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Verpackungs-Management bei Tetra Pak zoom

14.05.2014

Verpackungs-Management bei Tetra Pak

Verpackung managen heißt Abfall einsparen. Auf diese einfache Formel lässt sich der Umgang mit Verpackungsmaterial bei Tetra Pak reduzieren. Doch was einfach klingt, erfordert eine durchdachte Lösung. Wer Verpackungen herstellt, muss sich zwangsläufig auch Gedanken über ihre Entsorgung und über den Umgang mit Abfall und Ressourcenverbrauch im Allgemeinen machen. Der größte Verpackungshersteller Deutschlands hat die Herausforderung angenommen.

Folgt man dem Umweltbericht des Unternehmens, findet man eindrucksvolle Zahlen: Nach eigenen Angaben verwertet das Unternehmen 99,96 Prozent des hauseigenen Abfalls, während es 0,04 Prozent der Entsorgung zuführt. Jede Verpackung wird irgendwann einmal Abfall. Bei Tetra Pak muss zwischen drei verschiedenen Sorten von Verpackungen unterschieden werden:

  1. Verpackungen, die bei der Büroarbeit in der Verwaltung anfallen.
  2. Abfall, der in der Produktion auftritt und
  3. Getränkekartons, die von den Kunden abgefüllt werden und in den Handel und somit zum Endkunden gelangen.
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Während es sich beim ersten um klassische Papier-, Karton- oder Kunststoffverpackungen handelt, die dem Recycling zugeführt werden, treten im zweiten Bereich verhältnismäßig wenig Abfälle auf, die beinahe restlos weiterverwendet werden können. Auffällig ist, dass für die Produktion wenig unterschiedliche Verpackungsstoffe das Haus Tetra Pak erreichen. Das Unternehmen wird mit großen Papierrollen, Rollen mit Polyethylen und Aluminium beliefert. Dabei fallen folgende Abfälle an: Polyethylenverpackungsfolien, Wellkartons, Einschlagpapier sowie Holzplatten und Wickelhülsen, auf die die großen Getränkekartonrollen gewickelt sind. Diese Verpackungsmaterialien werden an einen benachbarten und zertifizierten Recycler gegeben.

Neue Produkte

Während der Produktion fallen ebenfalls Abfälle an, zum Beispiel Polyethylenreste und mit Polyethylen beschichtete Karton-Randsteifen. Polyethylen ist ein Produkt der Petrochemie und muss somit entsprechend verwertet werden. Wenn möglich, werden Papier und Kartons von diesem Kunststoff getrennt. Doch nicht immer ist dies möglich. Papierreste, die mit Kunststoff beschichtet sind, erfordern einen speziellen Umgang.

1990 entwickelte die damalige Tetra Pak-Tochter EVD (Entwicklungsgesellschaft für Verbundmaterial Diez) aus diesen kunststoffbeschichteten Papierabfällen einen neuen Werkstoff: Tectan®. Daraus werden im Press- und Spritzgießverfahren Kantenschoner und Hülsenstopfen hergestellt, die bei Transportverpackungen oder den Rollen mit Tetra Pak-Getränkekartonmaterial zum Einsatz kommen. Diese Produkte sind wiederverwendbar und können nach ihrem Lebensende wieder recycelt werden.

Papierrollen stehen für den Transport bereit.

Aus den Augen – nicht aus dem Sinn

Im Jahre 2012 bestand ein Standard-Getränkekarton bei Tetra Pak aus 76,9 Prozent Rohkarton, 0,3 Prozent Druckfarben, 4,8 Prozent Aluminium und aus 18,0 Prozent Kunststoff. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Aluminiumverbrauch etwas höher, da mehr aseptische Getränkekartons für haltbare Getränke abgesetzt wurden.

Werden die Getränkekartons, auch die anderer Hersteller, vom Endverbraucher in das duale System übergeben, erreichen sie die ReCarton GmbH. Diese Non-Profit-Organisation koordiniert seit 1991 das Recycling der gebrauchten Getränkekartons aus Haushaltssammlungen. Als Dienstleister der Duales System Deutschland GmbH schließt sie Verwertungsverträge mit Papierfabriken und mit Speditionen, die die Kartons abholen. Gleichzeitig ist ReCarton verantwortlich für den sogenannten Mengenstromnachweis, mit dem sich gegenüber den Umweltministerien der Länder genau dokumentieren lässt, wie viele Tonnen Getränkekartons an welche Recyclinganlagen übergeben wurden.
In Deutschland werden die Getränkekartons laut Tetra Pak zu 65 Prozent dem Recycling zugeführt. Die Verpackungsordnung schreibt lediglich eine Quote von 60 Prozent vor. Bei jährlich ca. 200 000 Tonnen Getränkekartons entsprach dies 2012 also 130 000 Tonnen, die zu neuen Produkten verarbeitet wurden.

Ausblick

Langfristig hat sich Tetra Pak zum Ziel gesetzt, die Kartons vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. Hierzu gehören für das Unternehmen in erster Linie der Bezug von Holz für die Kartonverpackungen aus vom Forest Stewardship Council-zertifizierten Wäldern (FSC) sowie die Entwicklung neuartiger Verschlusssysteme. In Brasilien hat der Verpackungshersteller Ende April sogenanntes biobasiertes Polyethylen eingeführt. Dieses Produkt wird aus Zuckerrohr gewonnen und ersetzt jetzt auf dem brasilianischen Markt das herkömmliche petrochemische Polyethylen in allen Tetra Pak-Verpackungen.

 
 
Einweg- vs. Mehrwegverpackung 

Umweltverbände kritisieren die Verwendung von Aluminium und die zunehmende Einführung von Kunststoff-Verschlusssystemen in Getränkekartons. Aluminium ist bei der Herstellung sehr energieaufwändig, während die Verschlüsse einen erhöhten Einsatz von Polyethylen erfordern. Insgesamt werden Getränkekartons dadurch deutlich schwerer, was zu einer negativen Umweltbilanz insbeson-dere beim Transport führt. Empfohlen werden hingegen Mehrwegglasflaschen. Im Jahre 2002 veröf-fentlichte das Umweltbundesamt eine Studie zur Ökobilanz verschiedener Verpackungssysteme. Dabei verglich sie Glasflaschen als Mehrweg- und Einweglösung sowie den Getränkekarton. Damals kamen die Studienleiter zu dem Schluss, dass sich Getränkekartons, sofern sie dem Recycling zugeführt werden, in ihrer Ökobilanz nicht von der Mehrwegflasche aus Glas unterscheiden. Zuletzt legte der Fachverband Getränkeverpackungen im August 2006 eine Ökobilanz nach ISO-Regeln vor, die vom UBA geprüft wurde und die ökologische Vorteilhaftigkeit bestätigte.

 
Quelle: UD

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