16.11.2018

08.06.2011

Reporting

VW-Nachhaltigkeitsbericht 2010: Auf dem Weg zum Branchenprimus

Volkswagen will sich dauerhaft unter den erfolgreichsten Autobauern der Welt etablieren. In seinem neuen Nachhaltigkeitsbericht betont der Konzern hierzu die Verankerung des Themas in Unternehmenspolitik. Der Schwerpunkt des Nachhaltigkeitsengagements liegt dabei auf der „grünen“ Mobilität. Zentrale Themen sind aber auch die Positionierung VWs unter den attraktivsten Arbeitgebern der Branche sowie die Kundenzufriedenheit.

Foto: Dave Pinter/flickr.com
Foto: Dave Pinter/flickr.com

Der aktuelle Bericht für das Jahr 2010 schafft einen Überblick über die Projekte und Maßnahmen, mit denen Volkswagen seine Ziele erreichen will. Grundlage ist die Konzernstrategie 2018. Ende 2007 veröffentlicht, half sie dem Autohersteller bereits erfolgreich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise: So konnte VW im Jahr 2010 mit 2,7 Mio. Fahrzeugen einen neuen Auslieferungsrekord aufstellen. Eine Bestmarke erreichte auch das operative Konzernergebnis mit rund sieben Mrd. Euro. Fortschritte gab es ebenso bezüglich der weltweiten Positionierung VWs: Mit einem Plus von 13,7 Prozent wuchs das Unternehmen stärker als der Gesamtmarkt und konnte seinen Pkw-Weltmarktanteil auf 11,4 Prozent ausbauen.

Konzernweiter Umweltschutz

Neben der Steigerung der Ertragskrafts ist der Umweltschutz ein wichtiger Baustein der Strategie 2018. Zu Grunde liegt die Umweltpolitik VWs, die in erster Linie auf umweltverträglichen Produkten und einer ressourcenschonenden Produktion basiert. Im Berichtsjahr wurde das Umweltmanagementsystem des Unternehmens zum 15. Mal nach der weltweit anerkannten Umweltnorm ISO 14001 zertifiziert. Entsprechende Konzernmindeststandards gelten für alle Standorte, darüber hinaus sind sie zur Festlegung von eigenen Umweltzielen und Programmen verpflichtet. Innerhalb des Konzerns ist der Strategiekreis Umwelt (KSK-U) für die Sicherung der Unternehmenswerte und der Abwehr von Umweltrisiken zuständig. Außerdem ermöglicht er die konzernweite Abstimmung von Umweltaktivitäten, die Ableitung und Entwicklung neuer Ziele und Maßnahmen daraus, einen weltweiten Wissenstransfer und ist für die Planung und Steuerung von internationalen Konferenzen zuständig.

Um die Umweltauswirkungen der VW-Produkte zu reduzieren, überprüft der Konzern durch Umweltbilanzen gemäß der international bewährten Norm ISO 14040/44 den gesamten Produkt-Lebenszyklus. Dabei spielt auch die Reduktion des Energieverbrauchs an den Produktionsstandorten eine große Rolle: So entwickelte VW für die effiziente Versorgung der Standorte eine eigene Energiestrategie. Mit ihr sollen bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 im Vergleich zu 2010 reduziert werden. Dafür steuert ein zentrales Energiemanagement alle Maßnahmen für den effizienten Energieeinsatz. Seit Einführung dieses Managements konnte der Energieverbrauch um 522.00 Megawattstunden reduziert werden. Das bedeutet eine CO2-Ersparnis von rund 296.000 Tonnen seit 2008.

VW verspricht erschwingliche Elektrofahrzeuge

Wichtigstes Element in Sachen Umweltschutz bei Volkswagen ist die „grüne“ Mobilität: So treibt der Autobauer die Entwicklung von Fahrzeugen mit geringen CO2-Emissionen stetig voran. Fahrplan dafür ist die VW-Antriebs- und Kraftstoffstrategie. Sie beinhaltet die Reduzierung von CO2 sowie die Steigerung des gesamten Antriebsstrangs. VW setzt dabei auf die Elektromobilität sowie weiterentwickelte, verbrennungsmotorische Antriebe. Für beide Technologien gilt es, die verwendete Antriebsenergie auf nachhaltige und CO2-neutrale Quellen umzustellen. Für die Elektromobilität bedeutet das die Nutzung erneuerbarer Energien und für den Verbrennungsmotor die verstärkte Verwendung von Biomasse und daraus gewonnener Kraftstoffe. Bei VW werden diese als „SunFuel“ bezeichnet, dazu muss das Reduktionspotenzial jedoch mindestens 60 Prozent betragen und die Nachhaltigkeitskriterien der EU müssen erfüllt sein.

Um besonders effiziente Modelle für den Kunden deutlich zu machen, kennzeichnet VW diese entsprechend: Die „BlueMotionTechnologies“ ist hierzu die Dachmarke. Zu ihr zählen alle Produkte und Technologien des Konzerns, die Kraftstoff einsparen und den Ausstoß von CO2 und Schadstoffen reduzieren. Im Zeitraum von 2007 bis 2010 stieg der Absatz von „Effizienzmodellen“ der Konzernmarken Audi, Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Seat und Škoda weltweit von 32.500 auf 402.400 Einheiten, so der Bericht. Bezüglich der Entwicklung von Elektrofahrzeugen verspricht VW im vorliegenden Bericht, der erste Autohersteller zu sein, der „das für jeden Kunden erreichbare Elektroauto anbietet“. Nach dem Touareg Hybrid folgen 2012 der Jetta Hybrid sowie im Jahr drauf der E-Up! Und der Golf blue-e-motion.

Zufriedene Kunden und Mitarbeiter

Mit dem Ziel sich unter den erfolgreichsten Autobauern der Welt zu festigen, nimmt VW auch die Kundenzufriedenheit in den Fokus. Diese wird in drei Kategorien ermittelt: Zufriedenheit beim Kauf, mit dem Produkt und dem letzten Werkstattbesuch. Ab 2011 wird die Kundenzufriedenheit bereits in 19 Ländern weltweit ermittelt. Pro Jahr wird dem Konzernvorstand sechs Mal über den aktuellen Status der Rückmeldungen der Kunden berichtet. Die Ergebnisse der Befragungen fließen außerdem in die Entwicklung einer „Richtschnur“ für die Nachhaltigkeitsthemen des Konzerns und dienen als Orientierungsrahmen für die Berichterstattung.

Bis 2018 will VW außerdem zu den attraktivsten Arbeitgebern der Automobilbranche zählen. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende vergangenen Jahres 399.381 Mitarbeiter. Durch die „Volkswagen Coaching“ bietet das Unternehmen seinen Angestellten insgesamt rund 8.900 Qualifizierungsmaßnahmen, die im Berichtsjahr von mehr als 51.500 Mitarbeitern genutzt wurden. Grundlegend bei allen Qualifizierungsmaßnahmen ist das Konzept der Berufsfamilien, zu denen Mitarbeiter mit verwandten Fachkompetenzen gehören. Die Einführungsphase des Konzepts begann vor zwei Jahren und zielt darauf ab, durch den systematischen Wissens- und Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter die Kompetenzen eines Fachbereichs weit möglichst auszubauen. „Fortbildungen auf universitärem Niveau“ bietet zum Besipiel die „Volkswagen AutoUni“ in Wolfsburg. Dazu arbeitet sie mit Hochschulen zusammen und ist weltweit für alle Standorte tätig. Seit 2010 bietet sie auch kooperative Studienmodule, in denen wissenschaftliche Themen wie „Fahrwerk in Hybrid- und Elektrofahrzeugen“ bearbeitet werden. VW will außerdem künftig an allen Standorten hochqualifizierte Meister einsetzen können und führt dazu eine weltweite Meisterqualifizierung nach einheitlichen Standards ein.

VW misst Bonus für das Management am nachhaltigen Erfolg

Die Honorierung besonderer Leistung erfolgt bei der Volkswagen AG über das Gehalt: 2010 führte der hierzu Konzern einheitliche Kriterien für die gesamte Belegschaft bezüglich der Entwicklung von Kompetenzen und der Bewertung von Leistung ein. So setzt sich das Gehalt bei VW aus der monatlichen Grundvergütung, dem tariflich vereinbarten Anspruch auf Erfolgsbeteiligung sowie seit Anfang 2011 einer leistungsorientierten Vergütungskomponente zusammen. Neu ist seit 2010 auch der Langzeitbonus LTI (Log Term Incentive), der für das gesamte Management gilt. Er wird gemessen an der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens und ist direkt mit den Zielen der Strategie 2018 verknüpft.

Der VW Nachhaltigkeitsbericht 2010 wurde nach dem Standard AA 1000 AS geprüft und erreicht mit dem Application Level „A+“ die Höchstbewertung der Global Reporting Initiative (GRI).

Quelle: UD
 

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