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01.12.2005

Neue Dimension beim Kampf gegen Kinderschmerz

Die Vodafone Stiftung Deutschland hat einen großen Meilenstein bei der langfristigen Sicherung von Schmerztherapie und Palliativmedizin bei Kindern gesetzt: Mit 2,2 Millionen Euro auf fünf Jahre finanziert sie das nach ihr benannte Vodafone Stiftungsinstitut für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln (NRW). Dank der Hilfe der Stiftung entstehen neue Möglichkeiten bei Entwicklung und Umsetzung wirksamer Behandlungsmethoden für Kinder mit chronischen Schmerzen oder lebenslimitierenden Erkrankungen. Weltweit einzigartig ist das interdisziplinäre Konzept, mit dem in Datteln gearbeitet wird.

Zu den neuen Wissenschaftsaktivitäten gehören u. a. Untersuchungen zur Langzeiteffizienz von ambulanten und stationären Schmerztherapieprogrammen, Auswirkungen von chronischen Schmerzen bei Kindern auf Lebensqualität und psychosoziale Entwicklung, Medikamentenstudien (Nebenwirkungen, Zulassung, Anwendung) sowie in der Palliativversorgung die Symptomforschung.

Laut einer neuen Studie der Universität Lübeck leiden immer mehr Kinder unter chronischen Schmerzen. Etwa 250.000 Kinder in Deutschland sind von Kopf-, Bauch-, Glieder oder Rückenschmerzen betroffen. Konzentrationsschwächen, extreme Schlafstörungen und damit verbunden häufige Fehlzeiten in der Schule sind die Folge.

"Die Zahl schmerzkranker Kinder steigt stetig, der Mangel an wissenschaftlicher Evidenz hingegen hemmt den Fortschritt bei unseren Behandlungsmethoden", beschreibt Dr. Boris Zernikow, Ärztlicher Leiter des Instituts, die aktuelle Situation. Kinderschmerzen werden immer noch nicht ernst genommen: Kleiner Mensch, kleines Leid, lautet eine häufig vernehmbare Bagatellisierung.

Ähnliches gilt für Kinder mit lebenslimitierenden Erkrankungen, solchen, bei denen es keine realistische Hoffnung auf Heilung gibt. In Deutschland leben derzeit mehr als 22.000 Kinder mit solchen Erkrankungen, jährlich sterben etwa 1.500 bis 3.000. Häufigste Ursache sind Fehlbildungen im Mutterleib, neurologische Erkrankungen und Krebserkrankungen. Die häusliche medizinisch-pflegerische und psychosoziale Versorgung von sterbenden Kindern durch ein multidisziplinäres Team ist gegenwärtig nicht gewährleistet.

Zentraler Bestandteil ist auch die Schließung einer Lücke im Ausbildungssystem. "Wir werden erste anerkannte Weiterbildungsstätte für Kinderschmerz- und Palliativmedizin, ein weiterer Schritt auf dem Wege zur verbesserten Patientenversorgung", so Dr. Zernikow.

Das Konzept des Vodafone Stiftungsinstituts für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin ist multidisziplinär: Kinderärzte, Psychiater, Psychologen, Erzieherinnen, Kunst- und Musiktherapeuten, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter kümmern sich um schmerzkranke oder sterbende Kinder und ihre Familien. Zudem wird das Projekt von einer wissenschaftlichen Expertenkommission begleitet.

Die Stiftung hat schon 2003 erkannt, dass das Thema Schmerz und Palliativmedizin bei Kindern in Deutschland noch zu sehr vernachlässigt wird. "Wir haben großes Vertrauen in Dr. Zernikow entwickelt und daher den Aufbau der Schmerzambulanz finanziell unterstützt. Bereits 1.000 seither behandelte Kinder und Jugendliche belegen den Bedarf an einer solchen Einrichtung. Mit dem neuen Institut können wir unsere Hilfe für viele betroffene Kinder ausdehnen", begründet Maximilian Schöberl, Beiratsmitglied der Vodafone Stiftung Deutschland, die Ausweitung der Förderung. Die Gesamtförderzusagen der Stiftung an die Vestische Kinder- und Jugendklinik betragen seit 2003 insgesamt 3,25 Millionen Euro.
 
Quelle: UD

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