20.08.2019
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08.08.2019

UN-Entwicklungsziele

Trockenfutter für Superfood-Bauern entwickelt

Heuschrecken und Grillen könnten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der wachsende Weltbevölkerung mit ausreichend Proteinen leisten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team internationaler Forscher unter Beteiligung der TUM. Wilhelm Windisch zum Superfood-Hype: "Wer Tiere professionell und im großen Maßstab halten will, muss exakt wissen, welche Nährstoffe sie brauchen und verwerten können. Und bei Insekten müssen wir das erst herausfinden."

Trockenfutter für Superfood-Bauern entwickelt
Nachdem das Forschungsteam den Heuschrecken unterschiedliche Trockenfutter-Varianten angeboten hatte, kontrollierte es das Gewicht der ausgewachsenen Insekten.

Prüfbare Qualität und Sicherheit

Zusammen mit einem deutsch-kenianischen Team aus Wissenschaftlern, hat der Agrarwissenschaftler Windisch erstmals systematisch untersucht, wie verschiedene Futtersubstrate Wachstum und Entwicklung von Grillen (Gryllus bimaculatus) und Heuschrecken (Schistocerca gregaria) beeinflussen. In der freien Natur ernähren sich beide Gattungen von Blättern. "Doch die ganzjährige Versorgung großer Insektenfarmen mit frischem Grün ist praktisch nicht zu realisieren. Man braucht Futtermittel von nachprüfbarer Qualität und Sicherheit, die sich trocknen, lagern und transportieren lassen."

Kommerzielle Tiernahrung würde diese Kriterien erfüllen. Aber ob diese tatsächlich den Nährstoffbedarf von Insekten deckt, wollten die Fachleute ermitteln. Im International Centre of Insect Physiology and Ecology in Nairobi hat das Team untersucht, wie die beiden Arten auf unterschiedliche Nahrungsangebote reagieren. Verfüttert wurden verschiedenen Trockenfutter-Varianten, die Maisstärke, eiweiß- und faserreiche Augenbohnenblätter, eiweißreiches Sojaextrakt und mit Vitaminen angereichertes Karottenpulver enthielten.

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"Forschung steht ganz am Anfang"

"Uns war bewusst, dass der Stoffwechsel und die Verdauung bei Insekten etwas anders ablaufen als bei den bisher gängigen Nutztieren wie Rind, Schwein und Huhn. Womit wir nicht gerechnet hatten, sind enorme gattungsspezifische Unterschiede", erläutert Windisch. Heuschrecken beispielsweise können Pflanzenfasern verwerten, die für uns unverdaulich sind. Grillen hingegen scheiden faserreiche Nahrung wieder aus. Heuschrecken wachsen nur schnell, wenn sie Eiweiß bekommen, Grillen brauchen vor allem Stärke.

Woher die Unterschiede kommen, ist noch unklar. In ihrem nächsten Projekt wollen die Forscher untersuchen, welche Enzyme im Darm verschiedener Insekten aktiv sind und welche von ihnen beispielsweise Pflanzenfaser in Glucose verwandeln können. Windisch: "Noch steht die Forschung ganz am Anfang: Aber mit jedem Ergebnis verstehen wir den Stoffwechsel und den Nährstoffbedarf einzelner Gattungen besser und können diese Ergebnisse nutzen."

Quelle: UD/pte
 

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