20.05.2018

14.02.2018

Plastik & Müll

Mikroplastik in Kosmetikprodukten - Hintergründe, Gefahren und Alternativen

Deo, Feuchtigkeitscreme, Shampoo & Co. - Kosmetikprodukte gehören für die allermeisten Deutschen in den Alltag. Deutschland führt sogar seit Jahren die europäische Rangliste des Absatzmarktes für Kosmetik an. Doch unter dem ökologischen Gesichtspunkt ist der hohe Kosmetik-Konsum äußerst kritisch zu beurteilen. Denn in vielen handelsüblichen Produkten ist nach wie vor Mikroplastik zu finden, das nicht nur das Gleichgewicht des Ökosystems bedroht, sondern womöglich auch die Gesundheit der Kunden. Ein Umstieg auf umweltverträgliche Produkte ist längst überfällig.

Mikroplastik in Kosmetikprodukten - Hintergründe, Gefahren und Alternativen

Doch was ist Mikroplastik überhaupt? Die Rede ist von winzigen Kunststoffteilchen, die oft als Peeling- und Bindemittel in Kosmetikprodukten zum Einsatz kommen. Damit sind sie nicht nur in klassischen Peelingprodukten, sondern auch in Duschgels, Waschcremes und Flüssigseifen zu finden. Auf der Inhaltsliste der Produkte verbergen sie sich oft hinter kryptischen Bezeichnungen oder unverständlichen Abkürzungen. Am häufigsten bestehen die Partikel aus sogenanntem Polyethylen oder Polypropylen. Von Mikroplastik spricht man ab einer Teilchengröße von unter fünf Millimetern; größtenteils geht es aber um Plastikpartikel im Mikrometer-Bereich. Die Teilchen sind zu klein, um von einer Kläranlage herausgefiltert werden zu können. Über das Abwasser gelangen sie so in den Wasserkreislauf und damit auch in die Nahrungskette. Deswegen sind die Plastikpartikel eine große Gefahr für die Umwelt. Die Auswirkungen auf den Menschen sind noch weitgehend unerforscht. Fakt ist aber, dass Mikroplastik auch Schadstoffe bindet und daher nicht in Kosmetikprodukte gehört.

Was können Sie als Verbraucher tun?

In Deutschland kam es dabei bisher in erster Linie auf die Selbstverpflichtung der Hersteller und auf das Umweltbewusstsein der Kunden an. Doch jetzt fordert das Umweltbundesamt ein EU-weites Verbot von Mikroplastik. Es knüpft damit an eine Entscheidung der britischen Regierung an, die vor Kurzem ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetikprodukten verhängt hat. Bis das Verbot aber tatsächlich in die EU-Regelungen aufgenommen wird, könnte es noch einige Zeit dauern. Bis dahin liegt es an den Kunden, sich bewusst gegen Produkte zu entscheiden, die Mikroplastik enthalten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, kurz BUND, hat einen Einkaufsratgeber zusammengestellt, der belastete Produkte aus deutschen Drogeriemärkten auflistet. Die Empfehlung: Kunden sollten bewusst auf Naturkosmetik und umweltfreundliche Marken umsteigen. Solche Produkte - etwa der Marke Dr. Hauschka - kann man problemlos im Internet erwerben, zum Beispiel bei easyCOSMETIC. Generell hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe oder aber der Griff zum Smartphone: Eine spezielle App gibt nach einem Scan des Produktes Warnhinweise zu enthaltenen Gefahrenstoffen. 

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Wenn nicht Mikroplastik - was dann?

Alternativen zur Mikroplastik-Verwendung sind bisher rar in den Regalen. Das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS hat in Zusammenarbeit mit weiteren Forschungsorganisationen biologisch abbaubare Cellulosepartikel getestet, die das Mikroplastik ersetzen könnten. Diese alternativen Partikel sind kostengünstig und biologisch abbaubar. Das "SoyFoliate"-Unternehmen aus den USA setzt auf eine Alternative aus Soja statt Cellulose. Greenpeace listet sogar noch viel mehr natürliche Stoffe auf, die sich für Kosmetikprodukte eignen. Jetzt kommt es auf die Bereitschaft der Kosmetikindustrie und ein Umdenken der Kunden an, ob diese auch wirklich in neuen Produktserien genutzt werden.

Quelle: UD/cp
 

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