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26.07.2016

Lebensmittel

Kaffee und Innovation im Tchibo Kaffeereport 2016

Das Lieblingsgetränk der Deutschen ist Kaffee – noch vor Wasser und Bier. Daran hat sich in den letzten Jahren kaum etwas geändert. An Produktion und Zubereitungsvariationen schon. Auch wenn Filterkaffee die unangefochtene Nummer 1 bleibt, sind die Konsumenten neugierig auf neue Erfindungen, die den Genuss erhöhen, so die Ergebnisse des Tchibo-Kaffeereports 2016. Sei es Zahnpasta mit Kaffeegeschmack oder eine per Smartphone bedienbare Maschine. Welche Innovationen die Deutschen besonders spannend finden, hat UmweltDialog genauer unter die Lupe genommen.

Kaffee und Innovation im Tchibo Kaffeereport 2016
Eine Ziege frisst Kaffeekirschen. Illustration u.ff.: Jindrich Novotny.
Eine Ziege frisst Kaffeekirschen. Illustration u.ff.: Jindrich Novotny.

Die Kaffeepflanze an sich ist unscheinbar, doch um sie ranken sich viele Mythen – auch über die Entdeckung ihrer Wirkung auf den Körper. Einer Legende nach soll der Hirte Khalid sie um das 9. Jahrhundert herum nahe der Provinz Kaffa im heutigen Äthiopien entdeckt haben. Seine Ziegen hatten Früchte von einem Strauch gefressen und fanden nachts darauf keinen Schlaf. Als Khalid die Beeren probierte, erging es ihm ebenso. Der Legende nach soll er Mönchen davon erzählt haben, die daraus ein Getränk brauten – den ersten Kaffee.

 
 

Forschungsobjekt Kaffee

Seit damals wurde das Genussmittel ständig weiterentwickelt, neue Rezepte wurden kreiert, fortschrittlichere Verfahren zu Kultivierung der Pflanzen und Röstung der Bohnen entwickelt. Und die Lust am Kaffee wächst: Noch nie wurde Kaffee so viel getrunken wie heute. Mehr als 149,8 Millionen Säcke à 60 Kilogramm waren es im Jahr 2014 laut Kaffeereport. Mit dem steigenden Konsum muss die Erntemenge Schritt halten.

In der Laborküche des Kaffeeinstituts Cenicafé wird der Geschmack getestet.
In der Laborküche des Kaffeeinstituts Cenicafé wird der Geschmack getestet.

Ein Insider-Bericht aus dem Forschungszentrum Cenicafé in Kolumbien verrät, welche Eigenschaften der Kaffee der Zukunft haben soll. Hier wird etwa nach der perfekten Blüte gesucht, damit alle Früchte des Strauchs gleichzeitig reifen. Das würde die Ernte effizienter machen, denn die reifen Kaffeekirschen müssen einzeln handverlesen werden. Zudem müssen Umwelteinflüsse wie stärkere Witterungsschwankungen durch klimatische Veränderungen oder Schädlingsbefall berücksichtigt werden. Weltweit gibt es ständig neue Erfindungen rund um die begehrte schwarze Bohne. Kreuzungen, umweltfreundliche Produktion, Röstverfahren und die Suche nach spannenden natürlichen Aromen. Die Industrie entwickelt daneben immer neue Hightech-Maschinen, die die leckerste Crema aus den Bohnen gewinnen; Cold-Brew-Zubereitung und fruchtige Erfrischungsgetränke wie Cascara aus überbrühten Kaffeekirschen sind die neuesten koffeinhaltigen Szene-Erfindungen.

Kaffee steht für Genuss und Behaglichkeit. Eine Welt ohne Kaffee? Für manchen eine Katastrophe!

Kaffee wird nicht nur wegen seiner wachmachenden Wirkung geschätzt, sondern besonders aufgrund seines Genussfaktors. Er gehört für fast 40 Prozent der Befragten im Rahmen des Kaffeereports zu einer Gesellschaft, in der Wohlbehagen und das Es-sich-gutgehen-Lassen im Vordergrund stehen. Eine Welt ohne Kaffee hätte, so glauben mehr als ein Drittel, negative Folgen für Mensch und Kultur.

1955 eröffnete die erste Kaffeefiliale von Tchibo in Hamburg.
1955 eröffnete die erste Kaffeefiliale von Tchibo in Hamburg.

Es gebe beispielsweise weniger Rituale, Gemütlichkeit und Genuss und die Menschen wären sehr müde und schlechter gelaunt. Für rund sechs Prozent davon wäre eine Welt ohne Kaffee gar eine Katastrophe. 70 Prozent der Kaffeetrinker wünschen sich eine Erfindung, die den Genuss von Kaffee noch vergrößert. Daran arbeitet Tchibo seit seiner Gründung im Jahr 1949. Sechs Jahre später wurde die erste Filiale in Hamburg eröffnet. Für zehn Pfennig konnte hier der Kaffee vor dem Kauf verkostet werden. Damals eine Innovation und ein gut angenommenes Konzept. Die Verbesserung des Kaffees war damals wie heute die Triebfeder der Entwicklung. Daher fragt Tchibo auch im aktuellen Kaffeereport danach, welche Innovationen Kunden sich rund um den Kaffeegenuss wünschen.

Innovationen rund um Kaffee

Nach wie vor trinken 96,4 Prozent der Deutschen ihr Lieblingsgetränk zuhause, 69,6 Prozent davon als klassischen Filterkaffee. Trotz des Traditionsbewusstseins sind die Deutschen neugierig auf Innovationen, die den Kaffee noch bekömmlicher machen und den Geschmack verbessern. Besonders interessant für 24 Prozent der meinungsführenden Gruppe, den sogenannten „Early Adopters“: eine Kaffeemaschine, die sich per Smartphone bedienen lässt. Weniger interessant fanden die Befragten Vorschläge wie eine Zahnpasta mit Kaffeegeschmack, für die aber immerhin auch noch fast sieben Prozent stimmten. Die stärkste Veränderung im Kaffeemarkt habe in den letzten Jahren der Kapselkaffee gebracht, meinen 37,4 Prozent der Deutschen. Das Design von Maschinen und die vielen neuen Zubereitungsarten, zu denen auch die kunstvollen Crema-Muster der Baristas zählen, wurden als besonders innovativ bewertet.

Während bei den Portionsmaschinen für zuhause lange Zeit Kaffeepads den Markt beherrschten, wächst die Beliebtheit von Kaffeekapseln. Der Geschmack sei besser und jede einzelne Tasse lasse sich damit so individuell zubereiten, wie der Kaffeeliebhaber sie will.

Kaffeekonsum in Form von Einzelportionen (Pads und Kapseln) in Deutschland; in Tonnen.zoom
Kaffeekonsum in Form von Einzelportionen (Pads und Kapseln) in Deutschland; in Tonnen.

Auch Tchibo stellte Anfang des Jahres ein neues, nachhaltiges und hochgradig auf den individuellen Geschmack und Anspruch spezialisiertes Gerät vor. Die sogenannten Qbo-Würfel von Tchibo sind mit 100 Prozent nachhaltigen Kaffee von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen gefüllt, enthalten kein Aluminium und sind vollständig recyclingfähig. Da sie außerdem auf junges stylisches Design setzen, könnten sie damit die Entwicklung des Marktes verändern. Der besondere Clou an der Maschine ist eine Steuerung der Zubereitung über die Qbo-App. Damit kann man die Menge des Kaffees, der Milch und des Milchschaums über das Handy an die Maschine senden. So wird jeder ganz einfach zu seinem eigenen Barista. „You-Rista“ heißt die Maschine für den privaten Haushalt.

Marktentwicklung: Faire Chancen für Kaffee

Etwa ein Drittel der Verbraucher gaben an, dass Informationen über faire Kaffeeprodukte eine Kaufentscheidung spielen. Das spiegelt sich auch in den Statistiken zum Absatz und Anbau von Fair-Trade-Kaffee wider. Zwischen 2010 und 2013 hat der Anteil von zertifizierten Produzenten weltweit zugenommen – in Afrika und dem Mittleren Osten sogar um 150 Prozent. Und die Nachfrage steigt.

Anbaufläche ausgewählter Fairtrade-Produkte, in Hektar.zoom
Anbaufläche ausgewählter Fairtrade-Produkte, in Hektar.

Die Anbaufläche von Fair-Trade-Kaffee ist im Vergleich zu anderen fairen Produkten mit Abstand am größten und wächst besonders stark, wie der Kaffeereport veranschaulicht. Dadurch verbessern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Anbauländern zunehmend. Das kann sich langfristig auch befriedend auf die Gesellschaft auswirken, meint auch Hernando Duque, technischer Leiter des kolumbianischen Forschungszentrums Cenicafé. 560.000 Familien leben in Kolumbien vom Kaffeeanbau. Rund um das modernste Kaffeeforschungszentrum der Welt hilft eine Nichtregierungsorganisation auch den Kleinstbauern. Dadurch entsteht ein relativ sicheres Sozialgefüge in den Anbaugebieten. Während der vergangenen 50 Jahre des Bürgerkriegs hat es dort weniger Gewalt als in anderen Teilen des Landes gegeben, fand die Universidad de los Andes in einer Studie heraus.

Einige Fakten aus dem Kaffeereport 2016:

  • Anteil der Early Adopter, die eine Kaffeemaschine, die per Smartphone bedienbar ist, besonders innovativ finden, in Prozent: 24,2

  • Anteil der Early Adopter, die Zahnpasta mit Koffein besonders innovativ finden, in Prozent: 6,8

  • Anteil der Kaffeetrinker in Deutschland, die pro Tag zwei Tassen Kaffee trinken, in Prozent: 23,8

  • Anteil der Kaffeetrinker in Deutschland, die pro Tag 10 Tassen Kaffee und mehr trinken, in Prozent: 2,9

  • Anteil der Kaffeetrinker in Deutschland, die am liebsten Filterkaffee trinken, in Prozent: 67,6

  • Anteil der Kaffeetrinker in Deutschland, die eine Filterkaffeemaschine besitzen, in Prozent: 71,8

  • Anteil der Kaffeetrinker in Deutschland, die eine Kapselmaschine besitzen, in Prozent: 23,8
Quelle: UD
 

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