Regulator.Neu
Anwend. ab 09/2026
EmpCo-Richtlinie
Empowering Consumers for the Green Transition Directive
EU-Richtlinie 2024/825, die unbelegte Umweltaussagen („grüne Behauptungen") in der Werbung verbietet. Ab dem 27. September 2026 sind allgemeine Aussagen wie „umweltfreundlich", „nachhaltig" oder „klimaneutral" nur noch zulässig, wenn sie durch nachprüfbare Daten gestützt werden. Ergänzt wird sie durch die geplante Green Claims Directive.
Klima
Emissionen (Scope 1, 2, 3)
Treibhausgas-Ausstoß, im GHG Protocol in drei Scopes unterteilt: Scope 1 — direkte Emissionen aus eigenen Quellen (Fahrzeuge, Heizung). Scope 2 — indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie. Scope 3 — alle anderen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Lieferanten, Produktnutzung, Entsorgung). Scope 3 macht bei den meisten Unternehmen 70–90 % der Gesamtemissionen aus und ist nach ESRS E1 berichtspflichtig.
Regulator.Klima
Aktiv
Emissionshandel (EU ETS)
EU-Instrument zur Reduktion von Treibhausgasen. Energieintensive Industrien und Stromerzeuger müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ ein Zertifikat erwerben. Seit 2024 erweitert auf den Seeverkehr; ab 2027 startet EU ETS 2 für Wärme und Straßenverkehr (Brennstoffe). Der CO₂-Preis liegt 2025 bei rund 70–90 €/t.
Konzept
ESG (Environmental, Social, Governance)
Drei Dimensionen unternehmerischer Nachhaltigkeit: Umwelt, Soziales, Unternehmensführung. Ursprünglich aus dem Investment-Bereich (UN PRI, 2006) — heute der dominierende Sammelbegriff für regulatorische, finanzielle und unternehmerische Nachhaltigkeitsfragen. ESG ist messbarer und quantifizierbarer als der ältere CSR-Begriff. In den USA seit 2023 politisch umstritten („Anti-ESG"-Bewegung).
Regulator.ReportingNeu
Set 1 aktiv
ESRS
European Sustainability Reporting Standards
Vom EFRAG entwickelte Berichtsstandards, die die CSRD operationalisieren. Set 1 (sektorübergreifend) ist seit 2024 in Kraft — 12 Standards zu Querschnittsthemen (ESRS 1+2), Klima (E1), Verschmutzung (E2), Wasser (E3), Biodiversität (E4), Kreislaufwirtschaft (E5), Belegschaft (S1), Lieferkette (S2), Gemeinden (S3), Verbraucher (S4), Governance (G1). Set 2 (sektorspezifisch) war für 2026 vorgesehen, durch Omnibus pausiert.
Regulator.Finanz
Aktiv
EU-Taxonomie
Klassifizierungssystem (VO 2020/852), das festlegt, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als „ökologisch nachhaltig" gelten. Sechs Umweltziele: Klimaschutz, Klimaanpassung, Wasser, Kreislaufwirtschaft, Verschmutzung, Biodiversität. Unternehmen mit CSRD-Pflicht müssen den Taxonomie-Anteil ihres Umsatzes, ihrer CapEx und OpEx angeben. Praktische Herausforderung: hohe Datentiefe, viele Aktivitäten noch nicht spezifiziert.
Regulator.Lieferk.Neu
Anwend. ab 2025/26
EUDR
EU Deforestation Regulation
EU-Verordnung 2023/1115 gegen entwaldungsbedingte Produkte. Verpflichtet Importeure und Exporteure von Rindern, Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Holz und Kautschuk zum Nachweis, dass die Produkte nicht zur Entwaldung beigetragen haben (Stichtag 31.12.2020). Geokoordinaten der Anbau-Flächen sind verpflichtend. Anwendung: 30. Juni 2025 für Großunternehmen, 30. Juni 2026 für KMU.
OrganisationReporting
EFRAG
European Financial Reporting Advisory Group
Private gemeinnützige Organisation in Brüssel, die die ESRS-Standards für die EU-Kommission entwickelt. Veröffentlicht regelmäßig Praxis-Guidance, FAQs und Anwendungshilfen. EFRAGs Konsultationen sind das wichtigste Forum zur Mitwirkung an der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung.
FinanzNeu
ESG-Rating
Bewertung der Nachhaltigkeitsperformance eines Unternehmens durch spezialisierte Anbieter — MSCI ESG, Sustainalytics, ISS ESG, S&P Global, Moody's ESG. Ratings variieren stark zwischen Anbietern, weil Methodik, Datenquellen und Gewichtung unterschiedlich sind. EU-ESG-Rating-Verordnung 2024/3005 regelt erstmals Transparenz und Aufsicht der Anbieter; Anwendung ab 2026.