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Nestlé-Studie: Deutschland isst gut
Fotos von Mahlzeiten erschaffen eine virtuelle Tischgemeinschaft.

20.01.2016

Nestlé-Studie: Deutschland isst gut

Unter dem Einfluss der digitalen Transformation und zunehmenden Mobilität haben sich in den letzten vier Jahren das Ess- und Einkaufsverhalten der Menschen in Deutschland signifikant verändert. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Nestlé Studie 2016 „So is(s)t Deutschland“, die nach 2009 und 2011 zum dritten Mal veröffentlicht wurde. So tragen zunehmender Wohlstand, das wachsende Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein und die immer stärker empfundene Zeitknappheit dazu bei, dass der Umgang mit Lebensmitteln immer stärker von sozialen aber auch ethischen Kriterien geprägt wird. Gleichzeitig wird Essen zum Genussfaktor: 53 Prozent der Menschen in Deutschland kaufen mehr qualitäts- als preisorientiert, 64 Prozent belohnen sich mit einer guten Mahlzeit.

Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Gesellschaft ist die Anzahl der gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten an heimischen Esstischen rückläufig. Die sozialen Funktionen des Essens bleiben hiervon jedoch unberührt: Nach wie vor befriedigen die Menschen bei einer gemeinsamen Mahlzeit ihr grundlegendes Bedürfnis nach Zusammenhalt, Nähe und Austausch. Dank einer Fülle von Online-Foren und sozialen Netzwerken wird Geselligkeit heute zunehmend auch in Form virtueller Tischgemeinschaften gelebt. „Indem Menschen Fotos von den Gerichten auf ihren Tellern posten oder Rezepte veröffentlichen, laden sie sozusagen virtuell andere Menschen zu sich nach Hause ein und lassen sie an ihren Mahlzeiten teilhaben“, erklärt Katja Popanda, Leiterin Marktforschung Nestlé Deutschland. „Auf diese Weise kann jeder auch ohne direktes Gegenüber als ‚Social Eater‘ agieren und sich als Teil einer großen Gemeinschaft fühlen“.

Virtuelle Gemeinschaften ersetzen den Esstisch

Demnach hat fast jeder Zweite schon Food-Fotos gepostet, 29 Prozent haben schon einmal ein Food-Video ins Internet gestellt und 14 Prozent veröffentlichen regelmäßig Kochtipps oder Rezepte. Noch viel höher ist die Zahl der Menschen, die solche Posts kommentieren und Kochseiten im Netz besuchen. Die Besucher dieser Seiten kommen aus allen Altersgruppen, wobei die jüngere Generation zwischen 14 und 29 Jahren erwartungsgemäß am aktivsten ist.

Doch nicht nur Kochen, Essen und Genießen werden mittlerweile digital „geteilt“. Auch beim Lebensmitteleinkauf spielt das Internet eine immer größere Rolle. Bereits ein Drittel der Verbraucher bestellt mehr oder weniger regelmäßig Lebensmittel oder Tiernahrung über das Internet. „Wir rechnen damit, dass der Online-Einkauf von Lebensmitteln schon bald ganz selbstverständlich zu den alltäglichen Einkaufskanälen gehören wird“ folgert Béatrice Guillaume-Grabisch, Vorstandsvorsitzende der Nestlé Deutschland AG.

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Abendessen wird zur Hauptmahlzeit - Gemeinschaft als zentrales Bedürfnis

Parallel zur virtuellen Welt wird das gemeinsame Abendessen zur wichtigsten Mahlzeit des Tages. Während das Frühstück und das Mittagessen immer seltener gemeinsam zu Hause eingenommen werden, wächst die Bedeutung des Abendessens als geselliges Ereignis. Diese Aufwertung des Abendessens ist auch daran zu erkennen, dass das klassische kalte Abendbrot immer häufiger durch ein warmes Abendmahl ersetzt wird. „Geselligkeit“ ist heute nach „Bequemlichkeit“ und „Sattwerden“ auch das dritthäufigste Motiv für einen Café- oder Restaurantbesuch. So essen Menschen heute zwar insgesamt nicht öfter außer Haus als vor fünf Jahren. Wenn sie es tun, dann aber immer häufiger aus dem Wunsch nach Begegnung und Austausch.

Artgerechte Tierhaltung wird zum wichtigsten Nachhaltigkeitskriterium

Die Menschen in Deutschland beurteilen Qualität von Lebensmitteln längst nicht mehr nur nach Kriterien wie Frische und Geschmack. Zunehmend sind ihnen auch ethische, soziale und nachhaltige Aspekte bei der Erzeugung von Lebensmitteln wichtig. Mit jeweils 53 Prozent Zustimmung folgen heute die ethischen Kriterien „artgerechte Tierhaltung“ und „Verzicht auf Gentechnik“ in der Rangliste der wichtigsten Qualitätskriterien unmittelbar auf Geschmack, Sicherheit und Freiheit von künstlichen Zusatzstoffen. Auch soziale Kriterien wie fairer Handel gewinnen immer mehr an Bedeutung. Nachdem 2011 nur 16 Prozent bereit waren für eine faire Bezahlung der Lieferanten mehr zu bezahlen, sind es heute 35 Prozent.

Mit deutlichem Abstand landet das Nachhaltigkeitskriterium ökologische Erzeugung (Bio) auf Platz 17. Es ist nur für 13 Prozent der Befragten ein Kennzeichen hoher Qualität. „Es ist ein gutes Signal, dass Qualität in Deutschland differenzierter beurteilt wird und Verbraucher auch einen höheren Preis für qualitative Produkte akzeptieren“, unterstreicht Béatrice Guillaume-Grabisch.

 
Quelle: UD/cp

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