Lieferketten-Sorgfalt

 
 
  • Sozialaudits im Wandel: Fit für CSDDD und EUFLR

    Sozialaudits im Wandel: Fit für CSDDD und EUFLR

    Sozialaudits gehören seit Jahren zum Standardrepertoire des Lieferkettenmanagements. Mit der europäischen Lieferkettenrichtlinie CSDDD und der EU-Zwangsarbeitsverordnung EUFLR verändert sich jedoch ihre Rolle: Das volle Potenzial von Sozialaudits lässt sich nur als Bestandteil eines wirksamen Due-Diligence-Prozesses und mit einer konsequenten Risikoorientierung ausschöpfen. Unternehmen müssen nachvollziehbar darlegen können, warum das gewählte Audit für das konkrete Risiko geeignet war und welche Verbesserungen damit erzielt wurden.

  • Darf Deutschland sein Lieferkettengesetz einfach zurückbauen?

    Darf Deutschland sein Lieferkettengesetz einfach zurückbauen?

    Die Bundesregierung will das LkSG durch eine 1:1-Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie CSDDD ersetzen und den Anwendungsbereich auf Unternehmen ab 5.000 Beschäftigten anheben. Rund 95 Prozent der bisher erfassten Unternehmen fielen damit heraus. Juristen warnen: Der Rückbau eines erreichten menschenrechtlichen Schutzniveaus könnte völkerrechtswidrig sein.

  • LkSG: Reform ohne Substanz

    LkSG: Reform ohne Substanz

    Am 1. Juli 2026 hat der Koalitionsausschuss von Kanzler Merz beschlossen, den Anwendungsbereich des LkSG im Zuge der CSDDD-Umsetzung „massiv einzuschränken" – bei einer 1:1-Übernahme der EU-Schwellenwerte fielen rund 95 Prozent der bisher erfassten Unternehmen aus der direkten Sorgfaltsverantwortung. Was im September 2025 als Bürokratieabbau begann, entwickelt sich zur strukturellen Zurückstufung. Für den Mittelstand wächst die Rechtsunsicherheit.

  • Paradox der Sorgfaltspflicht: Mehr Regulierung, schlechtere ESG-Ratings

    Paradox der Sorgfaltspflicht: Mehr Regulierung, schlechtere ESG-Ratings

    Eine neue Studie der London School of Economics zeigt einen paradoxen Effekt: Seit Frankreich 2017 als erstes europäisches Land eine umfassende unternehmerische Sorgfaltspflicht einführte, sind die ESG-Ratings betroffener Konzerne in den Dimensionen Umwelt und Soziales signifikant gesunken. Der Grund ist nicht schlechteres Verhalten – sondern ein Strategiewechsel: Unternehmen managen nicht mehr ihr Rating, sondern ihr Haftungsrisiko.

  • EUDR vor dem Start: Zähne zeigen, ohne Kleinbauern zu verlieren

    EUDR vor dem Start: Zähne zeigen, ohne Kleinbauern zu verlieren

    Ab Ende Dezember 2026 müssen große Unternehmen nachweisen, dass ihre Produkte nicht mit Entwaldung verbunden sind. Doch nach zwei Verschiebungen und einer Vereinfachungsrunde steht die EU-Entwaldungsverordnung am Scheideweg: Ohne konsequente Durchsetzung droht sie wirkungslos zu bleiben, ohne flankierende Unterstützung riskiert sie, Millionen Kleinbauern im Globalen Süden vom europäischen Markt auszuschließen.

Lieferketten-Sorgfalt — Regelwerke · UmweltDialog
Dokumente & Gesetzestexte · Vertiefung

Regelwerke: Lieferketten-Sorgfalt

Die Sorgfaltspflichten-Regelwerke für Menschenrechte und Umwelt in der Wertschöpfungskette — vom deutschen LkSG über die europäische CSDDD bis zur Entwaldungsverordnung EUDR und ihren internationalen Grundlagen.

EU-Recht 2 Dokumente
Richtlinie
CSDDD — Corporate Sustainability Due Diligence Directive
Richtlinie (EU) 2024/1760 · CELEX 32024L1760
EU-Lieferkettenrichtlinie für Menschenrechts- und Umweltsorgfalt. Erste Anwendung ab 2027, durch Omnibus modifiziert.
Quelltext
Übergang
Verordnung
EUDR — Entwaldungsverordnung
Verordnung (EU) 2023/1115 · CELEX 32023R1115
Verbietet das Inverkehrbringen entwaldungsbedingter Produkte (Rind, Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz, Kautschuk). Geokoordinaten-Nachweis verpflichtend.
Quelltext
Übergang
Nationales Recht (Deutschland) 2 Dokumente
Gesetz
LkSG — Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
LkSG · in Kraft seit 01.01.2023
Verpflichtet große Unternehmen (ab 2024: ≥ 1.000 Beschäftigte) zu Risikoanalyse, Präventions- und Abhilfemaßnahmen sowie Beschwerdeverfahren. Durchsetzung durch das BAFA.
Quelltext
In Kraft
Leitfaden
BAFA-Handreichungen zum LkSG
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Praxisorientierte Auslegungshilfen der zuständigen Behörde: Risikoanalyse, Angemessenheit, Beschwerdeverfahren, Berichtspflicht.
Quelltext
In Kraft
Internationale Grundlagen & Standards 3 Dokumente
Standard
UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
UN Guiding Principles (UNGPs) · 2011
Das Ruggie-Rahmenwerk (Schutz – Achtung – Abhilfe). Grundlage nahezu aller modernen Sorgfaltspflichten-Gesetze.
Quelltext
In Kraft
Standard
OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
OECD · Fassung 2023
Internationaler Referenzrahmen für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln entlang der Lieferkette, inkl. Due-Diligence-Leitfaden.
Quelltext
In Kraft
Standard
ILO-Kernarbeitsnormen
International Labour Organization
Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Vereinigungsfreiheit, Nichtdiskriminierung — zentrale menschenrechtliche Bezugsgröße von LkSG und CSDDD.
Quelltext
In Kraft
Hinweis: Die CSDDD wird durch das Omnibus-Paket modifiziert; Schwellenwerte und Anwendungsdaten sind Mitte 2026 in Bewegung. Alle Verlinkungen führen zu offiziellen Primärquellen (EUR-Lex, Gesetze-im-Internet, Originalherausgeber). Rechtsstand und Aktualität bitte vor verbindlicher Nutzung prüfen — Regelwerke werden laufend angepasst. Kuratierung: UmweltDialog-Redaktion.
In Kraft Übergangsphase In Verhandlung Historisch / abgelöst
 
 

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