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25.07.2003

Fossile Ressourcen, Erdölkonzerne und indigene Völker

Leckgeschlagene Tanker, verseuchte Küstenabschnitte, ölverklebte Seevögel: Solche Katastrophenbilder sind fast schon alltäglich. Selten aber gerät in den Blick, wo diese Umweltdesaster ihren Ausgang nehmen.

Erdölförderung steht am Anfang der Kette, an deren Ende Klimabeeinträchtigungen durch die Emissionen von fossilen Energieträgern
stehen. Automobil- und Flugverkehr, Heizungen und die Verbrennung
petrochemischen Verpackungsmaterials gelten als die Hauptverursacher der
globalen Erwärmung der Erdatmosphäre und des Klimawandels und stehen in der gegenwärtigen Umweltdiskussion im Vordergrund. Die Frage, woher das Erdöl und das Erdgas kommen, geht dabei genauso unter wie die Umweltgefährdungen, die die Förderung mit sich bringt, und die Menschenrechtsverletzungen, die sie begleiten.

Für indigene Völker, ihre Unterstützerorganisationen und Umweltverbände ist
das Thema jedoch nicht neu. Die ölverseuchten Regenwälder in Ecuador, die Zerstörung des Nigerdeltas und die Verseuchung von Tundra und Taiga in Westsibirien sind seit langem bekannt. Die Weltöffentlichkeit nahm aber erst mit dem Widerstand der Ogoni und der Ermordung Ken Saro Wiwas durch die nigerianische Regierung Anteil an den Problemen, die Erdölkonzerne bei indigenen Völkern verursachen. Diese "Kosten" des Erdölgeschäfts werden auf die lokalen Bevölkerungsgruppen abgewälzt, die sie häufig mit ihrer Gesundheit oder mit ihrem Leben bezahlen müssen. Damit wird deutlich, was Ökonomen verharmlosend als "Externalisierung" bezeichnen.

Wie reagieren die indigenen Völker auf die Zerstörung ihrer Umwelt und
welches sind die Strategien der Konzerne im Umgang mit ihnen? Diesen Fragen gehen die Autoren und Autorinnen der Studie anhand von Fallbeispielen nach, die von Alaska über Südamerika, Afrika und Ozeanien bis nach Westsibirien reichen.

Das Werk zeigt, dass der Widerstand und die Mobilisierung der Indigenen
nicht nur dort anzutreffen sind, wo die Schäden bereits groß sind. Ebenso
wird deutlich, dass bei indigenen Gruppen immer wieder Konflikte entstehen,
wenn sie geeint gegen die Konzerne antreten sollen (Problem des kollektiven
Widerstands). Die Konzerne ihrerseits verfolgen oftmals eine Strategie der
Spaltung und des Abspeisens mit kleinen "Geschenken". Gegenüber der
Öffentlichkeit in den Industriegesellschaften hingegen bemüht man sich um
ein positives Image. Dazu zählt unter anderem, dass eine Dialogbereit-schaft
mit der einheimischen Bevölkerung betont und eine angebliche Sauberkeit der Erdölförderung hervorgehoben wird.
 
Quelle: UD

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