Biodiversität

Rote Liste (2): Vom Tier zum Schmuck

Ihre Kostbarkeiten werden ihnen zum Verhängnis - Elefanten zum Beispiel werden oft nur wegen ihrer Stoßzähne getötet. Im zweiten Teil unserer Serie widmen wir uns neben Tieren, die vor allem Wilderern zum Opfer fallen, auch unseren nächsten Verwandten.

24.04.2009

Foto: Fotolia.com
Foto: Fotolia.com
Rüsseltiere (Proboscidea)

Die Einzigen heute noch lebenden Vertreter dieser Ordnung sind die Elefanten, sie werden mit 50% als bedroht eingestuft. Ihr Ursprung liegt in Afrika, von dort aus erreichten sie einen hohen Verbreitungsgrad, der sich fast über die gesamte Erde erstreckt. Davon ausgenommen sind der australische Kontinent sowie Inseln wie Madagaskar, Neuguinea und Neuseeland. Heute existieren sie nur noch in Afrika und Südasien. In der Vergangenheit gab es regelrechte „Elefantenmassaker“, in denen Wilderer die Tiere töteten, um an ihre Stoßzähne zu gelangen. Und auch heute stellen Wilderei und Elfenbeinhandel für die Elefanten eine große Gefahr dar. Da in den Absatzmärkten die Unterscheidung von legalem und illegalem Elfenbein kaum möglich ist, floriert der Absatz mit geschmuggelter Ware. Durch die Zerstörung der Wälder sind die grauen Riesen oft nur noch in Reservaten und Nationalparks sicher.

Herrentiere (Primates)


Oft wird für diese Ordnung auch die Bezeichnung „Affen“ verwendet. Das ist jedoch nicht korrekt, da die eigentlichen Affen nur einer Untergruppe der Primaten darstellen und auch der Mensch Teil dieser Ordnung ist. Insgesamt beinhaltet sie 414 Familien, mit wiederum zahlreiche Gattungen. Nach Einschätzung der IUCN zählen hier die Familien der Menschenaffen und Gibbons mit 100% zu den am stärksten bedrohten Arten.

In der Familie der Menschenaffen ist der Mensch die einzige Gattung, die nicht bedroht ist. Alle weiteren, also Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen, sind den Kategorien „vom Aussterben bedroht“ und „stark gefährdet“ zugeordnet. Ihr Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die tropischen Regionen des zentralen Afrikas und die südostasiatischen Inseln Sumatra und Borneo. Hier leben sie in Regenwäldern, beziehungsweise der Schimpanse auch in Savannengebieten. Daher ist die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Waldrodung und Umwandlung von Savannen in Weide- oder Ackerland ihre stärkste Bedrohung. Hinzu kommt die Bejagung, in vielen Gebieten wegen ihres Fleisches aber auch um Jungtiere einzufangen. Im Zuge dessen wird oft das Muttertier getötet. Ebenso werden sie häufig von Farmern erlegt, die so ihre Plantagen verteidigen wollen.

Die Gibbons sind in Südostasien verbreitet. Sie gehören mit einer Größe von maximal einem Meter zu den „kleinen Menschenaffen“ und sind ebenfalls durch Jagd und den Verlust ihres Lebensraumes gefährdet.
Nasenbeutler (Peramelemorphia)
 
Insgesamt beinhaltet diese Ordnung drei Familien, die der Kaninchennasenbeutler gilt jedoch mit 100% als am stärksten bedroht. Sie gleichen einer Mischung aus Maus und Kaninchen, mit einer langgezogenen Nase, großen Ohren und einem langen Schwanz der am Ende eine weiße Quaste  trägt. Ausgewachsen erreicht das in Australien lebende Tier eine Kopfrumpflänge von 20 bis 55 Zentimeter. Wälder, Savannen, Buschländer und Wüsten waren früher ihr Lebensraum, heute sind sie in die Trockenregionen verdrängt. Ihr größter Feind ist der Mensch, der sie aus mehreren Gründen jagt: Ihr Fleisch gilt als Leckerbissen, der Pinselschwanz dient als Schmuck und auch das seidige Fell ist besonders gefragt. Zusätzliche Bedrohung stellen natürliche Feinde wie die Rotfüchse und Hauskatzen dar. Um das Tier vor dem Aussterben zu bewahren, laufen Nachzucht- und Wiederaussiedlungsprogramme. Ausserdem gibt es den „Easterbibly“ - ein Schokoladenkaninchenbeutler als einheimische Alternative zum Osterhasen. Die Einnahmen aus seinem Verkauf werden teilweise für Maßnahmen zum Schutz der Art verwendet.

Quelle: UD
 
Newsletter

Unsere Verantwortung/Mitgliedschaften

Logo
Serverlabel
The Global Compact
Englisch
Gold Community
Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Caring for Climate

© macondo publishing GmbH
  Alle Rechte vorbehalten.

 
Lasche