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25.11.2003

Mit gutem Beispiel vorangehen - Wirtschaft und NGO´s im Dialog

Wie setzen multinationale Konzerne Umwelt- und Sozialstandards konkret um? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Fachtagung in München mit Beteiligung der Allianz, der BMW Group, Germanwatch und Transparency International.

Dabei wurde auch der "Global Compact" vorgestellt - eine auf Initiative von UN-Generalsekretär Kofi Annan im Jahr 2000 begründete globale Partnerschaft multinationaler Unternehmen. Mitglieder der Initiative, in Deutschland u.a. Allianz und BMW, bekennen sich zur Umsetzung von 9 Prinzipien zur Förderung von Umweltschutz, Menschen- und Arbeitsrechten.

Vertreter der Germanwatch Regionalgruppe München begrüßten die Dialogbereitschaft von Allianz und BMW - den beiden einzigen Global Compact Mitgliedern aus München. Die Umsetzung von Menschenrechts-, Arbeits- und Umweltstandards in bzw. von multinationalen Unternehmen wurde als Chance verstanden, Globalisierung menschlich verträglich zu gestalten. Es wurde von seiten der Nichtregierungsorganisationen eine Rahmenordnung gefordert, die alle Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechts-, Arbeits und Umweltstandards hinführt. Caspar von Hauenschild warb für die Nichtregierungsorganisation Transparency International um die Aufnahme der Korruptionsbekämpfung in den Global Compact.

Dr. Raimund Medrisch und Verena Schuler von der BMW Group präsentierten die Umsetzung des Global Compact in der BMW Group. Sie betonten die Bedeutung der wirtschaftlichen Ausrichtung von Nachhaltigkeit für das BMW-Management. Die Verankerung und Integration der neun Prinzipien des Global Compact belegen in der BMW Group interne Umwelt- und Personal-Leitlinien sowie umweltgerechte Fertigungs- und Produkttechnologien wie Pulverlackierung und wasserstoffbasierte CleanEnergy. Ein breit angelegtes Sozialengagement für Mitarbeiter und Gesellschaft sowie Stakeholder-Dialoge wie z.B. auf dem Welt-Nachhaltigkeitsgipfel der UN in Johannesburg runden das Bild ab. Ein aktueller Schwerpunkt ist die weltweite Einbindung der Zulieferer durch umwelt- und sozialorientierte Einkaufsrichtlinien, Befragungen und partnerschaftliche Umsetzung. Die BMW Group wickelt derzeit bereits 90 Prozent ihres Einkaufsvolumens mit Lieferanten ab, die ein Umwelt- und Qualitätsmanagement haben.
Dr. Lutz Cleemann, Leiter des Allianz Zentrum für Technik, zeigte in seinem Vortrag zum Thema "Die gesellschaftliche Verantwortung eines multinationalen Unternehmens" auf, wie die Allianz in ihren Geschäftsaktivitäten Verantwortung übernimmt. Lutz Cleemann leitet in der Allianz eine Strategiegruppe, welche nachhaltige Entwicklung international in den wichtigsten Gruppengesellschaften der Allianz vorantreibt. Cleemann wies darauf hin, dass sich die Frage nach der unternehmerischen Verantwortung für einen Finanzdienstleister anders stellt als für produzierende Betriebe. "Die zentralen Fragen für uns lauten: Machen wir Entwicklungen möglich, die wir nicht verantworten können? und: Sind wir durch überzogene Skepsis möglicherweise Bremsklotz bei wichtigen Zukunftstrends?", erklärte Cleemann. Aus diesem Grunde misst das Unternehmen der Risikoberatung und Schadensprophylaxe besondere Bedeutung zu. Cleemann wies die Bedeutung eines wirksamen Risikomanagement in den verschiedensten Lebensbereichen nach. Die Beispiele reichten von der Sicherheit in Industrieunternehmen über die sozialen Sicherungssysteme in Europa bis hin zum globalen Klimawandel.

Michael Reder vom Institut für Gesellschaftspolitik an der Hochschule für Philosophie fragte nach Steuerungsformen für ein Global Governance Paradigma. Global Governance betrachtete er dabei als Brücke zwischen einem breiten, sich selbst entfaltenden Prozeß einerseits und der Notwendigkeit von Rahmenbedingungen andererseits.
 
Quelle: UD

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