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13.07.2015

UN-Entwicklungsziele

Ebola Krise: WHO zu wenig leistungsfähig und zu langsam

Die Ebola-Krise hat bewiesen, dass der Weltgesundheitsorganisation die Leistungsfähigkeit und die Entscheidungskultur für den Umgang mit globalen Notfällen im Gesundheitsbereich fehlt. Zu diesem vernichtenden Ergebnis kommt eine unabhängige Studie, die von der WHO selbst in Auftrag gegeben worden war.

Ebola Krise: WHO zu wenig leistungsfähig und zu langsam zoom
Ebola Treatment Center in Sierra Leone

Laut dem Prüfungsausschuss reagierte die WHO für eine effektive Bekämpfung des Virus zu langsam. Bisher sind in Westafrika mehr als 11.000 Menschen an den Folgen einer Erkrankung gestorben. Die Studie fordert, dass die Weltgesundheitsorganisation dringend einer Reform unterzogen wird. Die WHO selbst plant laut BBC bereits entsprechende Maßnahmen.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hatte bereits im Mai zugegeben, dass die Organisation zu lange mit der Erklärung des internationalen Notfalls gewartet habe. Die Krankheit breitet sich ab Dezember 2013 aus. Erst im August 2014 alarmierte die WHO jedoch die Weltöffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt waren schon mehr als 1.000 Patienten gestorben. Laut der aktuellen Studie fehlt der WHO eine Kultur zum Treffen rascher Entscheidungen. In den Anfangsstadien der Ebola-Krise wurden Nachrichten über den Ernst der Situation verschickt. Sie erreichten aber entweder die zuständigen Entscheidungsträger nicht oder diese Personen waren nicht in der Lage, ihre Bedeutung zu erkennen. "Es scheint die Hoffnung bestanden zu haben, dass die Krise durch eine gute Diplomatie und nicht durch das Ergreifen von Notfallmaßnahmen in den Griff zu bekommen wäre."

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Notfallfonds soll eingerichtet werden

Die WHO wurde auch dafür kritisiert, dass Regierungen und Öffentlichkeit nicht laufend über das Ausmaß und die Schwere des Ausbruches informiert wurden. Positiv vermerkt die Studie, dass die Weltgesundheitsorganisation eine wichtige Rolle bei der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten gespielt hat. Die Studienautoren empfehlen einen sofortigen Beitrag aller Mitgliedsstaaten für die Schaffung eines speziellen Fonds, der mit 100 Millionen Dollar ausgestattet sein soll. Zusätzlich soll die WHO ein "Centre for Emergency Preparedness and Response" einrichten.

Stocking: WHO muss fit gemacht werden

Barbara Stocking, die Vorsitzende des Panels, früherer CEO der Wohltätigkeitsorganisation Oxfam betonte, dass die WHO für diese Aufgaben fit gemacht werden müsse. "Bei Organisationen wie Oxfam geht es immer um ein sehr rasches Eingreifen. Man versucht immer, ein Problem entweder zu verhindern oder die Situation von Beginn an in den Griff und sehr rasch unter Kontrolle zu bringen. Genau diese Veränderungen müssen auch bei der WHO passieren."

MSF fordert rasche Umsetzung

Joanne Liu, Präsidentin von Medecins Sans Frontieres International, hinterfragte laut BBC in einer ersten Reaktion, wie diese Empfehlungen umgesetzt werden sollen. "Wir haben so viele Studien erlebt, die Veränderungen eingefordert haben. Derzeit erkranken 20 bis 25 Menschen pro Woche immer noch an Ebola. Wir haben die derzeitige Epidemie noch immer nicht unter Kontrolle. Beim Ebola-Fieber haben wir mit Gleichgültigkeit angefangen, dann kam weltweite Angst, später eine internationale Reaktion und jetzt eine weltweite Erschöpfung. Wir müssen diesen Job ganz einfach zu einem Ende bringen."

Quelle: UD/pte
 

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