Nachhaltig waschen: Temperatur und Dosierung machen den Unterschied
Wo früher Muskelkraft gefragt war, reicht heute ein Knopfdruck. Waschmaschinen gehören in den meisten Haushalten zur Standardausstattung. Doch der Komfort hat seinen Preis: Millionen Waschgänge verbrauchen Wasser, Energie und Waschmittel. Mit einfachen Gewohnheiten und effizienteren Produkten lässt sich der Ressourcenbedarf aber deutlich senken.
26.02.2026
Frisch gewaschene Kleidung auf der Haut, der Duft sauberer Bettwäsche: Wäschewaschen ist nicht nur eine Frage der Hygiene, sondern gehören in den Alltag dazu. Die Waschmaschine übernimmt dabei einen Großteil der Arbeit, während wir uns anderen Dingen widmen. Noch vor wenigen Generationen sah das allerdings ganz anders aus: Bis ins 20. Jahrhundert hinein bedeutete Wäschewaschen vor allem eines: körperliche Arbeit. Gewaschen wurde im Bottich oder Zuber, meist mit Waschbrett und einer Lauge aus Asche oder später Soda, deren alkalische Lösung Schmutz und Fette aus den Fasern löste. Wasser musste erhitzt, Kleidung eingeweicht, geschrubbt, geschlagen und schwere Textilien per Hand ausgewrungen werden – häufig über mehrere Tage hinweg und nicht selten gemeinsam im Waschhaus des Dorfes.
Um 1900 kamen die ersten handbetriebenen Waschmaschinen auf, deren Kurbeln und Rührwerke das mühsame Umrühren der Wäsche erleichterten. Mit der Elektrifizierung ab etwa 1904 übernahmen Motoren Bewegung und Auswringen, später regelten Heizstäbe und Programme Temperatur und Wasserstand automatisch. Hersteller wie Miele brachten entsprechende Modelle früh auf den Markt. Spätestens mit den Vollautomaten der 1950er Jahre verschwand der klassische Waschtag – aus harter Arbeit wurde eine Routine, die fast nebenbei erledigt werden konnte (mehr dazu lesen Sie hier).
Waschen heute: nachhaltiger mit niedrigen Temperaturen
Heute gehört die Waschmaschine zur Standardausstattung in fast jedem Haushalt und wird mehrmals die Woche genutzt. Nach Angaben der Stadtwerke Detmold kommen Familien oft auf 200 bis 300 Waschgänge im Jahr, während Zwei-Personen-Haushalte durchschnittlich etwa drei Maschinen pro Woche laufen lassen. Wie viel Wasser und Energie dabei verbraucht werden, hängt aber nicht nur von der Waschmaschine ab (der durchschnittliche Wasserverbrauch liegt laut Öko-Test bei 20 bis 40 Litern pro Waschgang), sondern besonders vom eigenen Waschverhalten. Eine Lebenszyklusanalyse der Waschmittelmarke Ariel zeigt, dass rund 60 Prozent der CO2-Emissionen beim Waschen nicht durch das Waschmittel selbst, sondern durch die Verwendung der Maschine entstehen. Den größten Anteil daran hat das Erhitzen des Wassers.
Ein zentraler Hebel, um umweltfreundlicher zu waschen, ist also die Waschtemperatur. Moderne Waschmittel sind so zusammengesetzt, dass die Wäsche auch bei kälteren Temperaturen sauber wird (achten Sie im Handel am besten auf die Herstellerangaben). Für leicht oder normal verschmutzte Textilien reichen zumeist schon Temperaturen von 20 bis 30 Grad Celsius, erklärt das Umweltbundesamt. Einmal im Monat sollte die beladene Waschmaschine allerdings bei 60 Grad und einem Pulverwaschmittel laufen, um Keimbildung zu vermeiden. Wie stark sich eine Änderung der Temperatur auswirkt, analysiert der Stern: Wer seine Alltagswäsche konsequent bei 30 statt bei 40 Grad wäscht, spart rund 38 Prozent der bisherigen Energiekosten; pro Waschgang sinken die Stromkosten von etwa 20 auf zwölf Cent. Würde jeder Haushalt in Deutschland seine Alltagswäsche bei 30 Grad waschen, könnte man hierzulande etwa 570.000 Tonnen Emissionen vermeiden. Ein weiterer Vorteil niedriger Waschtemperaturen ist, das Schonen der Textilfasern, die Kleidung behält länger ihre Form und Farben bleiben ebenfalls erhalten.
Eine gut gefüllte Trommel und das Trocknen der Wäsche an der Luft, spart ebenfalls Energie und Wasser.
Waschmittel: Ist weniger mehr?
Neben der Temperatur spielen auch die Wahl und Dosierung des Waschmittels eine große Rolle. In Deutschland landen jedes Jahr mehr als eine halbe Million Tonnen Waschmittel in den Trommeln; rechnerisch rund 6,5 Kilogramm pro Kopf, heißt es vom Umweltbundesamt. Hinzu kommen mehrere Hunderttausend Tonnen Weichspüler und weitere Zusatzprodukte. Durch überdosiertes Waschmittel können außerdem vermehrt schädliche Stoffe in Umwelt und Gewässer gelangen (mehr Infos dazu finden Sie beim Naturschutzbund). Bei der Zusammensetzung moderner Waschmittel gibt es aber Fortschritte in Richtung Umweltfreundlichkeit: Seit 2005 müssen laut EU-Gesetz die Tenside, die in Waschmitteln eingesetzt werden, biologisch abbaubar sein. Phosphate in Haushaltswaschmitteln gibt es schon seit 1986 nicht mehr.
„Moderne Waschmittel wie Ariel sind mit einer speziellen Cool-Clean-Technologie ausgestattet. Hochwirksame Enzyme und Tenside sind darauf optimiert, ihre volle Waschkraft bereits bei niedrigen Temperaturen zu entfalten. Diese sind inspiriert von Enzymen, die in der Tiefsee aktiv sind. Sie dringen tief in die Fasern ein und entfernen zuverlässig Flecken und Schmutz – auch ohne die Hilfe von heißem Wasser“, so Melanie Fischer, Wissenschaftskommunikation von Procter & Gamble.
Die Dosierung des Waschmittels sollte sich am Verschmutzungsgrad der Wäsche und an der Wasserhärte orientieren, rät das Umweltbundesamt. Härteres Wasser und stark verschmutzte Textilien benötigen mehr Waschmittel. Bei leichteren Verschmutzungen und weichem Wasser, reichen kleinere Mengen aus. Für bunte Textilien eignet sich am besten Colorwaschmittel, da es die Farben schont. Wenn Pulverwaschmittel, dann gelten kompakte Pulverwaschmittel als umweltfreundlicher. Weichspüler sollte sparsam eingesetzt werden. Wer es noch nachhaltiger möchte, kann auch auf das Baukastensystem setzen, so das UBA. Hierbei lassen sich Waschmittel, Enthärter und Bleichmittel einzeln nach Bedarf dosieren.
Best Practice: Wie Procter & Gamble nachhaltigeres Waschen fördern will
Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble richtet seine Waschmittelmarken zunehmend darauf aus, den Ressourcenverbrauch im Alltag zu senken. Statt allein auf effizientere Maschinen zu verweisen, setzt das Unternehmen vor allem am Produkt selbst an: durch stärker konzentrierte Rezepturen, klar dosierte Formate und Waschmittel, die auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig reinigen. Ziel ist es, Energiebedarf, Chemikalieneinsatz sowie Verpackungsmengen entlang der gesamten Nutzungskette zu reduzieren.
Ariel „Max Power“: Konzentration statt Zusatzprodukte
Ein Beispiel sind die neuen Ariel „Max Power“-Pods. Die vordosierten Kapseln bündeln Waschmittel, Flecklöser und Geruchsschutz in einer einzigen Einheit. Damit bietet Procter & Gamble eine ressourcenschonende Lösung für aktuelle Waschgewohnheiten. Jede der drei Kammern der Pods enthält spezifische Wirkstoffe, darunter Enzyme zur Fleckenentfernung, ein Tensidsystem sowie Zusätze zur Geruchsbeseitigung, die sich beim Kontakt mit Wasser schnell freisetzen. Die kombinierte Rezeptur entfernt auch hartnäckige Verschmutzungen wie Fett-, Gras- und Schweißflecken in einem Waschgang, sodass zusätzliche Vorbehandlungen oder ein Nachwaschen entfallen. Gleichzeitig entfalten die Inhaltsstoffe ihre Wirkung bereits bei niedrigen Temperaturen von 20 bis 30 Grad Celsius und erleichtern damit energieärmere Waschgänge. Einige der eingesetzten Enzyme helfen außerdem bei vergilbter Wäsche und macht sie wieder heller. Durch die fest definierte Dosierung werden Überdosierungen vermieden und zusätzliche Waschhilfsmittel sind in der Regel nicht erforderlich.
Kleinere Dosierung, niedrigere Temperaturen
Auch beim Weichspüler setzt Procter & Gamble auf kompaktere und materialeffizientere Formate. Die neue Kollektion „Lenor Luftfrisch“ ist im Vergleich zur bisherigen „Aprilfrisch“-Variante ultra konzentriert und kommt mit sehr kleinen Dosiermengen aus; bereits eine Kappe genügt pro Waschgang. Je nach Packungsgröße reicht eine Flasche für 36 bis 76 Waschladungen, wodurch pro Nutzung weniger Produkt anfällt. Die Flaschen bestehen überwiegend aus recyceltem Kunststoff – ausgenommen Kappe, Dosierer und Etikett. Der Weichspüler ist zudem dermatologisch getestet und enthält keine Farbstoffe. Verschiedene, von „Outdoor-Frische“ inspirierte Duftvarianten reduzieren Gerüche, etwa beim Trocknen in Innenräumen.
Neben Produktinnovationen setzt Procter & Gamble auch auf Verhaltensänderungen im Alltag. Gemeinsam mit dem WWF Deutschland wirbt das Unternehmen in der Initiative „#WirDrehenRunter“ seit 2022 dafür, Waschtemperaturen dauerhaft zu senken. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher zum Waschen bei 30 Grad Celsius zu ermutigen. Hinweise auf den Verpackungen sollen zusätzlich sensibilisieren. Nach Angaben der Partner ist die durchschnittliche Waschtemperatur in Deutschland seither von 43,2 auf 41,7 Grad Celsius gesunken. Durch das häufigere Waschen bei niedrigeren Temperaturen konnten bereits mehr als 192.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden – ein messbarer Beitrag für mehr Klimaschutz im Alltag.
