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Mikroplastik gelangt über Kosmetikprodukte wie Duschgels oder Zahnpasta in den Wasserkreislauf.

14.04.2015

Aktuelle Maßnahmen gegen Mikroplastik

Worst Case: Sonntagnachmittag, erste Radtour bei schönem Wetter. Ein Autofahrer rast vorbei und wirft seine PET-Getränkeflasche achtlos in den Graben. Das Material der Flasche wurde aus Rohöl hergestellt und wird einige hundert Jahre benötigen, bis es zersetzt ist. Vollständig abgebaut wird es nie, zurück bleiben winzige Teilchen ­ das sogenannte Mikroplastik. Fraunhofer UMSICHT begegnet den kleinen Kunststoffpartikeln in zwei aktuellen Maßnahmen.

Die "Initiative Mikroplastik" möchte durch die Initiierung von Forschungs- und Entwicklungs-Vorhaben die Mengen und Sorten an Mikroplastik in der Umwelt ermitteln, den stetigen Eintrag von Mikroplastik verringern und prüfen, inwieweit Mikroplastik Schadstoffpotenziale birgt. Die "Konsortialstudie Mikroplastik" recherchiert, sortiert und bewertet unter anderem Daten und Fakten zu Mikroplastik sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Problematik und stellt Lösungskonzepte zusammen.

Mikroplastik entsteht nicht nur durch den Zerfall von Kunststoffprodukten, sondern findet sich ­­– industriell erzeugt – auch in Kosmetik, wie zahlreichen Makeup- und Hautpflege-Produkten, Zahnpasta oder Duschgels wieder. Trotz natürlicher Alternativen wie Biowachspartikel, nutzen viele Hersteller noch winzig kleine Kunststoffpartikel, um einen mechanischen Reinigungseffekt zu erzielen. Fatalerweise gelangen die Kosmetikprodukte und somit das Mikroplastik nach der Anwendung durch Abspülen oder Duschen in den Wasserkreislauf. Bisher können Kläranlagen die winzigen synthetischen Partikel nicht vollständig aus dem Abwasser entfernen, sodass der Eintrag von Mikroplastik in die Nahrungskette nicht ausgeschlossen werden kann. Fraunhofer UMSICHT begegnet Mikroplastik in zwei aktuellen Maßnahmen.

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"Initiative Mikroplastik"

Die Bereitstellung von Informationen rund um das Thema Mikroplastik sowie die Untersuchung von Mikroplastik und dessen ökologischen Auswirkungen in Wasserkreislauf und Umwelt sind beispielhafte Ziele der "Initiative Mikroplastik". Bereits seit März 2014 beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe bei Fraunhofer UMSICHT mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten zu Mikroplastik.

Nach dem Thementisch "Mikroplastik und Kläranlagen", der von Fraunhofer
UMSICHT zusammen mit dem Umweltcluster NRW organisiert wurde, fand die Gründung der "Initiative Mikroplastik" statt. Eine Internetplattform rund um Mikroplastik dient der Kontaktaufnahme, dem Informationsaustausch und der Bereitstellung von Publikationen. Durch die Plattform erfolgt die Vernetzung potenzieller Partner ebenso wie die Initiierung von FuE-Projekten.

Die Initiative plant die Durchführung von Projekten, etwa zur Bestimmung der Mengen und Sorten von Mikroplastik in der aquatischen Umwelt. Intelligente Konzepte und technische Prozesse, die den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt verringern, sollen aus der Initiative heraus entwickelt werden. Bereits heute forscht Fraunhofer UMSICHT an umweltverträglichen Ersatzstoffen wie Biowachspartikeln, die eine Alternative zu Mikroplastik in Kosmetikprodukten darstellen.

"Konsortialstudie Mikroplastik"

Die Mengen von Kunststoffabfällen und damit von potenziellem Mikroplastik in aquatischen Lebensräumen sind global problematisch und zunehmend beunruhigend. Technologien zur Entfernung von Plastikteilchen sind bislang nicht vorhanden. In der auf zwölf Monate ausgelegten "Konsortialstudie Mikroplastik" werden Fakten und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Problematik, zu Trends und Entwicklungen in den Bereichen Politik, Recht und öffentliche Meinung recherchiert sowie technische Lösungskonzepte bewertet und zusammengestellt. Des Weiteren sollen Fragestellungen der teilnehmenden Unternehmen bearbeitet werden: An der Konsortialstudie teilnehmen können alle Unternehmen und Organisationen, die Interesse an dem Thema haben. Auch freie Erfinder, Forschungsorganisationen und sonstige Dienstleister sind herzlich eingeladen zu partizipieren. Die anfallenden wissenschaftlichen und organisatorischen Arbeiten werden vollständig von Fraunhofer UMSICHT übernommen.

Die Teilnehmenden können dabei in Bezug auf ihre eigenen Fragestellungen und Verwertungsinteressen die Bearbeitungsschwerpunkte festlegen. Denkbare Forschungsschwerpunkte sind u.a. Quellen und Eintragspfade für Mikroplastik zu identifizieren und emittierte Mengen an Mikroplastik zu beziffern; Mechanismen zum langfristigen Abbau bzw. zur Fragmentierung von Kunststoffen an Land und in Wasser zu untersuchen oder auch die Schadwirkungen von Mikroplastik auf Mensch und Umwelt genauer zu betrachten.

Die Konsortialstudie Mikroplastik startet sobald sich ein Konsortium von mindestens 15 teilnehmenden Unternehmen gebildet hat. Ein Quereinstieg von weiteren Unternehmen ist auch nach Projektbeginn noch möglich.

 
Quelle: UD/pm

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