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08.09.2017

Der Hundeflüsterer

Der eine oder andere mag es kennen: Man scrollt durch seine Facebook-Timeline und stolpert über Fotos von verwahrlosten Tieren, die von Hilfsorganisationen oder Bekannten geteilt wurden. Die meisten verspüren kurz Mitleid und scrollen dann weiter - anders Wolfgang Baer, Key Account Manager bei ista und stolzes Herrchen von drei Hunden. Er konnte nicht wegsehen, sondern griff zum Telefon und wurde aktiv.

Im Juli kam Wolfgang Baer gerade von einem Spaziergang mit seinen Hunden, als er auf Facebook über den Beitrag des spanischen Tierschutzvereins Ayandena stolperte. „Hund in Tötungsstation, voller Zecken und Flöhe, kann nur durch Adoption gerettet werden!“ hieß es unter dem Foto des kleinen Jerry Lee, eines verwahrlosten jungen Welpens. Kurzerhand nahm er Kontakt zum TIerschutzverein auf, um herauszufinden, auf welchem Weg eine Adoption von Jerry Lee möglich wäre. „Meine Frau war zu dem Zeitpunkt noch bei der Arbeit. Ich habe ihr das Bild kommentarlos zugeschickt und ihr war sofort klar, dass wir den kleinen Welpen aufnehmen würden“, erinnert sich Wolfgang Baer.

Leben auf Zeit

So viel Glück wie der kleine Jerry Lee hat jedoch nicht jedes Tier: In Spanien leben viele Hunde und Katzen als Streuner auf den Straßen. Einige von ihnen werden – wenn sie Glück haben – in spanischen Tierheimen („Protectora“) untergebracht und weitervermittelt. Andere wiederum, für die kein Platz mehr vorhanden ist, werden in staatlich finanzierte Tötungsstationen, sogenannte „Perreras“ geliefert. Nach einigen Wochen werden sie dort eingeschläfert, sofern sich kein Besitzer oder Interessent meldet. Hilfsorganisationen wie Ayandena versuchen, diese Tiere zu retten, indem sie adoptionswillige Menschen finden. „Die Rettungsaktionen haben es in sich, denn wir benötigen jedes Mal eine zugesicherte Adoption, die mit einer ausführlichen Vorkontrolle des neues Besitzers einhergeht. Wir sind derzeit in Sevilla wieder komplett überfüllt und hoffen auf viele Unterstützer, die uns helfen“, erklärt Karin Graf, Mitarbeiterin der Schweizer Niederlassung von Ayandena.

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Dieser Vorkontrolle mussten sich auch Wolfgang Baer und seine Frau unterziehen. Nach dem Ausfüllen eines ausführlichen Fragebogens, bei dem sie von Natalia, einer deutschsprachigen Mitarbeiterin von Ayandena aus Madrid, und Karin Graf unterstützt wurden, hieß es Warten. Das war gar nichts für den ungeduldigen Wolfgang Baer, der die Dinge gerne selbst in die Hand nimmt. Sein Vorgesetzter Detlev Bruns, Regionalleiter bei ista, charakterisiert ihn schmunzelnd: „Wolfgang ist einfach ein ehrlicher, gradliniger Typ. Der will eigentlich nur eins – nämlich, dass es läuft.“ Bei Jerry Lee hatte Wolfgang Baer Glück: Es lief. Nach zwei Tagen erhielt Wolfgang Baer die Nachricht, dass der Adoptionsantrag erfolgreich war. Bereits am vierten Tag wurde Jerry Lee aus der Tötungsstation gerettet und in das Ayandena Tierheim in Sevilla gebracht. Dort wird er nun ärztlich behandelt und wartet auf seine Ausreise.

Jerry Lee wartet in Spanien auf seine Adoption
Jerry Lee wartet in Spanien auf seine Adoption

Aufruf über Social Media

Wolfgang Baer möchte nicht nur einem Hund helfen, sondern auch weiteren Tieren zu einem neuen Zuhause verhelfen. Dafür hat er die Facebookgruppe „Jerry Lee for Freedom“ gegründet. Innerhalb von nur zwei Tagen hatten sich bereits 200 Mitglieder angeschlossen und 1.138 Euro gespendet. Von diesem Geld konnte der Tierschutzverein einen neuen Kühlschrank für Medikamente und eine Waschmaschine finanzieren. Mithin das größte Problem der Organisation ist allerdings das alte, klapprige Auto, welches für die Fahrten unter anderem zu den Tötungsstationen genutzt wird. „Der derzeitige Transportwagen ist mehr in der Werkstatt als auf den Straßen. Ich möchte deswegen alles dafür tun, der Organisation einen neuen Wagen zu besorgen“, sagt Baer. Sein Wunschziel ist es, im September das Auto nach Sevilla zu fahren und im selben Zuge seinen Hund Jerry Lee abzuholen und mit nach Deutschland zu nehmen.

Wolfgang Baer bittet um Unterstützung bei seiner Spendenaktion für den Autokauf unterstützen möchten. Auf der eigens dafür eingerichteten Spendenseite stehen alle relevanten Informationen sowie der aktuelle Spendenstand. Einige Mitglieder der Facebook-Gruppe sind derweil auch schon aktiv geworden: Sie übernehmen gemeinsam die Patenschaft von zwei Hunden im Tierheim und zahlen für alles, was für die Hunde an Kosten anfällt.

 
Quelle: UD/cp

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