Rohstoffe sichern: Nestlé stellt Nescafé Plan vor
4.600 Tassen Nescafé-Kaffee werden jede Sekunde auf der Welt getrunken. Um die Qualität langfristig zu sichern und den Erzeugern ein ausreichendes Einkommen zu garantieren, hat Nestlé Vorstand Paul Bulcke jetzt in Mexico den „Nescafé Plan“ vorgestellt. Dieser bündelt das Engagement des Konzerns beim Anbau, der Produktion und dem Vertrieb des Rohstoffes und sieht vor, den Anteil des direkt bei Produzenten und ihren Verbänden eingekauften Kaffees bis 2015 zu verdoppeln.
Nestlé Vorstand Paul Bulcke (links) stellt den Nescafé Plan vor, Foto: Nestlé
Der Nescafé Plan
Bis 2015 will das Unternehmen pro Jahr 180.000 Tonnen Kaffee von 70.000 Produzenten direkt beziehen. Neben der Intensivierung der Produktion setzt der Konzern dabei vor allem auf eine Verbesserung der Anbaumethoden, den Ausbau lokaler Netzwerke sowie 220 Millionen ertragreiche und krankheitsresistente Jungpflanzen, die das Unternehmen in diesem Zeitraum an die Erzeuger verteilen will. Mithilfe dieser Pflanzen könnten die Farmer ihre Plantagen verjüngen und gleichzeitig den Ertrag auf den vorhandenen Flächen vergrößern. Unterstützt wird Nestlé bei diesem Vorhaben durch Experten der Rainforest Alliance und des Sustainable Agricultural Network (SAN) sowie der Kaffeevereinigung 4C.
Farmer pflücken Kaffeebohnen, Foto: Nestlé
Für die Produzenten sieht die Initiative vor allem Unterstützung bei der Planung und Bearbeitung ihrer Kaffeeplantagen vor. Zu diesem Zweck sollen Nestlé-Agronomen jährlich bis zu 10.000 Bauern bei der Auswahl geeigneter Flächen, dem Bau von Bewässerungsanlagen und dem Erstellen eines Nutzungskonzeptes unterstützen. In Verbindung mit den neuen Pflanzengattungen möchte der Konzern den Ertrag der Farmer damit nachhaltig steigern. Die Präsidentin der Rainforest Alliance, Tensie Whelan, betonte in diesem Zusammenhang den finanziellen Aspekt der Initiative: „Wir glauben, dass der ökonomischen Seite von Nachhaltigkeit mehr Beachtung geschenkt werden muss“, sagte sie auf der Pressekonferenz. Durch faire Preise würde auch bei den Farmern das Bewusstsein für langfristige Ertragsteigerungen und hohe Qualitätsstandards gestärkt. Die daraus resultierende Win-win-Situation werde zudem helfen, den ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen.
Creating Shared Value
Bereits 2009 initiierte der Konzern den „Cocoa Plan“. Dieser war die Grundlage für ein langfristiges Projekt, dass ökonomische, ökologische und soziale Interessen in der Kakaobranche in Übereinstimmung bringen sollte. Bei Nestlé bezeichnet man dieses Konzept als „Creating Shared Value“ und versteht darunter vor allem die Ausweitung des Dialoges mit allen beteiligten Stakeholdern und die Erarbeitung von zukunftsweisenden Initiativen, die die Marktstellung des Unternehmens sichern, aber auch Rücksicht auf Umwelt- und Sozialaspekte nehmen sollen: „Die gemeinsame Wertschöpfung ist integraler Teil unserer Geschäftsstrategie. Um den langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu gewährleisten, muss gleichzeitig Wert sowohl für die Aktionäre als auch für die Gemeinschaften, in denen das Unternehmen tätig ist, geschöpft werden,“ erläutert Bulcke. Besonderes Augenmerk legt der Konzern bei seinem Engagement auf die eigenen Kernkompetenzen. Gerade durch die jahrelange Erfahrung in den Bereichen Wassermanagement und Agrarpolitik will Nestlé in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen und zur Reduktion von Treibhausgasen leisten sowie das eigene Unternehmen strategisch auf zukünftige Herausforderungen ausrichten.
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