19.03.2019

28.12.2018

Klimawandel

„Cropping School“ als Antwort auf den Klimawandel in Brandenburg

Betriebe in Brandenburg schließen sich in einem Kompetenznetzwerk zusammen, das an die Idee von Anbauringen aus den 1920er-Jahren erinnert. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde koordiniert das Projekt und will den Austausch zwischen ökologischen Acker- und Pflanzenbaubetrieben fördern, um langfristig ackerbauliche Probleme in Brandenburg zu lösen.

„Cropping School“ als Antwort auf den Klimawandel in Brandenburg

Wenn Anna Michel auf ihre Felder geht, ist sie von den Luzernebeständen nicht begeistert. „Sie wächst nicht so, wie ich mir das erhofft habe“, sagt die Landwirtin, die einen Ackerbaubetrieb in der Uckermark (Brandenburg) seit mehr als 25 Jahren betreibt. Ihr Hof liegt in einer Region, die bundesweit als Modellregion für nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum gilt. Zugleich ist sie stetigen Veränderungen wie z.B. durch den Klimawandel ausgesetzt. „Für die Landwirte ist das keine einfache Aufgabe“, beobachtet Sabrina Scholz, Mitarbeiterin im Projekt „Kompetenznetzwerk Ökologischer Acker- und Pflanzenbau Nordost Brandenburg - Cropping School“. Sie sieht das positive Image der Region durch die erschwerten Rahmenbedingungen gefährdet. „Wir wollen mit dem Projekt Öko-Betriebe vernetzen, um für künftige Veränderungen besser gewappnet zu sein“, erklärt sie. Wissensmanagement spiele hierbei eine wichtige Rolle. Deshalb wolle man mit dem Projekt einen Öko-Ackerbauring Uckermark („Cropping School“) etablieren, der einen regelmäßigen Austausch unter den Betrieben zu individuellen Fragestellungen ermöglicht.

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Die Idee ist, eine Plattform zu etablieren, die Betriebe wie die Teilnehmer von Gut Wilmersdorf, Gut Netzow, Gut Temmen, Gut Klepelshagen und Gut Kerkow zur besseren Vernetzung nutzen können. Regelmäßige Ringveranstaltungen, die mit Besuchen auf den jeweils anderen Höfen einhergehen, bieten den Rahmen betriebs- und standortspezifisch auftretende Probleme in der Gruppe zu diskutieren und Handlungsempfehlungen weiterzugeben. „Somit lassen sich beispielsweise Wachstumsprobleme bei der Luzerne schneller in den Griff bekommen, wenn sie in der Gruppe eruiert werden. Das spart den einzelnen Betrieben Zeit, weil sie nicht selbst über Jahre experimentieren müssen“, erläutert die HNEE-Mitarbeiterin. 

Das Konzept ist angelehnt an Anbauringe, die Anfang des 20. Jahrhunderts existierten. Hierbei tauschten sich landwirtschaftliche Betriebe zu ackerbaulichen Probleme aus. „Schwerpunktthema ist aktuell der Zwischenfruchtanbau. Durch die klimatischen Veränderungen besteht ein erhöhter Bedarf an Wissensaustausch. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die bodenschonende Bearbeitung, vor allem Direkt- und Mulchsaatverfahren. „Dazu wollen wir im nächsten Frühjahr auf einem der Betriebe einen Praxisversuch anlegen“, sagt Sabrina Scholz.

Bis zum Ende des Projekts wolle man zudem erreichen, dass es eine eigene Koordinationsstelle der „Cropping School“ gibt. Hier könnten dann aktuelle Bedarfe zusammengefasst und Betriebsführungen auf den unterschiedlichen Höfen organisiert werden.

Quelle: UD/fo
 

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