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Schlechtes Zeugnis fürs Sozialverhalten

Weil nicht nur Schulleistungen zählen: Eine Sozialstudie der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung hat den Sinn für das gemeinschaftliche Miteinander von Kindern und Jugendlichen untersucht. Die Studienergebnisse sind nun vorgestellt worden. Das Fazit: Mädchen sind sozialer, aber deutlich unzufriedener mit sich selbst als Jungen.

16.03.2020

Wie steht es um den Gemeinschaftssinn der heranwachsenden Generation? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Studie „Generation ‚Rücksichtslos‘?“, die die Bepanthen-Kinderförderung gemeinsam mit der Universität Bielefeld durchgeführt hat. Die Kernergebnisse der Studie sind jetzt als Broschüre und zum Download erhältlich.
Wie steht es um den Gemeinschaftssinn der heranwachsenden Generation? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Studie „Generation ‚Rücksichtslos‘?“, die die Bepanthen-Kinderförderung gemeinsam mit der Universität Bielefeld durchgeführt hat. Die Kernergebnisse der Studie sind jetzt als Broschüre und zum Download erhältlich.

In den Schulen schlägt aktuell die Stunde der Zwischenzeugnisse – doch nicht nur Leistung spielt in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen eine Rolle. Als ein tragender Pfeiler unserer Gesellschaft gilt der Gemeinschaftssinn, zu dem Kompetenzen wie Empathie, Solidarität, Respekt und Hilfsbereitschaft gehören. Allerdings ist es um diese Aspekte in der heranwachsenden Generation nicht gut bestellt: Ein solches „Zeugnis“ stellt die aktuelle Sozialstudie der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung aus. Die Ergebnisse zum Gemeinschaftssinn bei Kindern und Jugendlichen hat die Bepanthen-Kinderförderung jetzt als Publikation veröffentlicht.

Neben den zentralen Erkenntnissen bietet die Broschüre vertiefende Informationen zu den einzelnen Dimensionen des Gemeinschaftssinns sowie Einblicke in Studiendesign und Methodik. So wird erklärt, in welchem Rahmen beispielsweise die Interviews mit den Umfrageteilnehmern stattfanden, und wie die Studie unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Holger Ziegler, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld, als bevölkerungsrepräsentativ für Großstädte angelegt wurde.

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Eklatante Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Eines der deutlichen Ergebnisse: In beiden untersuchten Altersgruppen weisen Mädchen einen deutlich stärkeren Gemeinschaftssinn auf als Jungen (Kinder: 39 zu 20 Prozent, Jugendliche: 79 zu 56 Prozent). Sie verhalten sich grundsätzlich mitfühlender, hilfsbereiter, weniger gleichgültig und weniger abwertend. In der Beurteilung der eigenen Lebenszufriedenheit liegen Mädchen im Jugendalter jedoch deutlich hinter den Jungen zurück. Auch das Selbstwertgefühl fällt bei jugendlichen Mädchen im Vergleich zu ihren männlichen Altersgenossen geringer aus (Lebenszufriedenheit: Jungen 66 Prozent versus Mädchen 56 Prozent; Selbstwertgefühl: Jungen 66 Prozent versus Mädchen 57 Prozent).

Für beide Geschlechter betrachtet verfügen mehr als ein Fünftel der befragten Kinder (22 Prozent) und sogar ein Drittel der Jugendlichen (33 Prozent) über einen mangelhaft ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Eine signifikante Rolle spielt bei den zwölf- bis 16-Jährigen offenbar die Einstellung der Eltern: Zumindest die negativen Aspekte des Gemeinschaftssinns, Gleichgültigkeit und Abwertungsverhalten, werden durch die elterliche Haltung beeinflusst. Das Empathievermögen wie auch das solidarische Verhalten der Jugendlichen prägen die Eltern hingegen nur marginal.

Einblicke in die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen

Sei es in der Schule, in der Freizeit oder zu Hause: „Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Wahrnehmung und aktuelle Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen“, kommentiert Regina Gropp, Sprecherin der Bepanthen-Kinderförderung, die Ergebnisse. Der aktuellen Studie zufolge zeigen sich beispielsweise fast drei Viertel aller befragten Kinder (70 Prozent) zumindest teilweise gleichgültig gegenüber Gleichaltrigen in Problemlagen und weisen ihnen die individuelle Schuld dafür zu. „In unserer heutigen Gesellschaft kommt das gemeinschaftliche Miteinander offenbar in Teilen zu kurz“, sagt Gropp. „Die neu veröffentlichte Studienpublikation bietet alle Informationen zur Sozialstudie ‚Generation Rücksichtslos‘ auf einen Blick und schafft so eine Wissensbasis sowie Anknüpfungspunkte für Eltern, Erziehende und Interessierte.“

Die aktuelle Broschüre zur Sozialstudie der Bepanthen-Kinderförderung steht hier zum Download bereit.

Quelle: UD/cp
 

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