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Stakeholder-Einbindung bei mittelständisch geprägten Unternehmen zoom
Die NORMA Group diskutierte mit Experten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

12.11.2015

Stakeholder-Einbindung bei mittelständisch geprägten Unternehmen

Die wechselseitige Kommunikation zwischen Unternehmen und Stakeholdern gewinnt auch bei B2B-Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Beim Austausch mit den Anspruchsgruppen rückt zudem die Frage der Wesentlichkeit eigener CR-Aktivitäten immer stärker in den Vordergrund. Gerade für mittelständisch geprägte Unternehmen bietet eine effiziente Einbindung ausgewählter Stakeholder zahlreiche Chancen – jenseits der bloßen Erfüllung externer Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

So kann im Zuge eines CR-Roundtables zum einen eine Priorisierung auf wesentliche CR-Themen unterstützt, zum anderen Expertenwissen zu nachhaltigkeitsspezifischen Problemstellungen aufgenommen werden. Bei derartigen Formaten ist zu berücksichtigen, dass mittelständische Unternehmen häufig weder auf ressourcenstarke CR-Abteilungen noch auf etablierte Prozesse der Stakeholder-Einbindung zurückgreifen können. Mit Blick auf diese Problematik werden aus dem Praxisbeispiel der NORMA Group sieben zentrale Erfolgsfaktoren für eine effiziente und effektive Stakeholder-Integration abgeleitet.

Bei der NORMA Group handelt es sich um ein mittelständisch geprägtes Unternehmen, welches den Sprung zum „Global Player“ aktiv vorantreibt. Das in Maintal bei Frankfurt/M. ansässige Unternehmen ist mit seinen weltweit über 6.000 Mitarbeitern ein internationaler Markt- und Technologieführer für hochentwickelte Verbindungstechnik. Seit 2011 ist die NORMA Group börsennotiert. Im Jahr 2012 begann das Unternehmen seine diversen Aktivitäten aus den Bereichen Unternehmensführung, Umwelt und Soziales in einer Strategie zur Unternehmensverantwortung („CR-Strategie“) zu bündeln. Eine CR-Roadmap richtete die einzelnen Maßnahmen stärker strategisch aus und unterstützte die bereichsübergreifende Steuerung in den fünf CR-Handlungsfeldern der NORMA Group.

„Wir verstehen uns als offenes und dialogorientiertes Unternehmen", sagte CEO Werner Deggim.
„Wir verstehen uns als offenes und dialogorientiertes Unternehmen", sagte CEO Werner Deggim.

Mit dem Ziel der Weiterentwicklung seiner CR-Strategie lud das Unternehmen im Juli 2015 etwa 20 Vertreter aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie 15 interne Fachexperten und Führungskräfte zu einem halbtägigen Roundtable ein. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Vorstandsvorsitzenden der NORMA Group, Werner Deggim, der die Teilnehmer dazu ermutigte, dem Unternehmen „den Spiegel vorzuhalten“ und Ratschläge sowie Kritikpunkte offen vorzubringen. Als Grundlage für den Austausch diente ein intern erarbeiteter Entwurf für eine CR-Roadmap 2018.

In parallelen Workshops zu einzelnen Handlungsfeldern erläuterten Fachverantwortliche der NORMA Group den Stand der Planung und stellten diesen zur Diskussion. Neben Rückfragen und inhaltlichen Anmerkungen durch die externen Stakeholder wurde eine Relevanzbewertung der einzelnen geplanten und auch neu identifizierten Maßnahmen durchgeführt. Diese wurde sowohl von NORMA-Vertretern als auch durch die Stakeholder vorgenommen, so dass die Ergebnisse direkt gegenüber gestellt werden konnten. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Vertreter der NORMA Group zentrale Erkenntnisse aus der Diskussion sowie die „Top-Empfehlungen“ zum CR-Programm im Plenum vor. Diese Ergebnisse werden in einem nächsten Schritt in die Überarbeitung der CR-Roadmap 2018 integriert.

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Sowohl von den Vertretern der NORMA Group als auch von den externen Stakeholdern wurde der Dialog durchweg positiv bewertet. Während die externen Stakeholder die Offenheit und Transparenz von Seiten der NORMA Group lobten, zeigten sich die Verantwortlichen des Unternehmens beeindruckt von der Vielzahl an hilfreichen und zielführenden Empfehlungen. Aus den Erfahrungen mit diesem Dialog-Format der NORMA Group lassen sich sieben Erfolgsfaktoren für eine effiziente und effektive Stakeholder-Einbindung in die strategische CR-Ausrichtung ableiten.

Sieben Erfolgsfaktoren der Stakeholder-Einbindung

  1. Klares Ziel. Eine klare Aufgaben- und Zielstellung für eine Dialog-Veranstaltung sollte bereits in der Einladung kommuniziert werden. Dies sichert eine hohe Teilnahmequote und bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Veranstaltung.
  2. Vorstand beteiligen. Die hochrangige Präsenz des Unternehmens signalisiert die Bedeutung der Veranstaltung und drückt Wertschätzung gegenüber den externen Gästen aus.
  3. Methoden nutzen. Durch einfache Bewertungsmethoden wie „Punkte kleben“ oder „Noten vergeben“ kann eine quantitative Wesentlichkeitsbewertung erfolgen. Auch ohne wissenschaftliche Vorgehensweisen entsteht ein Gesamtbild, das Impulse für die Diskussion gibt.
  4. Zuhören. Stakeholder-Roundtable sind keine Werbeveranstaltungen des Unternehmens. Ein offener Dialog und die Bereitschaft zum Zuhören der Unternehmensvertreter müssen gewährleistet sein.
  5. Moderation nutzen. Eine neutrale Moderation erleichtert den zielführenden Austausch zwischen Unternehmen und den Stakeholdern und hilft bei der Einhaltung von Regeln und Abläufen.
  6. Einflussrahmen offenlegen. Die Teilnehmer eines Stakeholder-Dialogs müssen die Möglichkeit erhalten, ihre Meinung zu äußern und den Dialog aktiv zu gestalten. Zum fairen Umgang gehört dabei auch, transparent zu machen, wie das Unternehmen mit Ergebnissen umgehen wird und welche Aspekte in welcher Form von den Stakeholdern beeinflusst werden können. Das weitere Vorgehen zeigt das Unternehmen zum Abschluss der Veranstaltung auf.
  7. Kontinuität schaffen. Selbstverständlich erhalten die Teilnehmer eine Dokumentation der Ergebnisse. In sinnvollen Abständen sollten sie zudem über den Fortschritt zentraler Maßnahmen informiert, ggf. zu einem späteren Zeitpunkt erneut zum Austausch eingeladen werden.
 
Quelle: UmweltDialog

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