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14.05.2014

Studium & Beruf

Portrait: Inklusionsbeauftragter im Fussball

„Inklusion ist kein Hexenwerk. Man muss sie nur verstehen.“ Tom Prager spürt immer wieder, dass der Weg noch ein langer ist. Aber auch, dass die Menschen, mit denen er über Inklusion spricht, sehr schnell verstehen, warum dieser Weg der richtige ist. Im Zuge der Inklusionsinitiative der DFB-Stiftung Sepp Herberger haben alle Landesverbände einen Inklusionsbeauftragten berufen – Tom Prager ist der Verantwortliche im Sächsischen Fußball-Verband. „Manchmal ist es so: Wir machen eine Tür auf und finden dahinter zehn neue Türen. Die Inklusion ist unheimlich vielschichtig. Deshalb ist es umso wichtiger, jetzt diese verschlossenen Türen zu öffnen und unseren Weg zu gehen.“

Tom Prager, heute 40 Jahre alt, wächst in der ehemaligen DDR auf. Zunächst im kleinen Ort Berggießhübel, mit sieben Jahren geht es gemeinsam mit den Eltern nach Dresden. Er macht eine Ausbildung zum Industrieelektroniker, doch mit der Zeit der Wende und der Wiedervereinigung verändern sich die beruflichen Pläne. „Die Perspektiven waren nicht so, wie ich sie mir erhofft hatte. Und so habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Prager drückte noch einmal die Schulbank, holte das Abitur nach, studierte Betriebswirtschaftslehre und Sportwissenschaft an der Uni Chemnitz und arbeitet seit nunmehr zehn Jahren als Sportökonom für den Sächsischen Fußball-Verband.

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Fußball spielt in Tom Pragers Leben eine Rolle seit er fünf Jahre alt ist. „Wir haben damals in einer kleinen Turnhalle gespielt. Auf vier so kleine Keulen, die als Pfosten dienten.“ Die Vorbilder von damals: „Maradona natürlich. Aber auch Zidane. Oder, als Dresdner, natürlich Hans-Jürgen Dörner oder Matthias Sammer.“ Bis er 30 Jahre alt war spielte der Sachse aktiv im Verein. „Dann wurde es mit der Zeit ein bisschen knapp.“ Prager war Sechser. Aber keiner, der defensiv abräumt. „Bei meinen Körpermaßen eher schwierig. Ich bin 1,70 Meter groß.“ Vielmehr war Prager Spielgestalter – einer, der Ideen hat und die Fäden zieht. So, wie heute – abseits des Platzes – bei seiner Arbeit für den Verband.

„Mein Vater hat damals schon in Dresden im Nachwuchs-Leistungssport gearbeitet, war dabei nicht nur im Fußball aktiv. Das hat mich schon immer gereizt.“ Als Prager vor zehn Jahren beim Verband anfing, da hatte man gerade erst auf dem DFB-Amateurfußballkongress in Barsinghausen viele Themen rund um den Breitenfußball diskutiert und infolge dessen ein Konzept zur Entwicklung des Breiten- und Behindertenfußballs in Sachsen entwickelt. „Ich habe mich von Anfang an mit diesem Thema beschäftigt, war etwa auch dabei, als der Landesverband Special Olympics gegründet wurde. Schon damals waren wir in den Schulen und Werkstätten aktiv. Heute versuchen wir immer mehr Menschen von der Sache zu überzeugen, was auch gelingt. Dabei gilt es Vorurteile abzubauen. Wenn sich Menschen mit der Inklusion beschäftigen, dann merken sie oft sehr schnell, wie unkompliziert es ist aktiv zu sein. Es ist einfach eine Unsicherheit spürbar bei Menschen, die sich mit dem Thema Behindertenfußball noch nie auseinandergesetzt haben. Diese Unsicherheit gilt es abzubauen, denn hinter einer verschlossenen Haltung steckt eigentlich nie böser Wille, sondern einfach nur diese Unsicherheit, etwas falsch zu machen.“

Quelle

Der Beitrag erschien im Original bei der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Mehr dazu auf dieser Facebook-Seite.

Quelle: UD/pm
 

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