CSR-Strategie

„Klimaneutralität ist eine Pflichtaufgabe für jedes Unternehmen“

Es gibt Unternehmen, die sehen das Thema Nachhaltigkeit vor allem als Marketing- und PR-Option. Andere haben es seit jeher in ihrer Unternehmensstrategie fest verankert. So auch das Kosmetikunternehmen cosnova, das hinter den Beauty-Marken essence und CATRICE steht. Hauptaugenmerk der Corporate Responsibility Abteilung liegt auf dem umfangreichen Engagement für Umwelt und Tierwohl sowie auf den ambitionierten Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens – vor allem aber auf Transparenz im täglichen Handeln.

17.05.2022

„Klimaneutralität ist eine Pflichtaufgabe für jedes Unternehmen“
Maximilian Peters, Expert Corporate Responsibility bei cosnova

Aus diesem Grund spricht Maximilian Peters, Expert Corporate Responsibility bei cosnova, im Interview ausführlich über die Klimastrategie des Beauty Players.

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UmweltDialog (UD): Herr Peters, was genau bedeutet es, wenn ein Unternehmen sich als „klimaneutral“ bezeichnet?

Maximilian Peters: Wenn ein Unternehmen klimaneutral ist, dann heißt das, dass es – meist mit einem Klimaschutzpartner und einem Klimaschutzprojekt - den jährlichen CO2-Ausstoß des gesamten Betriebes berechnet hat und die Menge an ausgestoßenen Treibhausgasen an einer anderen Stelle wieder ausgleicht. Diese nachhaltige Pflichtaufgabe kann und muss jedes Unternehmen erfüllen, und zwar eher früher als später.

UD: Sie sprechen von Pflichtaufgabe...

Peters: Ja, genau. Leider ist dies noch nicht bei allen Unternehmen und ihren Entscheidern angekommen. Erst kürzlich wurde eine Umfrage des KOM-Magazins veröffentlicht, bei der sich herausstellte, dass Nachhaltigkeit für sehr viele Führungskräfte noch immer primär ein PR-Thema ist. Wenn ich so etwas lese, dann verärgert mich das sehr. Daher sage ich es gerne noch einmal: Klimaneutralität ist kein Trend, sondern eine unternehmerische Verantwortung.

UD: Funktioniert Klimaneutralität nur über den Weg der Kompensation?

Peters: Mit dieser Frage habe ich schon fast gerechnet. Der Knackpunkt ist ja, dass eine Produktion nicht emissionsfrei stattfinden kann. Schon wenn man einen Server nutzt, emittiert dieser CO2. Daher kann man nur durch Kompensierung klimaneutral sein. Wir haben für unseren Emissionsausgleich übrigens einen Windmühlenpark, den Jangi Windpark in Indien, genutzt. Für die Berechnung und den Einkauf unserer Ausgleichszertifikate arbeiten wir mit ClimatePartner zusammen. Allerdings kann ein solcher Ausgleich nur das Fundament einer glaubwürdigen Klimaschutzstrategie bilden. Unternehmen, die es mit dem Thema ernst meinen, versuchen natürlich den durch ihre Geschäftstätigkeiten verursachten CO2-Ausstoß stetig zu minimieren. So ist das auch bei cosnova. Wir sind uns der Verantwortung gegenüber dem Planeten und zukünftiger Generationen bewusst. Deshalb haben wir uns letztes Jahr der Science Based Target Initiative (SBTi) angeschlossen, um unseren Beitrag zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels zu leisten. Dabei arbeiten wir unter anderem an der Verbesserung unserer Verpackungen (durch zum Beispiel den vermehrten Einsatz von recycelten Materialien), eine effiziente Gestaltung unserer Logistikwege und die stärkere Inverantwortungnahme unserer Lieferanten für die bei ihnen anfallenden Emissionen.

UD: Warum genau ist Ihre Wahl auf ClimatePartner und ein Projekt in Indien gefallen?

Peters: ClimatePartner ist einer der weltweit anerkanntesten und erfahrensten Dienstleister für Kompsensationsmechanismen und Beratungsleistungen rund um das Thema Klimaschutz, mit dem wir bereits eine jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen. Das Unternehmen teilt unsere Werte und der Ausbau unserer Zusammenarbeit war somit ein logischer und sinnhafter Schritt.
Darüber hinaus engagieren wir uns schon seit vielen Jahren mit Projekten in Indien (zum Beispiel unsere Zusammenarbeit mit der Andheri-Hilfe, Plastics for Change und der Responsible Mica Initiative). Vor allem in Indien ist die Umweltverschmutzung, zum Beispiel durch Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen, ein großes Problem, bei dessen Lösung wir helfen möchten. Klimaschutzprojekte wie dieser Windenergiepark helfen dem Land durch Stromversorgung zu wirtschaftlichem Fortschritt. Gleichzeitig spart Windenergie nachweislich Treibhausgasemissionen ein und wir können einen Beitrag zum Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens leisten.

UD: Lassen Sie uns über die konkreten Klimaeckdaten von cosnova sprechen – wie viel CO2 stößt das Unternehmen aus und wie viel CO2-Kompensation umfasst so ein Projekt?

Peters: cosnova hat im Jahr 2019 rund 65.000 Tonnen CO2 ausgestoßen, das entspricht etwa dem CO2-Ausstoß von insgesamt 360 Millionen Lippenstiften. Das Jangi Windparkprojekt umfasst ein Volumen von 110.000 Tonnen CO2. Wir beteiligen uns mit einem Paket von 75.000 Tonnen CO2. Damit sind wir der größte Partner des Projekts.

UD: Wie sehen Ihre zukünftigen Pläne aus, um den CO2 Ausstoß zu reduzieren?

Peters: Nachhaltigkeit wurde seit der Unternehmensgründung in vielen Entscheidung direkt mitgedacht und ist heute Kern der Unternehmensstrategie. Als europäischer Mengenmarktführer für dekorative Kosmetik und international einkaufendes Unternehmen nimmt cosnova seine Verantwortung für den Klimaschutz sehr ernst, wir arbeiten stetig an der Reduktion unseres CO2-Fußabdrucks. Die Kompensation durch das indische Windpark-Projekt ist dabei erst der Anfang - ein nachhaltiges Unternehmen zu sein ist eine lebenslange Reise. So haben wir schon vor Jahren damit begonnen unsere Verpackungen umwelt- und damit auch umweltfreundlicher zu gestalten – zum Beispiel durch den vermehrten Einsatz von Rezyklaten oder eine verbesserte Recyclingfähigkeit. Darüber hinaus engagieren wir uns auch um umweltverträglichere Formulierungen unserer Produkte und erreichen spätestens im Frühjahr 2023 einen großen Meilenstein: völlige Freiheit unserer Produkte von festen Mikroplastikpartikeln.

Zusätzlich erarbeiten wir, wie bereits erwähnt, momentan unter Berücksichtigung der Science Based Target-Initiative noch dieses Jahr eine umfassende, wissenschaftlich fundierte Klimastrategie, mit der wir in den kommenden Jahren unseren CO2-Ausstoß noch weiter verringern werden. So werden wir künftig immer weniger zu kompensieren haben.

Quelle: UD/Sponsored Post
 

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