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04.05.2010

Mission Wasser: Michael Otto Stiftung startet Bildungsprojekt für Kinder

Kinder sind neugierige Forschernaturen. Darauf setzt das Projekt „Aqua-Agenten“, bei dem Hamburger Grundschüler spielerisch vieles über unsere Lebensgrundlage Wasser und einen nachhaltigen Umgang damit lernen. „Die lebenspendende Ressource Wasser steht hierbei stellvertretend für alle endlichen Ressourcen unseres Planeten“, sagte Initiator Dr. Michael Otto anlässlich des Projektstarts in Hamburg.

Projektstart "Aqua-Agenten", Fotos (1, 2): Michael Otto Stiftung/Christian Spielmann
Projektstart "Aqua-Agenten", Fotos (1, 2): Michael Otto Stiftung/Christian Spielmann
„Ihr Aqua-Agenten seid bei der „Mission Wasser“ auf einer Entdeckungsreise, die niemals langweilig wird. Und am Ende wisst ihr genau Bescheid, warum unser Wasser so wertvoll ist und wir es schützen müssen! Over and out!“
Gespannt lauschten die Kinder einer Hamburger Grundschulklasse dem Auftrag der Agenten-Zentrale. Mit dieser stimmungsvollen Ansage vom Band begann jetzt für die erste Schar Dritt- und Viertklässler das Abenteuer „Aqua-Agenten“. In den kommenden Wochen werden sie auf die „Mission Wasser“ geschickt und dabei viele Fragen beantworten. Etwa: Gibt es ü̈berall so viel Wasser wie bei uns? Haben alle Toiletten eine Spü̈lung? Und was hat der Bachflohkrebs mit mir zu tun? Zudem können die Aqua-Agenten fragen, auf welchen Wegen die Jeans aus China in den Laden kommt, und was passieren muss, damit sie rechtzeitig eintrifft. Aqua-Agenten erleben vor Ort auch, wie die umweltverträglichen Transportwege Wasser und Schiene verknüpft werden können. Den Startschuss für das innovative Bildungsangebot gaben Dr. Michael Otto und Schulsenatorin Christa Goetsch jetzt beim Hauptpartner HAMBURG WASSER im Klärwerk Köhlbrandhöft.

Wenn Schule zum Lern- und Erfahrungsort wird

Das Kernsegment des Bildungsangebots ist der Aqua-Agenten-Koffer. Er verwandelt das Klassenzimmer in eine Aqua-Agenten-Ausbildungszentrale. Der Koffer liefert umfangreiches Material für eine Wasser-Themenwerkstatt, eingebettet in eine motivierende Aqua-Agenten-Story. Die Schü̈ler erforschen, erspielen und diskutieren in 38 Aufgaben die Themen Wasserversorgung, Wasserentsorgung, Lebensraum Wasser und Hafenstadt Hamburg. Mit Hilfe von Quizfragen, Bildinterpretationen, Planspielen und Comics finden die Kinder ihre eigenen Antworten zum Thema Wasser. Die Schule wird so vom Lehr- zum Lern- und Erfahrungsort.

Im zweiten Schritt folgen Erlebnistage im Hamburger Umfeld: Nun können die Agenten auch außerhalb der Schule auf Entdeckungsreise gehen und ihr neues Wissen an verschiedenen Wasserorten in ihrer eigenen Lebenswelt anwenden und erweitern. Dort können Kinder ganz praktisch und sinnlich die Bedeutung und Funktionen von Wasser erleben. Zehn Schulklassen pro Jahr erhalten von der Stiftung die Chance, die Aqua-Agenten-Ausbildung in einem Wasserwerk, einem Klärwerk, an einem Hamburger Gewässer sowie auf einem Containerterminal zu vertiefen. Aber auch alle anderen Klassen möchte die Stiftung dazu anregen, eigene Erlebnistage zu organisieren, und stellt dafür Informationen über bestehende Bildungsangebote zum Thema Wasser zur Verfügung.

Initiator Michael Otto mit den Aqua-Agenten
Initiator Michael Otto mit den Aqua-Agenten
Drittes Segment des Aqua-Agenten-Bildungsangebots sind eigene Praxisvorhaben der Kinder, sogenannte Aqua-Projekte. Die Kinder werden ermutigt und motiviert, eigene Ideen zum Schutz der Ressource Wasser zu entwickeln und sie gemeinsam umzusetzen, wie etwa die Übernahme einer Bachpatenschaft.

Großes Kompetenznetzwerk trägt die Projektidee

Das Projekt Aqua-Agenten wurde in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern konzipiert. Als Initiator hat die Michael Otto Stiftung hierzu ein großes Kompetenznetzwerk geknüpft und Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft, Natur- und Umweltschutz, Schulverwaltung und Bildung zusammengebracht. Dazu zählen neben HAMBURG WASSER der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (LI), die Leuphana Universität Lüneburg, der Cornelsen Verlag, der azv Südholstein sowie die Hamburger Sparkasse.

Zudem ist das Projekt auf den Bildungsplan Hamburgs abgestimmt und wird von der Schulbehörde unterstützt. Bei der Projektvorstellung sagte Christa Goetsch, Senatorin für Schule und Berufsbildung: „Ich begrüße sehr, dass die Michael Otto Stiftung mit den Aqua-Agenten gerade in der Wasserstadt Hamburg ein so wertvolles Bildungsangebot für Grundschülerinnen und -schüler initiiert hat, das ihre Neugier und Entdeckerfreude weckt.“

Kinder lernen gemeinsam und solidarisch zu handeln

Das Bildungsprojekt versteht sich als Impulsgeber für Veränderungen im Unterricht an Hamburger Schulen im Sinne einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Die Kinder lernen dabei, ökologische, ökonomische, kulturelle und soziale Zusammenhänge zu verstehen und zu bewerten. Sie werden in ihrer Kompetenz gestärkt, Reichweite und Folgen menschlicher Handlungen einzuschätzen. Darüber hinaus ü̈ben sie sich darin, für eigene Interessen einzustehen, aber auch fremde Perspektiven einzunehmen und gemeinsam und solidarisch zu handeln - gerade unter Lösung von Interessenskonflikten und konkurrierenden Ansprüchen.
Anpacken in der Praxis, Foto: Michael Otto Stiftung
Anpacken in der Praxis, Foto: Michael Otto Stiftung
Auch Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Leiterin des Instituts für integrative Studien (infis) an der Leuphana Universität Lüneburg und eine Koryphäe im Bereich "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung", sieht die Chancen bei der Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit und deren Werten. Dass sich die Kinder durch die ernsten Fragen und komplexen Zusammenhänge überfordert fühlen könnten, hält sie für keine Gefahr: „Kinder sind mit diesen Fragen auf ihre Weise im Alltag befasst und sie haben auch Vorstellungen von diesen Zusammenhängen. Das betrifft insbesondere die Werthaltungen, unter denen diese Themenfelder in Bildungsprozessen betrachtet und bearbeitet werden. Diese sind Kindern in der Regel sehr nah. Ihr Gerechtigkeitsgefühl, ihr Interesse an der Welt, an wichtigen Zusammenhängen, die sie selbst angehen, bringen Kinder ein, wenn wir sie ermutigen mitzudenken.“

Die Beispielrolle des Projektes wird auch von anderen Fachleuten erkannt. Schon in der Pilotphase wurden die Aqua-Agenten als offizielles Projekt der UN-Weltdekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. „Die Aqua-Agenten sind ein Praxisbeispiel für die Umsetzung von ‚Bildung für eine nachhaltige Entwicklung‘ in den Schulen sowie für kompetenzorientierten Unterricht,“ sagt Initiator Michael Otto. „Ich hoffe sehr, dass dieses Beispiel - im wahrsten Sinne des Wortes - Schule macht, damit die Integration eines so wichtigen und zukunftsweisenden Ansatzes in der deutschen Bildungslandschaft zu einer Selbstverständlichkeit wird.“

Über die Michael Otto Stiftung

Die Aqua-Agenten sind das erste eigene Bildungsangebot der Michael Otto Stiftung. Die Stiftung setzt sich seit 1993 für Belange des Umweltschutzes und eine nachhaltige Entwicklung ein. Im Bildungsbereich hat sie sich bislang durch die Initiierung von drei Professuren mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt sowie die gezielte Unterstützung einzelner Bildungszentren engagiert. Darüber hinaus fördert sie Naturschutzprojekte rund um den Lebensraum Wasser und führt Dialoge zu aktuellen umweltpolitischen Fragen durch: Immer wieder bringt sie Vertreter unterschiedlicher Interessengruppen an einen Tisch, um gemeinsam pragmatische Lösungen zu erarbeiten. Erfolgreiche Beispiele hierfür sind die Veranstaltungsreihe „Hamburger Gespräche für Naturschutz“ sowie die Unternehmerinitiative „2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“.
 
Quelle: UD

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