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20.01.2010

Nestlé Studie 2010: Verpasste Chance Schulmensa

Schlechte Noten für Deutschlands Schulmensen: Obwohl ihre Anzahl zuletzt rasant auf über 12.000 angestiegen ist, lässt deren Qualität vor allem aus Schülerperspektive nur zu oft zu wünschen übrig. Zu laut, zu unausgewogen, zu wenig in den Schulalltag integriert - so lautet die Schüler-Kritik, die die neue Nestlé-Studie 2010 „So is(s)t Schule“ offen legt. Zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin wurde sie jetzt erstmals vorgestellt.

Foto: bapfoto.de/Nestlé
Foto: bapfoto.de/Nestlé

Befragt wurden hierfür bundesweit 750 Ganztagsschüler durch das Marktforschungsunternehmen iconkids & youth. Parallel befragten die Marktforscher auch 750 Eltern und ließen sie die Mittagsverpflegung ihrer Kinder bewerten - mit zum Teil erstaunlichen Differenzen: Insgesamt bewerten die Schüler die Qualität ihrer Mensa mit der Schulnote 2,9 („befriedigend“) schlechter als noch vor fünf Jahren. 2005 ermittelte iconkids & youth eine im Vergleich noch gute Bewertung von 2,3. Von den Oberstufenschülern wird das Angebot der Mensa besonders kritisch bewertet. Schulnote hier: 3,3. Entsprechend fühlt sich jeder vierte Schüler (25 Prozent) nach dem Essen in der Mensa müde und träge, weitere 32 Prozent geben an, voll, schwer und lustlos in den Nachmittagsunterricht zu starten. Nur knapp jeder zweite Schüler (48 Prozent) startet nach eigenen Angaben fit in die zweite Tageshälfte. Insgesamt nutzen drei von vier Schülern (75 Prozent) täglich oder mehrmals die Woche die Schulkantine.

Zu viele Schulen wollen ihre Schüler nur satt machen

„Die Chancen, die in der Schulverpflegung liegen, werden bisher von zu wenigen
Schulen genutzt. Zu viele Schulen reduzieren ihre Aufgabe darauf, die Schüler satt zu machen. Positive Beispiele zeigen, dass in der Schulmensa weit mehr Potential liegt. Die Mittagspause kann elementar dazu beitragen, den Vormittagsstoff zu verarbeiten und aufnahmebereit in den Nachmittag zu starten. Diese Funktion des Mittagessens gepaart mit Bewegung für die physische und psychische Fitness sollte optimalerweise in einem integrierten Konzept umgesetzt werden, das den regulären Unterricht mit einschließt“, empfiehlt Professor Arens-Azevedo von der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die die Studie wissenschaftlich begleitet hat.

Bei den Eltern dominiert laut Nestlé-Studie die Einstellung, dass die Schulmensa vor allem deshalb nützlich ist, weil sie sie entlastet (73 Prozent). 77 Prozent der Eltern fühlen sich über die Schulernährung gut informiert, aber nur 60 Prozent können sagen, von wem das Essen angeliefert wird. Nur jedes zehnte Elternpaar sieht hingegen einen Nutzen darin, dass ihre Kinder in der Schule eine gesunde Verpflegung bekommen. Entsprechend gibt nur ein Viertel der Eltern an, dass ihnen wichtig sei, „wie sehr auf gesundheitliche Aspekte geachtet wird“. Preis und Sauberkeit rangierten da in der Prioritätenliste der Eltern weitaus höher.

Beliebt aber Mangelware: Thema Ernährung im Unterricht

Gesundheit spielt beim Essen nur für eine Minderheit der Schüler (13 Prozent) eine
Rolle. Wichtiger sind Geschmack (92 Prozent), Aussehen (42 Prozent) und Geruch (40 Prozent) der Mahlzeit. Lieblingsgetränk der Schüler ist Wasser (63 Prozent), noch vor Limo (33 Prozent) oder Cola (31 Prozent) - obwohl diese in den meisten Schulkantinen angeboten wird. Hoch im Kurs bei den Schülern stehen vor allem reichhaltige Gerichte mit Fleisch (54 Prozent) und Nudeln (46 Prozent). Obst und Rohkost (27 Prozent) und vegetarische Gerichte (16 Prozent) werden hingegen weniger nachgefragt.

Dabei sind Schüler dem Thema Ernährung gegenüber insgesamt ausgesprochen
aufgeschlossen und experimentierfreudig. Während sich etwa nur 17 Prozent der
Eltern für häufige ausländische und internationale Speisen aussprechen, wünschen sich dies verstärkt immerhin 38 Prozent der Schüler. Auch wenn das Thema Ernährung im Unterricht behandelt wurde, bewerteten dies zwei von drei Schülern (63 Prozent) positiv. Mit entsprechendem Effekt: Die Schüler geben danach an, jetzt mehr auf die Ernährung zu achten (38 Prozent), zu wissen, was gesunde Produkte sind (35 Prozent) oder sogar jetzt besser zu kochen (24 Prozent).

Doch die Realität sieht anders aus: Nur jeder dritte Schüler (34 Prozent) gibt an, in der Schule jemals Ernährung im Unterricht durchgenommen zu haben. Aktionswochen zum Thema Ernährung - Mangelware. Nur jeder zehnte Schüler in Deutschland hat hieran schon einmal teilgenommen. Entsprechend niedrig ist das praktische Wissen bei der nachwachsenden Generation ausgebildet: Vier von fünf Schülern (74 Prozent) in der Oberstufe, können nach eigener Einschätzung nicht gut kochen. „Noch nie standen so viele Schulen vor der Aufgabe, eine Mensa zu eröffnen. Noch nie waren daher die Chancen so groß, der nachwachsenden Generation praktisch zu vermitteln, wie wichtig der richtige Umgang mit Lebensmitteln für das Wohlbefinden, die Lernfähigkeit und die Lebensqualität ist“, kommentiert Uwe Schneider, Geschäftsführer der Nestlé Professional die Ergebnisse der Nestlé-Studie 2010. Gefragt sei ein integriertes pädagogisches Konzept, das sich auch in den verschiedenen Unterrichtsfächern niederschlage und sowohl Wissen als auch praktische Kompetenzen umfasse.

 
Quelle: UD / cp

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