei).

Ferienflieger oben auf

Die britische TUI Airways (früher Thomson Airways) steht mit knapp 80 Prozent
des erreichbaren Optimums bei den CO2-Emissionen wie im Vorjahr auf Platz eins des atmosfair-Rankings. Platz vier geht an die deutsche Schwester TUIFly (78 von 100 Effizienzpunkten). Damit liegt die deutsche Fluggesellschaft seit dem Start des atmosfair Rankings in 2012 durchgehend auf Spitzenplätzen. Mit der Condor schaffte es ein weiterer deutscher Ferienflieger unter die Top zehn (72 von 100 Effizienzpunkten).

Unter den großen Linienfluggesellschaften führt international die chilenisch brasilianische LATAM das Ranking mit moderner Flotte und hohen Auslastungen (Platz zwei, Effizienzklasse B) an. Innerhalb der EU folgen die spanische Air Europa (Platz 12, Klasse C) und KLM (Platz 17, Klasse C). Platz drei in der Gesamtwertung erreicht China West Air. Damit setzt sich die Regionalfluglinie als erste chinesische Airline dauerhaft in der Gruppe der besten Airlines fest (78 von 100 Effizienzpunkten). Von den Top 50 effizientesten Airlines der Welt kamen 14 aus Europa und 10 aus China.

Die Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften können erheblich sein. Der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer kann auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch liegen wie derjenige einer anderen. Die besten Werte erreichen Fluggesellschaften, die modernes, auf die Streckenlänge angepasstes Fluggerät einsetzen, viele Sitze darin unterbringen und sowohl Sitze als auch Frachtraum gut auslasten. Billigflieger werden im AAI in einer eigenen Klasse gewertet. Der Grund: sie profitieren unter anderem häufig von Subventionen und setzen diese dann über künstlich niedrige Ticketpreise in Flugkilometer und damit CO2-Emissionen um, die sonst nicht entstanden wären. Neun Billigflieger finden sich in der Effizienzklasse B. Wie die übrigen Airlines landen die meisten in den Effizienzklassen C und D.

Aufbau, Daten und Methode

Der Atmosfair Airline Index (AAI) vergleicht einzeln die Treibhausgasemissionen der über 200 größten Fluggesellschaften weltweit und bewertet deren CO2-Effizienz. Insgesamt bildet der AAI mit etwa 33 Millionen Flügen rund um den Globus etwa 92 Prozent des weltweiten Luftverkehrs ab. Die aktuellen Berechnungen beruhen auf den jüngsten verfügbaren Daten der weltweiten Luftverkehrsbranche von 2016.

Im AAI kann jede Fluggesellschaft zwischen 0 und 100 Effizienzpunkte erhalten, getrennt nach Kurz-, Mittel- und Langstrecke. So kann jeder Fluggast vor einem Flug die Fluggesellschaften vergleichen, die Flüge zu seinem Ziel anbieten, und sich für diejenige entscheiden, die am wenigsten CO2 produziert. Dies ist vor allem für Unternehmen mit vielen Geschäftsreisen interessant, die im besten Fall durch den Wechsel der Fluggesellschaft CO2 und Ticketkosten sparen können.

Der Index basiert auf dem CO2-Ausstoß einer Fluggesellschaft pro Kilometer und Passagier auf allen geflogenen Strecken. Den CO2-Ausstoß berechnet der Index über den Flugzeugtyp, die Triebwerke, die Verwendung von Winglets (aerodynamische Flügelspitzen), die Sitz- und Frachtkapazität sowie deren Auslastungen auf jedem einzelnen Flug. Datenquellen sind ausschließlich internationale Organisationen wie ICAO oder IATA und eine Reihe spezialisierter Datendienste der Luftfahrtbranche, sowie Computermodelle von Flugzeugingenieuren.

Quelle: UD/pm
 

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