11.12.2018

16.05.2018

UN-Entwicklungsziele

Weichenstellungen für eine nachhaltige Unternehmerschaft

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN bieten einen globalen Zielrahmen für die nachhaltige Entwicklung, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte zusammen bringt. Zur Umsetzung sind Politik, Gesellschaft und Unternehmen gleichermaßen gefordert. Mit einem Erfahrungsaustausch in Berlin brachte der Umweltgutachterausschuss Akteure der Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Verbände und weiterer Institutionen zusammen, um über die gemeinsame Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu diskutieren.

Weichenstellungen für eine nachhaltige Unternehmerschaft
Bettina Heimer, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VNU – Verbands für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement, berichtet über Ergebnisse aus der UGA-Studie zum inhaltlichen und methodischen Vergleich.

Eine Vielzahl von Unternehmen beschäftigt sich nicht erst seit der Veröffentlichung der SDG mit nachhaltiger Unternehmensführung. Sei es auf ökologischer Ebene über ein Umweltmanagementsystem oder im Rahmen einer Nachhaltigkeitsberichterstattung bedienen sich Organisationen einer Vielzahl von Instrumenten. Sie sehen Nachhaltigkeit nicht nur als weiches Thema im Sinne von Werten und Überzeugungen, sondern auch als Bedingung, um ihre „Licence to operate“ sicherzustellen. In seinem einführenden Gastbeitrag erläuterte der Umweltmanagementbeauftragte Dr. Patrick Neumann-Opitz, wie die Flughafenbetreiberin Fraport einzelne SDG auf ihr Geschäftsfeld überträgt. Welche der 17 Ziele und 169 Unterziele für Unternehmen gut anwendbar sind und welche nur geringe Steuerungsmöglichkeiten bieten, diskutierten die 50 Teilnehmenden teilweise kontrovers.

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Management- und Auditsysteme wie EMAS decken die Umwelt als Teilbereich der Nachhaltigkeit ab. Andere Instrumente wie der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) oder die Global Reporting Initiative (GRI) beziehen soziale und wirtschaftliche Aspekte noch stärker in ihren Scope ein. Bei ihnen stehen jedoch eher Anforderungen an die Berichterstattung im Fokus, als an das dahinterliegende Managementsystem zur Leistungsverbesserung. In der Praxis kann eine Kombination ein sinnvoller Weg sein, wie eine UGA-Studie zu den Schnittstellen zwischen EMAS und DNK aufzeigt, deren Zwischenstand Bettina Heimer, stellvertretende Vorsitzende des Verbands für Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement beim Erfahrungsaustausch vorstellte. Auch die Fraport AG geht diesen Weg. „Das älteste Label, mit dem wir uns beschäftigen, ist EMAS. Es hat sich seit 1999 für das Fraport-Umweltmanagement bewährt und dient als „Blaupause“ für die Umweltdimension unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung“ erklärt Dr. Neumann-Opitz.

Transparenz in Management und  Berichterstattung

Wer Nachhaltigkeit für sich reklamiert, sollte sich jedoch auch kritisch damit auseinandersetzen. Wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte eines Unternehmens bedürfen auch einer höheren Priorität im Management sowie in der Berichterstattung, sonst setzt sich ein Unternehmen schnell dem Vorwurf der „Rosinenpickerei“ aus. Deshalb sollte eine Wesentlichkeitsprüfung der zu berichtenden Nachhaltigkeitsaspekte erfolgen, um Transparenz sicherzustellen.

Extern geprüfte Nachhaltigkeitsberichte genießen eine höhere Glaubwürdigkeit und Wertigkeit bei den Stakeholdern. Verschiedene Berufsstände stehen in diesem vergleichsweise jungen Prüffeld im Wettbewerb. Derzeit prüfen hauptsächlich Wirtschaftsprüfer Nachhaltigkeitsberichte. „Die Umweltgutachter können diesen Wettbewerb als „pushing factor“ befeuern – mit einem positiven Ansatz – nämlich der Expertise, dass sie schon sehr viel länger in diesem Themenfeld aktiv sind“, erklärt Yvonne Zwick, Leiterin des DNK-Büros, und spricht sich für mehr Qualität in der Nachhaltigkeitsberichterstattung aus.

Nicht zuletzt steht neben der Wirtschaft auch die Politik in der Verantwortung, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Teilnehmende der Veranstaltung fordern ein ressortübergreifendes Engagement verschiedener Bundesministerien. Vorhaben im Sinne der Nachhaltigkeit müssten stärker auch in die Länder und Kommunen getragen werden. Auch nachhaltige Forschung, Bildung und der öffentliche Dienst müssen im Sinne einer Vorreiterrolle und der Multiplikatorenausbildung gefördert werden.

Quelle: UD/pm
 

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