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25.04.2006

DHL stellt Disaster Response Teams vor

Im Katastrophenfall ist Zeit der wichtigste Faktor. Damit vor Ort die Hilfe reibungslos anlaufen kann, müssen im Hintergrund gewaltige Logistikaufgaben gelöst werden. UNDP und OCHA haben daher gemeinsam mit DHL ein ambitioniertes Katastrophenmanagement-Projekt gestartet.

Ob Erdbeben, Überschwemmungen oder auch Klimawandel - die Schäden durch Naturkatastrophen werden häufiger und schwerwiegender. Lagen sie im Jahr 2002 weltweit bei 55 Mrd. Euro, so verursachte allein der Hurrikan "Katrina" rund 150 Mrd. Dollar (130 Mrd. Euro) Schaden. Angesichts der erschütternden Bilder vom Tsunami in Asien, dem Erdbeben in Pakistan oder auch dem Hurrikan in New Orleans sind dabei die Sachschäden nebensächlich. Es geht um tausende Menschenleben. Hilfe muss hier rasch und reibungslos eintreffen. Es sind die Tage nach der Katastrophe, die mit über das Ausmaß entscheiden. Oft läuft spontan und weltweit eine große Spendenbereitschaft an, aber damit die Hilfe schnell genug bei den Bedürftigen ankommt, bedarf  es ausgeklügelter Logistik im Hintergrund.
 
Das United Nations Development Programme (UNDP) und das United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) haben daher gemeinsam mit DHL, dem Express- und Logistikspezialisten im Konzern Deutsche Post World Net, eine weltweite, strategische Partnerschaft vereinbart. „Die Verwüstungen durch die letztjährigen Naturkatastrophen haben uns eine Menge über Katastrophenhilfe gelehrt“, so UNDP-Chef  Kemal Dervis. „Es ist lebensnotwendig, dass die internationalen Organisationen möglichst schnell und effektiv helfen können, um so den langfristigen Wiederaufbau zu erleichtern und sicherzustellen.“ Auch UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland betont: „Die Logistik ist oft der Dreh- und Angelpunkt der Katastrophenhilfe. Wir benötigen eine reibungslose Versorgungskette. Vereinbarungen mit der Privatwirtschaft können dies ermöglichen.“

Und hier kommt DHL ins Spiel: Der weltweit größte Logistikkonzern will sein  Know How und seine Mitarbeiter künftig den beiden UN-Organisationen für die internationale Hilfe bei Naturkatastrophen zur Verfügung stellen. Für DHL und die Konzernmutter Deutsche Post World Net ist die Partnerschaft Ausdruck des weltweiten gesellschaftlichen Engagements und zugleich eine gute Möglichkeit, logistische Kernkompetenzen einzubringen.  „Als Global Player sind wir willens und fähig, globale Verantwortung zu übernehmen“, erläutert Deutsche Post World Net-Vorstand Dr. Klaus Zumwinkel.
 
Herzstück der Zusammenarbeit ist die Bereitstellung von so genannten Disaster Response Teams (DRT), die zunächst an Standorten in Asien und Lateinamerika Position beziehen.  Die Teams bestehen aus bis zu 80 Mitarbeitern von DHL - allesamt Freiwillige, die für ihre Einsätze speziell trainiert werden. Im Ernstfall sollen die DRTs im Auftrag der UN oder des betroffenen Landes innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit sein. Sie übernehmen die Koordination der eintreffenden Hilfsgüter an einem Flughafen nahe der betroffenen Region, um logistische Engpässe dort zu vermeiden. Ende April 2006 wurde in Singapur das erste DRT für Asien und den pazifischen Raum offiziell eingeführt.

Nadelöhr Flughafen
 
Die Idee zu den Disaster Response Teams reicht zurück bis in das Jahr 2003: Damals erschütterte ein schweres Erdbeben die Provinzstadt Bam im Iran. Hilfslieferungen aus aller Welt liefen an,  aber die örtliche Flughafenverwaltung war überfordert. „Binnen kürzester Zeit war der Airport dicht“, berichtet Stefanie Danne von Deutsche Post World Net (DPWN). Die Weiterverteilung der Güter verschleppte sich, da die Flugzeuge direkt auf dem Rollfeld entladen und Lieferungen unkoordiniert gelagert wurden. Man erkannte, dass es eines erfahrenden Airport-Managements bedarf, um in solchen Krisenmomenten sinnvoll agieren zu können. Bei der asiatischen Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 reagierte die Wirtschaft schneller: Unter der Leitung von DHL-Mitarbeiter Chris Weeks wurde am Flughafen von Colombo ein „Airport Emergency Team“ eingesetzt - eine Initiative verschiedener Unternehmen, die auf dem Weltwirtschaftsforum nach dem Erdbeben von Bam entstanden war. 40 freiwillige Helfer sorgten dafür, dass mehr als 7.000 Tonnen Hilfsgüter aus 160 Flugzeugen „abgefertigt“ wurden. Konkret ging es dabei um das Umladen der Güter auf Paletten, das Sortieren und eine fortlaufende Inventur. Alle Hilfslieferungen sollten so gelagert sein, dass sie schnell zugeordnet und LKWs zügig beladen werden konnten.  „Wir haben schließlich seit Jahren große Erfahrungen im Handling von Luftfracht und den Airportoperationen“, erläutert Danne im Gespräch die Unterstützung seitens DHL. „Welche Hilfsgüter schließlich in welche Regionen ausgeliefert werden, bleibt in der erfahrenen Hand der NGOs“, so Danne weiter.

Wissen, wie man einen Gabelstapler fährt

Die weltweit agierenden Disaster Response Teams werden durch spezielle Trainings gezielt auf den nächsten Einsatz vorbereitet. Im Ernstfall herrscht nämlich am Flughafen zunächst Chaos und Hektik. Entscheidungen müssen schnell und eindeutig getroffen werden: Wie gehen wir vor? Wo lagern wir welche Paletten? Wie sehen die Lagerhallen aus, und wie können wir die Hilfslieferungen optimal verpacken? Alles scheinbar einfache Fragen, die aber im Ernstfall den großen Unterschied machen. Beispiel Pakistan: Bei dem Erdbeben in 2005 war eines der zentralen Probleme, wie die Hilfslieferungen in die entlegenen Gebiete gebracht werden sollten. Die Schluchten und Bergtäler waren abgeschnitten, extrem schlechtes Wetter kam hinzu. Viele Hilfsgüter wurden als Pakete mit Flugzeugen und Hubschraubern abgeworfen. Folge: Die Kartons brachen oft auf, sie landeten in Flüssen oder im Schlamm. Der Inhalt wurde unbrauchbar und den Menschen war nicht geholfen. Erneut leitete DHL-Experte Chris Weeks den Hilfs-Einsatz vor Ort und hatte die zündende Idee: Robuste DHL-Kuriersäcke wurden in sogenannte Speedballs umfunktioniert. Die Hilfslieferungen wurden so konfektioniert, dass mit dem Inhalt eine siebenköpfige Familie zehn Tage überleben konnte. Der Vorteil: Diese Kuriersäcke konnten bedenkenlos auch aus großer Höhe aus Hubschraubern abgeworfen werden, ohne dass sie Schaden nehmen. „Bis zu 500 Stück pro Tag haben unsere DHL Freiwilligen täglich konfektioniert, um dem hohen Bedarf nachzukommen“, berichtet Danne. Die Kooperation von DHL mit dem UN-System wird nun sukzessive ausgebaut. Insbesondere sollen Projekte initiiert werden, die Katastrophenrisiken künftig verringern helfen.

 
Quelle: UD

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