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Donnerstag, 14.Dezember 2017

14.12.2009

Der DHL Innovation Day

Globalisierung und Klimawandel stellen die Logistikbranche „jeden Tag vor neue Herausforderungen“, sagt Dr. Frank Appel, Vorstandvorsitzender der Deutschen Post DHL. Der weltweit erfolgreichste Logistikanbieter hat daher Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zum „DHL Innovation Day“ eingeladen. In dem über 3.600 qm großen Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens in Troisdorf bei Bonn werden innovative Ansätze und Logistiklösungen von morgen entwickelt. UmweltDialog berichtet.

Dr. Frank Appel, Vorstandvorsitzender der Deutschen Post DHL, Foto (2): Deutsche Post DHL
Dr. Frank Appel, Vorstandvorsitzender der Deutschen Post DHL, Foto (2): Deutsche Post DHL

Viele Bestandteile deutscher Automobile kommen aus Zulieferbetrieben in Polen, Südkorea oder Taiwan. Die Buchhaltung großer amerikanischer Unternehmen erledigen Arbeitskräfte im indischen Bangalore. Und was in Berlin, Paris, New York oder Buenos Aires getragen wird, wurde in Bangladesch, China oder Vietnam hergestellt. Eine wachsende Mittelschicht in Schwellenländern wie China und Indien lässt zudem die Zahl der Konsumenten weltweit steigen. Die globalen Waren- und Kommunikationsströme nehmen damit rasant zu und werden immer komplexer. Für die Logistikindustrie bedeutet das zwar einerseits steigende Aufträge, andererseits wachsen aber auch die Herausforderungen an den Umweltschutz und Betriebsabläufe. Als „Rückgrat der globalen Wirtschaft“ benötige die Branche neue Logistiklösungen, erklärt Postvorstand Frank Appel, und unterstrich: „Wir brauchen Innovationen“.

Globalisierung und Klimawandel als Herausforderung

Neben der Globalisierung und den veränderten Waren- und Informationsflüssen sind die Folgen des Klimawandels damit die zweite Herausforderung, mit der sich neue Logistikkonzepte befassen müssen. Darin waren sich die Teilnehmer des „Innovation Days“ einig. Allein der Transport von Waren und Personen verursacht über 18 Prozent der globalen Emissionen von Treibhausgasen, gibt Martin Kopp, WWF Deutschland, zu bedenken. Emissionsreduktion sei daher dringend notwendig. Dr. Rainer Wend, zuständig für die Bereiche Politik und Nachhaltigkeit der Deutschen Post DHL, weisst daraufhin, dass sich die Bonner als erstes großes Unternehmen der Logistikbranche ein messbares Klimaschutzziel gesetzt haben: „Der CO2-Ausstoß soll bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent gesenkt werden“. Solche Ansätze seien notwendig, um sich als Unternehmen „auch in den nächsten 50 Jahren am Weltmarkt behaupten zu können“, erläutert Wend. Auch für Daniel Schmid vom Softwarehersteller SAP ist Klimaschutz zunehmend ein Wirtschaftsfaktor, denn „immer mehr Kunden fragen nach der Energiebilanz von Rechenzentren“. Prof. Dr. Heike Fläming vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg hält die Orientierung an relativen Energie- und Emissionseffizienzzielen allerdings für „zu kurz gegriffen“: Probleme wie der Klimawandel seien nur durch absolute Emissionsreduktionsziele zu bewältigen. Rainer Wend sieht in diesem Zusammenhang die internationale Politik in der Verantwortung. Die Klimaverhandlungen in Kopenhagen böten die Chance, Rahmenbedingungen zu vereinbaren, die absolute Reduktion von CO2 für Unternehmen ökonomisch sinnvoll machten. Das Problem sei derzeit nämlich die Konkurrenz aus dem Ausland und deren Umwelt- und Preisdumping, so Wend.

„Packstation“ und „GoGreen“ als innovative Ansätze

Neue Technologien und Entwicklungen, wie etwa die Elektromobilität oder Bio-Kraftstoffe, beschrieb Rainer Wend in der Diskussion als ebenso wichtige Problemlösungsansätze wie Prozessoptimierung und intelligente Logistik. Hinzu kämen das Mitarbeiterverhalten und die Sensibilisierung der Kunden. Als ein erfolgreiches Beispiel für Innovationen im Unternehmen nannte Wend den CO2-neutralen Versandservice „GoGreen“: Neben der Berechnung aller durch den Versand anfallender Emissionen und der Prüfung interner Maßnahmen zu deren Reduktion investiere das Unternehmen in externe Klimaschutzprojekte, um diese Emissionen auszugleichen. Zwar müssten die Kunden einen Aufschlag für den klimaneutralen Transport ihrer Güter zahlen, die Nachfrage sei dennoch groß. Als weiteres Innovationsbeispiel für Emissionsreduktion der Deutschen Post DHL nannte Wend die sogenannte „Packstation“: Dieser Paketautomat verkürze Wege, vermindere dadurch den innerstädtischen Verkehr und trage so zur CO2-Reduktion bei. Matthias Kopp vom WWF Deutschland hält diese Konzepte und den damit verbundenen Ansatz der CO2-Kompensation dagegen für problematisch: Primär gehe es um Vermeidung, bzw. um Reduktion von Emissionen, dann um Anpassung und schließlich um Ausgleichsleistungen, erklärte Kopp.

Innovation als Teil der Unternehmensstrategie

Über diese technischen Ansätze hinaus betonte Martin Schmied vom Öko-Institut die Notwendigkeit, die gesamte Wertschöpfungskette in Betracht zu ziehen. Wollten Logistikunternehmen auch in Zukunft optimale Waren-, Personen- und Kommunikationsströme garantieren, seien sie nicht nur auf Innovationen innerhalb des eigenen Unternehmens, sondern auch auf „Kooperationen mit Subunternehmern, Kunden und Konkurrenten“, angewiesen, erklärte Schmied. Für den Post-Chef Appel bietet sich diese Möglichkeit in dem 2006 eröffneten „DHL Innovation Center“, dem Forschungs- und Entwicklungszentrum des Bonner Unternehmens. Hier vernetzen Mitarbeiter ihr spezielles Know-How mit dem internationaler Geschäftspartner und Kunden, so Appel.

Innovationcenter in Troisdorf
Innovationcenter in Troisdorf

"Die Logistik wird in Zukunft zur Trendsetter-Branche und setzt Standards nicht nur bei technologischen Entwicklungen“, ist sich Appel sicher. Dass die Deutsche Post DHL sich hier frühzeitig positionieren will, zeigt unter anderem die „Konzernstrategie 2015“: Im August 2009 hat das Unternehmen den neuen Geschäftsbereich „Solutions & Innovations“ gegründet, erklärte dessen Leiterin Andrea Kiwitt am Rande der Veranstaltung. Das Ziel sei es, technologische Entwicklungen der einzelnen Unternehmensbereiche zu bündeln und diese mit den Forschungsergebnissen des „DHL Innovation Centers“ zu kombinieren. Durch die bessere Vernetzung solle das kreative Potential im Unternehmen optimal ausgeschöpft und gefördert werden, führt Kiwitt weiter aus und ergänzt, „gerade bei unseren Mitarbeitern ist eine hohe Innovationskraft vorhanden“. Abschließend prämierte die Deutsche Post DHL unter dem Motto „Growing Ideas“ bereits zum zweiten Mal die innovativsten Mitarbeiter, Kunden und Wissenschaftler der Logistikbranche.

„Packstation“ und „GoGreen“ als innovative Ansätze

Neue Technologien und Entwicklungen, wie etwa die Elektromobilität oder Bio-Kraftstoffe, beschrieb Rainer Wend in der Diskussion als ebenso wichtige Problemlösungsansätze wie Prozessoptimierung und intelligente Logistik. Hinzu kämen das Mitarbeiterverhalten und die Sensibilisierung der Kunden. Als ein erfolgreiches Beispiel für Innovationen im Unternehmen nannte Wend den CO2-neutralen Versandservice „GoGreen“: Neben der Berechnung aller durch den Versand anfallender Emissionen und der Prüfung interner Maßnahmen zu deren Reduktion investiere das Unternehmen in externe Klimaschutzprojekte, um diese Emissionen auszugleichen. Zwar müssten die Kunden einen Aufschlag für den klimaneutralen Transport ihrer Güter zahlen, die Nachfrage sei dennoch groß. Als weiteres Innovationsbeispiel für Emissionsreduktion der Deutschen Post DHL nannte Wend die sogenannte „Packstation“: Dieser Paketautomat verkürze Wege, vermindere dadurch den innerstädtischen Verkehr und trage so zur CO2-Reduktion bei. Matthias Kopp vom WWF Deutschland hält diese Konzepte und den damit verbundenen Ansatz der CO2-Kompensation dagegen für problematisch: Primär gehe es um Vermeidung, bzw. um Reduktion von Emissionen, dann um Anpassung und schließlich um Ausgleichsleistungen, erklärte Kopp.

Innovation als Teil der Unternehmensstrategie

Über diese technischen Ansätze hinaus betonte Martin Schmied vom Öko-Institut die Notwendigkeit, die gesamte Wertschöpfungskette in Betracht zu ziehen. Wollten Logistikunternehmen auch in Zukunft optimale Waren-, Personen- und Kommunikationsströme garantieren, seien sie nicht nur auf Innovationen innerhalb des eigenen Unternehmens, sondern auch auf „Kooperationen mit Subunternehmern, Kunden und Konkurrenten“, angewiesen, erklärte Schmied. Für den Post-Chef Appel bietet sich diese Möglichkeit in dem 2006 eröffneten „DHL Innovation Center“, dem Forschungs- und Entwicklungszentrum des Bonner Unternehmens. Hier vernetzen Mitarbeiter ihr spezielles Know-How mit dem internationaler Geschäftspartner und Kunden, so Appel.

"Die Logistik wird in Zukunft zur Trendsetter-Branche und setzt Standards nicht nur bei technologischen Entwicklungen“, ist sich Appel sicher. Dass die Deutsche Post DHL sich hier frühzeitig positionieren will, zeigt unter anderem die „Konzernstrategie 2015“: Im August 2009 hat das Unternehmen den neuen Geschäftsbereich „Solutions & Innovations“ gegründet, erklärte dessen Leiterin Petra Kiwitt am Rande der Veranstaltung. Das Ziel sei es, technologische Entwicklungen der einzelnen Unternehmensbereiche zu bündeln und diese mit den Forschungsergebnissen des „DHL Innovation Centers“ zu kombinieren. Durch die bessere Vernetzung solle das kreative Potential im Unternehmen optimal ausgeschöpft und gefördert werden, führt Kiwitt weiter aus und ergänzt, „gerade bei unseren Mitarbeitern ist eine hohe Innovationskraft vorhanden“. Abschließend prämierte die Deutsche Post DHL unter dem Motto „Growing Ideas“ bereits zum zweiten Mal die innovativsten Mitarbeiter, Kunden und Wissenschaftler der Logistikbranche.

 
Quelle: UD

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