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14.08.2019

Politik & Gesellschaft

Nötige Kompetenzen für Digitalisierung

Neue Technologien, Innovationsdruck, steigende Kundenerwartungen: Die Dynamik der Digitalisierung führt dazu, dass Berufseinsteiger ebenso wie langjährige Mitarbeiter künftig andere Kompetenzen in der Berufswelt benötigen, als noch vor ein paar Jahren. Im Interview betont Christian Gorczak, Manager Talent Management & Recruiting bei Telefónica Deutschland, dass Offenheit für Neues und der Umgang mit Vielfalt der Schlüssel zum Erfolg sind.

Nötige Kompetenzen für Digitalisierung
Christian Gorczak, Manager Talent Management & Recruiting bei Telefónica Deutschland

Um die Digitalisierung kommt kaum ein Mitarbeiter herum – ob Bäcker, Architekt oder Marketingexperte. Die Telekommunikationsbrache ist besonders im Zentrum der Digitalisierung. Welche Qualifikationen sollten unter diesem Aspekt Berufseinsteiger bei Telefónica Deutschland mitbringen?

Christian Gorczak: Zunächst einmal sollten sie eine gewisse Grundqualifikation mitbringen, die gar nicht notwendigerweise auf digitale Themen abzielt. Ein erfolgreicher Abschluss ist auch in unserer heutigen Zeit wichtig. Aber natürlich sind durch die Digitalisierung auch neue Kompetenzen relevant geworden. Dazu gehören einerseits digitale Kompetenzen, wie beispielsweise ein grundlegendes Verständnis und Anwendungswissen für Software-Programme oder die Fähigkeit, mit Daten umzugehen. Das heißt nicht, dass jeder ein Data Scientist sein muss – schon gar nicht als Berufseinsteiger.

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Aber jeder sollte Daten für seine spezifische Fragestellung nutzen oder Analysen verstehen und in den richtigen Kontext setzen können. Daten unterstützen uns bei Telefónica Deutschland beispielsweise bei der Entscheidungsfindung, wenn es um die passenden Angebote für unsere Kunden geht. Zusätzlich haben bestimmte persönliche Kompetenzen deutlich an Bedeutung zugenommen, die ich gerne als Veränderungskompetenz zusammenfasse.

Welche sind das genau?

Gorczak: Fortschritt und Wandel sind heute unsere ständigen Begleiter. Das setzt eine gewisse Offenheit für Neues und eine positive Grundeinstellung zu Veränderungen voraus. Die digitale Gesellschaft bringt eine Menge neuer Chancen hervor. Diese sollten Mitarbeiter aktiv angehen und gestalten, auch um sich persönlich weiterzuentwickeln. Außerdem ist es gerade in dieser schnelllebigen Welt essentiell, dass sich Mitarbeiter kontinuierlich weiterbilden. Das ist sowohl für das Unternehmen wichtig, aber auch für die persönliche Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt. Lernen kann man auf ganz unterschiedliche Weise, es muss nicht immer das klassische Seminar sein.
Durch Erfahrung in Projekten, durch Lesen, durch das Ansehen von Video-Tutorials, durch Job Rotations oder auch durch Feedback und Austausch lernen wir. Lernen ist ein sehr vielschichtiger Prozess und jeder hat andere Präferenzen – digital oder analog, in kleinen Häppchen oder über mehrere Tage. Entscheidend ist immer, dass man bewusst reflektiert: Was habe ich gelernt und wie kann ich es konkret anwenden?

Das heißt, auch im heutigen digitalen Zeitalter gilt noch der Spruch „man lernt nie aus“?

Gorczak: Ja, unbedingt – dieser Satz gewinnt heutzutage sogar eher noch an Bedeutung. Es muss das Bewusstsein geschaffen werden, dass eine Ausbildung nicht abgeschlossen ist, wenn ich mein Zeugnis in der Hand halte. Lebenslanges Lernen ist hier das Stichwort – die täglichen Aufgaben und Herausforderungen werden sich im Zuge der Digitalisierung immer wieder verändern und neue werden dazukommen. Dafür ist wichtig, dass Mitarbeiter flexibel sind und ihre Entwicklung nie als abgeschlossen betrachten, um bestmöglich auf künftige Aufgaben vorbereitet zu sein.

Sind Mitarbeiter mit den Veränderungen nicht auch manchmal überfordert?

Gorczak: Sicherlich kommt jeder einmal an den Punkt und sagt: Können wir die Welt mal kurz anhalten? Das geht mir genauso. Und da kommen wir zu einer weiteren Kompetenz, die im Zuge des Wandels an Bedeutung gewinnt: die sogenannte Resilienz. Das ist eine gewisse Widerstandsfähigkeit, die hilft, damit man sich in der zunehmenden Unsicherheit souverän bewegen kann. Wenn ich das Gefühl habe, selbst etwas bewirken zu können, wenn ich mir meiner Stärken bewusst und überzeugt bin, dass Veränderungen mich nicht gleich aus der Bahn werfen, kann ich ihnen mit einer gewissen Gelassenheit entgegen sehen.

Arbeitsgruppe Flipchart Teamwork Meeting

Man hört ja immer wieder aus Unternehmen, dass Mitarbeiter jetzt agil und crossfunktional arbeiten müssen. Was wird da erwartet?

Gorczak: Wichtig sind sicherlich umfassende Methodenkompetenzen: Es geht aber nicht darum, dass es nur noch SCRUM-Teams gibt und alle bei Meetings stehen müssen. Manchmal passt das Agile nämlich gar nicht zur Fragestellung. Sondern die Mitarbeiter sollten die verschiedenen Methoden kennen und dann je nach Aufgabe die richtige wählen. Das kann mal agil sein, aber manchmal auch ganz klassisch.
Was aber tatsächlich vorbei ist, ist das Arbeiten in seinem Abteilungssilo. Die Welt ist komplex geworden und diese Komplexität muss sich auch in den Teams widerspiegeln. Aus diesem Grund ist es wichtig zu verstehen, wie verschiedene Sachverhalte zusammenhängen und welche Auswirkungen die persönliche Tätigkeit auf das große Ganze hat. Welche Schnittstellen gibt es, was sind dabei die Abhängigkeiten? Durch gemischte Teams können Unternehmen in kürzerer Zeit bessere Ergebnisse für ihre Kunden erzielen. Denn alle wichtigen Parteien sitzen von Anfang an einem Tisch.

Damit diese Zusammenarbeit funktioniert, braucht es aber Menschen, die sich auch mit der Vielfalt an Perspektiven auseinandersetzen, die sich gegenseitig zuhören und voneinander lernen wollen, die Wertschätzung füreinander mitbringen und eine ehrliche Feedbackkultur etablieren. Denn reine gemischte Teams sind keine Selbstläufer. Man muss die Diversität auch bewusst nutzen wollen.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die gerade in die Berufswelt starten?

Gorczak: Lasst Euch von den großen Schlagworten der Digitalisierung, wie etwa New Work, Big Data, Internet of Things, Künstliche Intelligenz, et cetera, nicht abschrecken, sondern versucht das große Ganze im Blick zu behalten und erhaltet Euch unbedingt die Neugier und Offenheit Eurer Kindheitstage.

Junge Menschen sollten vor allem nicht vergessen, dass typische charakterliche Eigenschaften gerade in der digitalen Welt wieder mehr in den Fokus rücken – so unterscheidet sich der Mensch maßgeblich von der Maschine. Ergreifen Sie die Initiative, bauen Sie Beziehungen auf, zeigen Sie Empathie, Begeisterung und Leidenschaft, reflektieren Sie und lernen Sie, mit Konflikten in der Zusammenarbeit umzugehen. Das alles kann nur der Mensch und das macht uns wertvoll.

Das Interview führte Julia Lindner im Auftrag von Telefónica Deutschland.

Quelle: UD/cp
 

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