Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zeigt eine Analyse des UN Global Compact Netzwerk Deutschland: 98 Prozent der Unternehmen haben die geforderten Managementsysteme eingerichtet – doch nur 29 Prozent berichten überhaupt von entdeckten Verstößen. Für 68 Prozent blieben die Lieferketten offiziell makellos. Ob das Transparenz oder Blindheit widerspiegelt, lässt sich aus den Daten allein nicht sagen.
Lieferkette Transparenz ist längst kein freiwilliges Gütezeichen mehr, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die ihre Wertschöpfungsketten lückenlos dokumentieren, schaffen nicht nur Vertrauen bei Kunden und Investoren, sondern erfüllen auch wachsende gesetzliche Anforderungen. Gerade im Kontext der Corporate Social Responsibility (CSR) gewinnt die Fähigkeit, Zulieferstrukturen digital abbildbar und öffentlich kommunizierbar zu machen, erheblich an Bedeutung.
Umweltschutz in Lieferketten wird häufig auf die Einsparung von CO2-Emmissionen reduziert. Dabei bedrohen viele weitere ökologische Risiken bereits heute die Stabilität unserer Ökosysteme. Von Wasserknappheit über Entwaldung bis hin zu giftigen Chemikalien: Unterschiedliche Fälle weltweit zeigen, wie eng Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verknüpft sind. Warum Unternehmen jetzt handeln sollten und wieso umfassender Umweltschutz zum wichtigen Zukunftsfaktor wird.
Die OECD hat vier kostenlose Online-Tools veröffentlicht, mit denen Unternehmen ihre eigenen Sorgfaltspflicht-Praktiken überprüfen können. Die sogenannten „Due Diligence Checker" richten sich an Firmen aus verschiedenen Sektoren und ermöglichen einen strukturierten Abgleich mit international anerkannten Standards – gerade zu einem Zeitpunkt, da der gesetzliche Rahmen der EU-Lieferkettenrichtlinie erheblich enger gefasst wurde.
Unternehmen blicken 2026 auf eine Ära der geopolitischen Fragmentierung und strukturellen Volatilität in ihren globalen Wertschöpfungsketten. Soziale Probleme wie Streiks und Proteste verursachen laut dem World Economic Forum bereits 18 Prozent aller Lieferkettenunterbrechungen. Menschenrechtliche Sorgfaltspfalt ist damit keine bloße Ethik-Frage mehr, sondern eine essenzielle Strategie zur Sicherung der betrieblichen Kontinuität und zur Vermeidung von Importverboten.
Die Sorgfaltspflichten-Regelwerke für Menschenrechte und Umwelt in der Wertschöpfungskette — vom deutschen LkSG über die europäische CSDDD bis zur Entwaldungsverordnung EUDR und ihren internationalen Grundlagen.
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