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Mittwoch, 20.September 2017
Smartphones und Tablets im Kampf gegen Malaria

10.04.2017

Smartphones und Tablets im Kampf gegen Malaria

Jedes Jahr erkranken Millionen von Menschen an Malaria. Hauptsächlich betroffen ist die Bevölkerung in Afrika, wo circa 90 Prozent der Neuerkrankungen auftreten. Das berichtet der World Malaria Report 2016 der WHO. Die dortigen Gesundheitssysteme können oft nur langsam auf regionale Ausbrüche reagieren. Hier setzt die Hilfe von Novartis an. Das Unternehmen hat zusammen mit Partnern in Kaduna und Nigeria, das Programm „SMS for Life 2.0“ gestartet. Dieses soll die Behandlung von Patienten und die Medikamentenversorgung verbessern.

Völlig entkräftet und vom Fieber gezeichnet: Als Muhammed zum Arzt ging, war es höchste Zeit. Er unterstützt die Regierung in Kaduna im Kampf gegen Malaria und war selbst von einer Anophelesmücke mit der Tropenkrankheit infiziert worden. Da Muhammed umgehend die richtigen Medikamente erhielt, konnte er geheilt werden.

So viel Glück wie Muhammed haben in der armen nigerianischen Region aber nicht alle Betroffenen. Kaduna hat sechs Millionen Einwohner und ist damit von der Bevölkerungszahl her der drittgrößte Bundesstaat Nigerias. Treten Infektionskrankheiten wie Malaria hier gehäuft auf, reichen in den ländlichen Randbezirken die Medikamentenvorräte nicht aus. Die Engpässe entstehen durch ein mangelhaftes Krankheitsmeldesystem, einen fehlenden Überblick über die Medikamentenbestände und träge Versorgungsketten. Novartis will das durch „SMS for Life 2.0“ ändern: „Wir setzen dafür moderne Technik in Form von Tablets und Smartphones ein”, erklärt Thomas Lesage, der das Programm leitet, „ganz einfach in der Anwendung, aber hoffentlich mit großer Wirkung für die Patienten.“

Kurznachrichten sei Dank

Das Programm baut damit auf der Vorgängerinitiative „SMS for Life“ auf, das Novartis 2009 eingeführt hat. Dieses nutzt Handys, um die Medikamentenbestände in über 10.000 Gesundheitseinrichtungen in Sub-Sarah Afrika zu verwalten. So geben regelmäßig lokale Gesundheitsarbeiter, selbst aus entlegenen Gebieten, die Daten über die regionalen Lagerbestände per SMS an die Gesundheitsbehörden weiter. Auf diese Weise können diese die Arzneimittel schneller in die betroffenen Malariaregionen verschicken oder zwischen Kliniken nach Bedarf umverteilen. Ziel ist es, dass zu jeder Zeit ausreichend Medikamente vorhanden sind: „Davon profitieren die Patienten“, weiß Lesage.

Die Idee, die Gesundheitsversorgung mittels Handys zu verbessern, war naheliegend: Afrikas Mobilfunknetze sind sehr gut ausgebaut und viele Menschen besitzen ein Handy. Novartis entwickelte damals gemeinsam mit Vodafone und IBM ein Bestellsystem, das alle Prozessbeteiligten leicht anwenden können: „Y8, B3, R10, G2 – vier Buchstaben und vier Zahlen können so eine ganze Buchhaltung ersetzen“, sagt Peter Büsch, Projektmanager bei Novartis, der „SMS for Life“ vor sieben Jahren in Tansania mit aufgebaut hat.

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Die Buchstaben stehen dabei stellvertretend für die Farben der Faltschachteln und somit für die Wirkstärke der Medikamente. Die Zahl dahinter gibt wiederum den jeweiligen Lagerbestand der Packungen an. Eine cloudbasierte Software zeigt auf einer Karte alle Gesundheitseinrichtungen einer Region an und gestattet mit wenigen Mausklicks eine statistische Auswertung. Dadurch wird die Versorgungssituation auf einen Blick transparent gemacht. In Tansania konnte „SMS for Life“ die Quote der Einrichtungen, bei denen Versorgungsengpässe von Malaria-Arzneimittel auftraten, von anfangs 42 Prozent auf sechs Prozent senken.

Big Data optimiert Gesundheitsversorgung

„SMS for Life 2.0“ entwickelt diesen Ansatz konsequent weiter und nutzt neue technische Möglichkeiten, die Smartphones und Tablets bieten. So lassen sich jetzt auch Daten anderer Krankheiten im System aufnehmen: Neben Malaria deckt es auch Medikamentenabfragen zu Lepra, Tuberkulose, HIV/Aids sowie zu Impfstoffen gegen neun Infektionskrankheiten wie beispielweise Kinderlähmung ab. Gehen die Bestände zu Neige, sendet das System Benachrichtigungen an die Amtsärzte der Bezirke in Kaduna, die für die Medikamentenversorgung zuständig sind.

Mit Hilfe der neuen Technologie können zudem die Überwachungsparameter der Krankheiten besser kontrolliert werden: Vernetzt man beispielsweise diese Daten mit der Bestandsmeldefunktion, können die Behörden die Prognose für den Bedarf an Therapien präzisieren.

Schulungen für Gesundheitsarbeiter

Seitdem die zuständigen Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtungen gelernt haben, die eintreffenden Daten richtig auszuwerten, werden seit Dezember 2016 die notwendigen Informationen übermittelt. Darüber hinaus will Novartis mit „SMS for Life 2.0“, das als öffentlich-private Partnerschaft unter Teilnahme des Gesundheitsministeriums in Kaduna und Vodacom konzipiert ist, die Qualität der Gesundheitsversorgung insgesamt verbessern. Aus diesem Grund kombiniert die Initiative die Bestandsmeldung der Medikamente und die Überwachung der Krankheiten mit einem E-Learning-Programm, das auf den Tablets vorinstalliert ist.

Dieses richtet sich an die lokalen Gesundheitsarbeiter, die in den meisten Fällen medizinische Laien sind und sich freiwillig in der Gesundheitsversorgung engagieren. Die Lernprogramme sollen sie zum Beispiel anleiten, Krankheitssymptome vor allem bei Babys und Kindern zu erkennen. Bis jetzt haben sich weit über 200 Gesundheitsarbeiter mit Hilfe des Programms fortgebildet.

 
Quelle: UmweltDialog

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