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29.03.2012

Nestlé: Bedarf an Palmöl soll bis 2015 zu 100 Prozent aus nachhaltigem Anbau gedeckt werden

Vor zwei Jahren musste sich der Nahrungsmittelhersteller Nestlé dem Vorwurf stellen, in seinen Produkten Palmöl zu verwenden, für dessen Herstellung wertvoller Regenwald abgeholzt wurde. Kurz darauf verpflichtete sich der Konzern, künftig kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu beziehen: Bis 2015 soll der gesamte Palmölbedarf aus nachhaltigen Quellen stammen. Im vergangenen Jahr wurde bereits das Zwischenziel von 50 Prozent erreicht und auch der WWF bescheinigt Nestlé „große Fortschritte“. UmweltDialog sprach mit Achim Drewes, Public Affairs Manager von Nestlé über den Umstellungsprozess.

Nachhaltiger Kakao für den KitKat-Riegel. Bild: Greenpeace Bonn/Flickr (CC)
Nachhaltiger Kakao für den KitKat-Riegel. Bild: Greenpeace Bonn/Flickr (CC)

 „Von zentraler Bedeutung ist es, Transparenz in der Lieferkette herzustellen. Dies geht nur gemeinsam mit den unmittelbaren Lieferanten, die ihrerseits ihre Zulieferer, Händler und Rohstofflieferanten in die Pflicht nehmen müssen“, erklärt Drewes. Um diese Transparenz herzustellen galt es, konsequente Richtlinien und Maßnahmen zu entwickeln. Grundsätzliches für den Umgang mit Lieferanten regeln die Prinzipien der Nestlé-Einkaufsprozesse: Dazu gehört zum Beispiel der Lieferantenkodex und die darin enthaltenen Mindeststandards, zu deren Einhaltung die Lieferanten und ihre Untervertragnehmer verpflichtet sind. Zusätzlich hat Nestlé die „Responsible Sourcing Guidelines“ (RSGs) entwickelt, die unter anderem die Verpflichtung zum Schutz der Wälder, Richtlinien zum Umgang mit Kinderarbeit oder dem Wassereinsatz in der Landwirtschaft beinhalten. Jedoch variieren die Herausforderungen und Risiken der Märkte, wie zum Beispiel Palmöl, Kaffee oder Kakao, in denen Nestlé tätig ist - daher hat der Konzern für die wichtigsten Bereiche weiterführende Kategorie-spezifische RSGs entwickelt: In Bezug auf Palmöl schreiben diese zum Beispiel die Einhaltung lokaler Gesetze, die Einbindung der umliegenden Gemeinden sowie den Erhalt von Torfmooren und Wäldern mit hohem CO2 Speicherwert vor. Mit dem Fokus auf der transparenten Lieferkette hat Nestlé in seinen RSGs das Ziel verankert, bis 2015 den gesamten Palmölbedarf aus nachhaltigem Anbau zu decken sowie die „no deforestation“-Verpflichtung konsequent umzusetzen und die Regelungen des Lieferantenkodex durchzusetzen.

Lieferantenaudits sind die wichtigsten Instrumente

Unterstützung bei der Überprüfung und dem Umbau der Lieferkette erhält Nestlé durch die Organisation „The Forest Trust“ (TFT). „Für uns war es wichtig, mit TFT den richtigen Partner an unserer Seite zu haben, der die entsprechende Expertise hat und die Audits für die gesamte Lieferkette bis in den Anbau vornehmen kann“, erklärt Drewes. Mit der Organisation erarbeitete Nestlé ein gemeinsames Vorgehen: Die Entwicklung der kategorie-spezifischen RSGs für Palmöl waren der erste Schritt. Zwar ist Nestlé bereits Mitglied des „Round Table for Sustainable Palmoil“ (RSPO) und hat sich damit zur Einhaltung der RSPO-Kritierien verpflichtet, doch die eigenen Richtlinien sind deutlich strenger. Sie ergänzen die Kriterien des RSPO wie zum Beispiel durch die Verpflichtung zum Schutz der Orang Utans sowie von Torfmooren und Wäldern mit besonderem CO2 Speicherwert. Zur Rückverfolgung der Lieferketten bis zum Anbau entwickelten Nestlé und TFT entsprechende Maßnahmenpläne und Monitoringsysteme. Das wichtigste Instrument ist dabei die Überprüfung und Unterstützung der Lieferanten und Produzenten hinsichtlich der Erreichung der RSGs: „Hierdurch können wir Risiken systematisch identifizieren und entsprechende Maßnahmenpläne mit den Lieferanten vereinbaren - oder ggf. nicht kooperative Lieferanten aus unserer Lieferkette ausschließen“, berichtet Drewes.

Kontrollen auf Palmöl-Plantagen, Foto: Craig Antweiler/Wikipedia
Kontrollen auf Palmöl-Plantagen, Foto: Craig Antweiler/Wikipedia

Erfolgreich war dieses Vorgehen beispielsweise bei einem Lieferanten in Indonesien, der bereits wegen der Ausweitung seiner Pflanzungen in der Kritik von NGOs stand. Aufgrund der RSGs überprüfte Nestlé die bestehenden Plantagen und baute mit dem Lieferanten eine separate Lieferkette auf. Über diese erhält Nestlé nur Palmöl von zwei Plantagen des Lieferanten, die bereits durch den RSPO zertifiziert wurden. „Dies wurde durch Überprüfung des TFT sowie durch einen weiteren unabhängigen Auditor entsprechend abgesichert“, so Drewes.


Nestlé erreicht gute Position im WWF Rating

Das Vorgehen Nestlés zeigt erste Erfolge: Das Zwischenziel, bis 2011 fünfzig Prozent des gesamten Palmölbedarfs aus nachhaltigem Anbau zu decken, ist erreicht. Und auch eine Studie des WWF bestätigt das Engagement Nestlés. Im vergangenen Jahr untersuchte der WWF in einem Rating Firmen aus Europa, Australien und Japan hinsichtlich der Verwendung von zertifiziertem Palmöl. Von 132 Unternehmen erlangten 29 die höchste Punktzahl. An der Spitze liegen die Schweizer Firmen Coop und Migros mit neun Punkten. Ihr Anteil an zertifiziertem Palmöl liegt bei 75 bis 100 Prozent und damit in der besten Kategorie. „Aber auch Nestlé hat in den letzten zwei Jahren große Fortschritte gemacht und sich auf acht Punkte hochgearbeitet. Beim WWF-Rating vor zwei Jahren landete das Unternehmen noch abgeschlagen im Mittelfeld. Nestlé ist seither Mitglied des RSPO und kauft teilweise zertifiziertes Palmöl ein. Gemessen am gesamten Bedarf des Unternehmens gibt es aber noch großes Steigerungspotential“, berichtet Felix Meier, Leiter Konsum & Wirtschaft WWF Schweiz.

Erklärtes Ziel von Nestlé ist es, auch dieses restliche Potential voll auszuschöpfen: „Derzeit gehen wir Land für Land vor, um volle Transparenz über die jeweilige Lieferkette zu erhalten, und setzen dann gezielt mit den jeweiligen Lieferanten Maßnahmenpläne auf, um unsere Responsible Sourcing Guidelines umzusetzen“, so Achim Drewes von Nestlé.

Aufklärung der Verbraucher läuft über das Internet

Für den Verbraucher wird die Verwendung von nachhaltigem Palmöl aber nicht auf den Produkten sichtbar gemacht. Anders als bei der Steigerung des Kakaos aus nachhaltigem Anbau im KitKat-Riegel - hier gibt das Logo des Cocoa Plans dem Verbraucher einen Hinweis. Ein ähnliches Siegel auf Nestlé-Produkten ist für den Einsatz von nachhaltigem Palmöl jedoch nicht geplant, denn dazu ist der Anteil dieses Rohstoffs in den Produkten meist zu gering. So hat er beispielsweise beim KitKat-Riegel nur einen Anteil von weniger als einem Prozent, berichtet Drewes und fügt hinzu: „Die wirklich interessierten Verbraucher erreichen wir aber auch auf anderen Wegen - über das Internet, unseren Verbraucherservice oder über den Nestlé Marktplatz (www.nestle-marktplatz.de)“.

 
Quelle: UD

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