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08.03.2006

Korruptionsbekämpfung bei der Bahn

Mit dem Korruptionsbericht 2005 zieht die Deutsche Bahn AG Zwischenbilanz nach fünf erfolgreichen Jahren in der Bekämpfung von Betrug und Bestechlichkeit: 430 Fälle wurden im eigens gegründeten Lenkungskreis Compliance behandelt. In 124 Fällen wurden Strafanzeigen erstattet beziehungsweise Staatsanwaltschaften und Polizei umfassend in ihrer Aufklärungsarbeit unterstützt. Die Ermittlungen führten zum Teil zu hohen Haftstrafen für nunmehr ehemalige Mitarbeiter des Konzerns, aber auch für Beteiligte, die außerhalb der DB AG "mitverdienten".

Die arbeitsrechtlichen Maßnahmen, die eingeleitet wurden, reichten  von der Ermahnung bis zur fristlosen Kündigung. Auch das  Bundeseisenbahnvermögen musste tätig werden. Denn zu den betroffenen Beschäftigten zählen auch Beamte aus der Zeit der Deutschen Bundesbahn, die - neben dem straf- und zivilrechtlichen Vorgehen - disziplinarrechtlichen Schritte der für sie zuständigen Behörde riskieren.
 
"Das beste Mittel gegen Korruption ist und bleibt das Licht der Öffentlichkeit. Deshalb gehen wir offensiv mit dem Thema Korruption um. Das ist nicht immer bequem, aber wirkungsvoll", sagt Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, der die Compliance-Arbeit von Anfang an zur Chefsache erklärt hat: Im Jahr 2000 wurde das Antikorruptionsprogramm gestartet, das systematisch aufgebaut ist und inzwischen als Vorbild großes nationales und internationales Interesse weckt. Mehdorn: "Es soll jeder wissen, dass die DB AG Korruption nicht als notwendiges Übel oder als Begleiterscheinung betrachtet, sondern engagiert bekämpft. Davon versprechen wir uns eine hohe präventive Wirkung." Kernstücke der Korruptionsbekämpfung bei der DB AG sind die Ombudsleute als Vertrauensanwälte, die Hinweise entgegen nehmen, sowie der Lenkungskreis Compliance, der sich mit allen Hinweisen intensiv auseinandersetzt und die internen Ermittlungen einleitet.
 
"Objektivität sowie die Suche nach be- und entlastendem Beweismaterial sind der Garant dafür, dass immer mehr Hinweisgeber Vertrauen fassen, sich auch direkt an die bahninternen Stellen zu wenden", sagt Regina Puls, die Compliance-Beauftragte der DB AG. "Der eigentliche Erfolg unserer Arbeit liegt  darin, dass unsere ehrlichen Mitarbeiter und die Geschäftspartner, die saubere Geschäfte mit uns  machen wollen, die Möglichkeit nutzen, auf Missstände, Unregelmäßigkeiten und Straftaten hinzuweisen und insofern das Konzept und auch die Unternehmenskultur unterstützen. Denn Betrug und Bestechlichkeit sind keine Kavaliersdelikte. Sie schädigen unser Unternehmen und bringen Arbeitsplätze in Gefahr."
 
Sinn und Ziel der Compliance-Arbeit im Konzern ist es, ehrliche Mitarbeiter zu schützen, die ethischen Werte des Unternehmens zu stützen und mit integren Partnern "saubere" Geschäfte zu machen. Dafür hat das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren viel geleistet, insbesondere auch auf dem Gebiet der Vorbeugung. So wurden Verhaltensrichtlinien verfasst, die konkrete Handlungsvorgaben für alle DB-Mitarbeiter beinhalten, das interne Kontrollsystem, wie das Vier-Augen-Prinzip und das Rotationssystem, wurden verbessert. Mit Vertragspartnern der Deutschen Bahn AG wurden so genannte Leitlinien abgestimmt, die das Wertemanagement auf beiden Seiten anerkennen. Und die Allgemeinen Einkaufsbedingungen enthalten heute sogenannte Integritätsklauseln, die harte Konsequenzen deutlich machen, die bei korruptivem Verhalten von Firmen auch uneingeschränkt Anwendung finden.
 
Quelle: UD

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